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News, 02.07.2015
Rückläufige Einbürgerungsquote
Weniger Einbürgerungen in Deutschland
Im vergangenen Jahr erhielten deutlich weniger Einwanderer die deutsche Staatsbürgerschaft als im Vorjahr. Die Zahl der Einbürgerungen aus der Europäischen Union (EU) nahm dagegen zu.
Spitzenreiter bei den Herkunftsländern der eingebürgerten Personen war auch 2014 die Türkei (Bild: panthermedia.net / Igor Stevanovic).
Spitzenreiter bei den Herkunftsländern der eingebürgerten Personen war auch 2014 die Türkei (Bild: panthermedia.net / Igor Stevanovic).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2014 in Deutschland 108.420 ausländische Personen eingebürgert, also offiziell zu deutschen Staatsbürgern. Das waren gut 3.900 beziehungsweise 3,5 Prozent weniger Einbürgerungen als im Jahr 2013. Damit lag der Zahl der Einbürgerungen 2,0 Prozent unter dem Niveau der letzten zehn Jahre (knapp 2.200 Einbürgerungen weniger als im Zehnjahresschnitt).

Entwicklung in den Bundesländern stark unterschiedlich

Wie bereits in den Jahren zuvor entwickelte sich die Zahl der Einbürgerungen innerhalb von Deutschland uneinheitlich. So erfolgten beispielsweise in Baden-Württemberg 4,6 Prozent mehr Einbürgerungen als im Jahr 2013 (+ 740 Fälle), während in Nordrhein-Westfalen und Hessen die Zahl der Einbürgerungen jeweils um 6,4 Prozent zurückging (NRW: - 2.000 Fälle; Hessen: - 860 Fälle). Auch in Hamburg erhielten deutlich weniger ausländische Personen die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen (- 860 Fälle). Hier hatten die Einbürgerungen im Jahr 2013 noch kräftig um knapp 1.600 Fälle zulegt. Die Zahl der Eingebürgerten mit einem Wohnsitz im Ausland verringerte sich ebenfalls deutlich: Sie unterschritt das Vorjahresniveau um 18,5 Prozent (- 600 Fälle).

Mehr Einbürgerungen aus den EU-Mitgliedsländern

Die Einbürgerungen aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) nahmen dagegen kräftig zu. Sie überstiegen das Vorjahresniveau um 12,3 Prozent (+ 2.900 Fälle). Mehr als zwei Drittel dieses Zuwachses war allerdings auf einen starken Anstieg der Einbürgerungsverfahren von Bürgern aus Kroatien zurückzuführen. Hier erhöhte sich die Zahl der Einbürgerungen gegenüber 2013 um 126,6 Prozent (+ 2.180 Fälle).

Die Zahl der Einbürgerungen aus Ländern, die eine Aufnahme in die EU anstreben, nahm dagegen deutlich ab. Sie verringerte sich im Jahresvergleich um 18,2 Prozent (- 5.800 Fälle). Grund hierfür war jedoch wie bereits in den Vorjahren fast ausschließlich ein erneuter Rückgang der Einbürgerungen von Personen türkischer Nationalität, wo die Zahl der Verfahren um weitere 19,7 Prozent abnahm (-5.500 Fälle).

Auch aus den restlichen Ländern Europas wurden weniger Personen eingebürgert. Hier stand ein Rückgang um 12,9 Prozent (- 1.800 Fälle), der jedoch vor allem einer deutlichen Abnahme der Einbürgerungen aus der Ukraine (- 1.400 Fälle bzw. - 30,8 %) geschuldet war. Die Zahl der Eingebürgerten aus Afrika, Asien und Australien beziehungsweise Ozeanien legte dagegen insgesamt um 1,9 Prozent beziehungsweise 700 Fälle zu. Die Zahl der Einbürgerungen aus Amerika blieb insgesamt konstant.

Die meisten Eingebürgerten kamen wie in den Vorjahren aus der Türkei. Mit 22.500 Einbürgerungen machten sie 2014 ein gutes Fünftel aller eingebürgerten Personen aus. Dahinter folgen im Ranking der Herkunftsländer Polen (5.900 Fälle), Kroatien (3.900 Fälle) und der Kosovo (3.500 Fälle).

Rückläufige Einbürgerungsquote

Das sogenannte ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial – also das Verhältnis von erfolgten Einbürgerungen zur Zahl der Personen, die mindestens zehn Jahre in Deutschland leben und damit alle Voraussetzungen erfüllen – betrug im Jahr 2014 durchschnittlich 2,2 Prozent. 2013 hatte die Einbürgerungsquote 2,3 Prozent betragen. Staatsbürger aus den Mitgliedsländern der EU weisen dabei traditionell unterdurchschnittliche Werte auf (1,4 %). Ausnahmen waren im vergangenen Jahr Bulgarien (7,7 %) und Rumänien (6,1 %). Die höchsten Anteilswerte wiesen wie im Vorjahr Kamerun (21,8 % bei knapp 1.000 Einbürgerungen), Afghanistan (11,5 % bei 3.000 Einbürgerungen) und Nigeria (11,3 % bei 900 Einbürgerungen) auf.

cs/Destatis

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