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News, 20.03.2014
Weniger CO2-Zertifikate
EU schränkt Emissionshandel ein
Die Europäische Union (EU) hat die Menge der von Unternehmen in Europa erwerbbaren CO2-Zertifikate reduziert. Damit dürfte es für Luftverpester respektive Unternehmen mit erhöhtem CO2-Ausstoß in Deutschland und EU-weit teurer werden.
Die Europäische Union (EU) hat einen wichtigen Schritt zur Reduktion des CO2-Austoßes vollzogen. Wie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) bekannt gab, wurde die Menge der in diesem Jahr verfügbaren CO2-Zertifikate EU-weit insgesamt um 400 Millionen Stück verringert. Eine erste dahingehend angepasste Versteigerung von Zertifikaten fand auf der EU-Auktionsplattform dem Ministerium zufolge am 17.3.2014 statt. Die deutsche Auktionsplattform führt ihre erste Versteigerung mit reduzierter Zertifikate-Menge an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) am 21. März durch. Grundidee des Emissionshandels ist, dass Unternehmen, die in hohem Umfang Treibhausgase produzieren, dafür zahlen sollen, wobei ein einzelnes Zertifikat für eine Tonne CO2 steht.

Hintergrund der Reduktion der Versteigerungsmenge an CO2-Zertifikaten ist das Ziel, durch die Verknappung des Angebots an Emissionsrechten die Preise hierfür wieder nach oben zu treiben, so dass es sich für Unternehmen mit erhöhtem CO2-Ausstoß wieder stärker lohnt, in umweltfreundliche Technologien zu investieren. „Damit soll kurzfristig auf die enormen Überschüsse an Zertifikaten reagiert werden, die bis Ende des Jahres 2012 aufgelaufen waren. Grund dafür waren vor allem die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die umfangreiche Nutzung von Zertifikaten aus internationalen Klimaschutzprojekten“, so das Ministerium zu den Beweggründen der von den EU-Mitgliedsländern getroffenen sogenannten „Backloading“-Regelung. Dies sieht im Zeitraum von 2014 bis 2016 vor, die Menge an Zertifikaten insgesamt um 900 Millionen Stück zu reduzieren und diese erst 2019 und 2020 zu versteigern. Dabei ist nach der Verringerung in diesem Jahr um EU-weit 400 Millionen Zertifikate im Jahr 2015 eine weitere Reduktion um 300 Millionen und 2016 noch einmal um 200 Millionen vorgesehen

Für Deutschland ergibt sich aus der Regelung im Jahr 2014 eine Reduktion der CO2-Zertifikate um knapp 80 Millionen Stück. So waren ursprünglich 205 Millionen solche Emissionsrechte-Zertifikate zur Versteigerung an Unternehmen vorgesehen, nun werden es in diesem Jahr dem Ministerium zufolge lediglich rund 127,1 Millionen sein. „Es ist ein wichtiges Signal an den Markt, dass die Reparatur des Emissionshandels jetzt startet. Gleichzeitig muss nun rasch eine nachhaltige Reform angegangen werden“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Dabei erneute Hendricks ihre Forderung, die von der EU-Kommission vorgeschlagene Einrichtung einer sogenannten Marktstabilitätsreserve, die als eine Art Zentralbank Angebot und Nachfrage im Emissionshandel überwacht und im Lot hält, noch vor dem Jahr 2020 einzuführen. „Das Backloading in seiner aktuellen Form hat nur eine sehr begrenzte Wirkung, weil es nicht auf Dauer angelegt ist. Würden wir uns darauf beschränken, dann gefährden wir das Erreichen unserer Klimaschutzziele und behindern weiterhin die deutsche Energiewende“, so Hendricks.
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