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News, 12.06.2014
Datenexplosion im Internet
Weltweiter Datenverkehr nimmt bis 2018 auf das Dreifache zu
Den Online-Datenautobahnen droht der Kollaps: Nach einer Studie wird die weltweit über das Internet versandte Datenmenge bis 2018 auf mehr als 1,6 Billionen Gigabyte nach oben schnellen. Damit würden allein in einem Jahr mehr Daten internetbasiert versandt als seit Beginn des Internetzeitalters (1984) insgesamt.
Ein Treiber des Datenaufkommens ist das mobile Internet. So wird sich der Mobilfunk-basierte Datenverkehr bis 2018 verzehnfachen.
Ein Treiber des Datenaufkommens ist das mobile Internet. So wird sich der Mobilfunk-basierte Datenverkehr bis 2018 verzehnfachen.
Bis zum Jahr 2018 wird sich der weltweite Datenverkehr im Internet verdreifachen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Netzwerkausrüsters Cisco hervor. Danach wird sich das  weltweit versandte Datenvolumen im Jahr 2018 auf 1,6 Zettabyte (ZB) belaufen. Das sind gut 1,6 Billionen Gigabyte und entspricht nach einer Berechnung des Storage-Spezialisten EMC in etwa der Datenmenge von rund 178 Milliarden Filmen in HD-Qualität mit einer Spiellänge von jeweils 120 Minuten. Treiber des rasanten Wachstums des Datenverkehrs sind Cisco nach die zunehmende Zahl an Internetnutzern, die steigende Zahl von internetfähigen Geräten, immer höhere Breibandgeschwindigkeiten und die sich weiter verstärkende Videonutzung. So wird sich der Studie nach die monatliche per Internet versandte Datenmenge bis 2018 von einem Exabyte (EB) auf drei EB erhöhen. Laut Studie werden dabei 81 Prozent des Datenverkehrs auf Videos entfallen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Im Jahr 2018 wird erstmals in der Geschichte des Internets der Datenverkehr mehrheitlich von Geräten, die keine PCs sind, stammen. Auch werden erstmals mehr Daten über WLAN-Verbindungen übertragen werden als über feste Leitungen und HD-Videos mehr Daten als Standard-Videos erzeugen.

Datenexplosion geht weiter

Das allgemeine Datenwachstum nimmt weiterhin deutlich zu. In vier Jahren wird weltweit mehr IP-Traffic über Netzwerke übertragen als in allen bisherigen „Internet-Jahren“ zusammen. Von 1984 bis 2013 wurden insgesamt 1,3 Zettabyte erzeugt.

Diese Datenexplosion unterstreichen auch aktuelle Großereignisse wie die anstehende FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Es wird erwartet, dass Video-Streaming und IP-Übertragungen 4,3 Exabyte an Internet-Traffic erzeugen. Das ist dreimal mehr als der monatliche Breitbandverkehr in ganz Brasilien. Alleine die 60.000 Zuschauer pro Spiel werden im Stadion und während der Anreise mehr Daten übertragen als alle Smartphones in Brasilien zu normalen Spitzenzeiten.

Auch das Internet of Everything, das Daten, Objekte, Menschen und Prozesse miteinander verbindet, wird zum Wachstum des IP-Verkehrs wesentlich beitragen. So gibt es 2018 fast so viele vernetzte M2M (Maschine-zu-Maschine)-Module wie Menschen auf der Erde. Zum Beispiel besitzt dann jedes Smart Car etwa vier M2M-Verbindungen.

Ergebnisse für Deutschland

In Deutschland beträgt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für den IP-Datenverkehr 19 Prozent. 2018 wird jeder Deutsche über 7 vernetzte Geräte verfügen, im Vergleich zu 4 im vergangenen Jahr. Insbesondere die IP-Nutzung über tragbare Geräte steigt in Deutschland. Der Anteil von übertragenen Daten über das Mobilnetz wächst von 2 auf 9 Prozent und über das WLAN von 47 auf 50 Prozent. Alleine der Traffic über Mobilnetze steigt von 2013 bis 2018 um das Zehnfache, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 59 Prozent. Der Anteil an Videos am gesamten Internetverkehr wird 2018 in Deutschland 81 Prozent betragen, im vergangenen Jahr waren es 58 Prozent. Vom gesamten IP-Traffic werden in vier Jahren 47 Prozent von PCs (2013: 77%), 23 Prozent von TV-Geräten, 25 Prozent von tragbaren Geräten wie Smartphones und Tablets sowie 4 Prozent von M2M-Modulen übertragen.

„Die Anforderungen der Nutzer steigen rasant: Schnelligkeit, große Datenmengen, immer und überall verfügbar, lautet die Devise“, kommentiert Oliver Tuszik, Geschäftsführer von Cisco Deutschland. „Das extreme Wachstum des Datenverkehrs erfordert einen raschen Breitbandausbau der Netzbetreiber und Service-Anbieter in Deutschland, um hier nicht den internationalen Anschluss zu verpassen.“ Die durchschnittliche Geschwindigkeit bei festen Leitungen sollte in Deutschland bis 2018 auf 56 Mbps und bei mobilen Verbindungen auf 3,6 Mbps, steigen. In Schweden werden diese Werte allerdings durchschnittlich bei 85 sowie 5,3 Mbps und in Japan sogar bei 90 sowie 5,6 Mbps liegen.

Weitere wichtige Ergebnisse

1. IP Traffic: Mehr als die Hälfte des weltweiten Datenverkehrs wird 2018 über mobile Geräte übertragen. Der von PCs erzeugte Verkehr steigt mit einer jährlichen Wachstumsrate von 10 Prozent, während für andere Geräte und Verbindungsarten die Werte höher liegen. Bei Fernsehgeräten beträgt das jährliche Wachstum des Datenverkehrs 18 Prozent, bei Tablets 74 Prozent, Smartphones 64 Prozent und Maschine-zu-Maschine (M2M)-Komponenten 84 Prozent.

2. Breitbandverbindungen: Die durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeit steigt weltweit von 16 auf 42 Mbps. 2018 werden 55 Prozent der Breitbandverbindungen schneller als 10 Mbps sein, in Japan und Südkorea beträgt die durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeit dann Ende des Jahres sogar 100 Mbps.

3. IP-Video: Der Anteil am Gesamtverkehr steigt weltweit von 66 auf 79 Prozent.

4. Netzwerkzugang: Drahtlose Verbindungen erzeugen in vier Jahren 61 Prozent des globalen IP-Traffics, davon WLAN 49 Prozent und Mobilfunk 12 Prozent. 2013 waren es noch 41 und 3 Prozent.

5. Geräte und Verbindungen: Im vergangenen Jahr hatte jeder Mensch durchschnittlich 1,7 vernetzte Geräte, 2018 sind es 2,7. Dann gibt es fast genauso viele M2M-Verbindungen wie Menschen. Die Anzahl der IPv6-fähigen Geräte wird in diesem Zeitraum von 2 auf 10 Milliarden ansteigen.

6. Fortgeschrittene Services: Online-Video ist der am schnellsten wachsende lokale Internetservice mit einer jährlichen Rate von 10 Prozent. Location-based Services sind der am schnellsten zunehmende mobile Dienst mit jährlich 36 Prozent. Und der am stärksten steigende geschäftliche Internetservice sind Desktop- und persönliche Videokonferenzen mit 45 Prozent pro Jahr.

Folgen für Service-Provider
  • Service-Provider müssen ihre Netzwerke an eine zunehmende Zahl von Geräten wie Tablets, Smartphones und M2M-Komponenten anpassen und dabei erhöhte Sicherheitsmaßnahmen sowie intelligente Funktionen einführen.
  • Die Entwicklung fortgeschrittener Videoservices wie HD und Ultra HD erzeugt neue Anforderungen für Bandbreite und Skalierbarkeit.
  • Die zunehmende geschäftliche Nutzung von Video für HD- und Web-Konferenzen sowie Video on Demand treibt die Netzwerkvirtualisierung weiter voran.
  • Das Wachstum bei 4G-Netzen wird noch stärker ansteigen als bisher, da Nutzer bei mobilen Angeboten die gleichen Servicequalitäten erwarten wie auf PCs.
  •  IP-Netzwerke müssen intelligent und flexibel genug sein, um die Einführung neuer und aktualisierter Anwendungen für feste und mobile Netze zu unterstützen.
Eine englischsprachige Zusammenfassung der Studie „Cisco VNI Global Forecast and Service Adoption for 2013 to 2018“ steht kostenlos zum Download zur Verfügung.
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