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Pressemitteilung

Was macht gutes e-Learning aus?

Der Bezug zum Arbeitsalltag des Studierenden sorgt für das Aha-Erlebnis im Fernstudium. An der Online Educa in Berlin – eine der größten e-Learning Konferenzen (30.11. bis 2.12.11) - nahmen vier Wissenschaftler* der Open University teil.
(PM) Köln, 26.01.2012 - Zu den ältesten europäischen Anbietern, die ihr Studienangebot ausschließlich im betreuten Fernstudium anbietet, gehört die Open University. In England und aus rund 40 Ländern weltweit studieren an der OU über 260.000 Studierenden. Sie belegen meistens berufsbegleitend verschiedene BA-, MA- und MBA-Studiengänge oder nehmen in Vollzeit an Promotions- bzw. Forschungsprogrammen in Milton Keynes teil. Zur Gründungszeit im Jahr 1969 galten nächtliche BBC-Fernsehsendungen als das Non-plus-ultra des Fernlernens. Mit der rasanten Entwicklung von elektronischen und technischen Möglichkeiten sowie intensiver didaktischer Forschungsarbeit hat die OU vielfältige Möglichkeiten geschaffen, universitäre Bildung auch auf elektronischen Wegen zu vermitteln. Auch im MBA-Studium haben online-gestützte Formen des Lernens ihren festen Platz. Neben den Präsenzphasen sind sie ein Teil der Blended Learning-Lernstrategie. Dank neuer Kommunikationstechniken können sich Fernstudierende fast wie im Hörsaal fühlen und bestimmte Lerneinheiten alleine oder gemeinsam mit Kommilitonen und Dozenten bearbeiten. Was Forscher- und Entwickler von Fernstudien-Lerneinheiten berücksichtigen müssen, darüber berichtete Dr. Jim Ellis auf der Online Educa in Berlin.

„Nach wie vor ist der wichtigste Unterschied zwischen klassischem Unterricht und einem e-Learning-Tutorial die physische Anwesenheit eines Lehrers, dessen Fachwissen und pädagogischen Fähigkeiten erlauben, seinen Unterricht dem Lernfortschritt, den Bedürfnissen und Reaktionen seine Studenten anzupassen“, sagte Dr. Jim Ellis auf der Online Educa. Ellis promovierte an der Open University im Fach Pädagogik über „Design, Einsatz und Effektivität der Inhalte von e-Learning Tutorien“.

„Im Gegensatz zum klassischen Lernen werden die meisten e-Learning-Einheiten ohne Frontalunterricht durch eine Lehrkraft alleine studiert, so dass der gute Aufbau und die Architektur eines Moduls dafür Sorge tragen müssen, dass die Information nach dem „Null-Fehler-Ansatz-Prinzip“ bei allen Empfängern richtig ankommt.“ Ein guter e-Learning-Designer, der räumlich und zeitlich von dem Studierenden getrennt sei, müsse eine Reihe von Fertigkeiten anwenden, um seine Nachricht stichhaltig, klar, spannend und erfolgreich zu kommunizieren. Natürlich hätten das gute Lehrbuchautoren schon seit Jahren bedacht, gibt Ellis zu. Aber das e-Learning müsse eine Reihe zusätzlicher Dimensionen beachten, wie die Reichweite und möglichen Kombinationen von verschiedenen Medien und deren Interaktivitätsmöglichkeiten.

So werden beispielsweise die Methoden, wie man beim Studierenden Interesse am Lernstoff weckt, in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Manche e-Learning-Designer fügten so genannte „verführerische Details" wie lustige Animationen dem „trockenen“ Lernstoff bei, um die Seiten aufzupeppen. Andere Forscher halten dagegen, dass solche unwichtigen Elemente die Seiten lediglich optisch attraktiver erscheinen lassen und sogar vom eigentlichen Lernen ablenkten.

„Ob im Kassenzimmer Unterricht oder virtuell: Guten Unterricht zeichnet aus, wie klar der wesentliche Lernstoff präsentiert wird und wie effektiv der Lehrer oder das e-Learning den Prozess des Lernens und das Verstehen des Inhaltes unterstützen und die Studierenden motivieren“, führt Jim Ellis aus. Viel wichtiger seien daher thematische inhaltliche Einführungen, aktuelle Beispiele, Analogien, Case Studies, Evidenzen oder Problemanalysen.

In seinem Vortrag beschrieb Jim Ellis die Wichtigkeit des „katalytischen“ Inhalts für einen gelungenen e-Learning Lernprozess, der die Theorie mit einem realen Kontext und einer Übertragungsmöglichkeit für den Studenten ergänzt. Viele e-Learning-Lehrwerke seien zu inhalts- oder theoriebeladen, sagt der Forscher. Sie vernachlässigten dabei die Möglichkeit, wie Studierende das Erlernte in ihre reale Arbeitssituation übertragen und nutzbringend anwenden könnten. Ein guter e-Learning Designer sorgt für das Aha-Erlebnis, indem er den Kontext für die Theorie schafft und mit einer authentischen Situation beispielsweise aus dem Arbeitsbereich des Studierenden verknüpft. Je konkreter der Bezug auf die Lebenssituation sei, desto schneller werden die Lerninhalte im Gedächtnis gespeichert.

„Die große Herausforderung für den Wissenschaftler ist, die akademischen Inhalte didaktisch so zu präsentieren, dass sie den einzelnen Studierenden fesseln und anregen, die Ergebnisse in der eigenen berufliche Praxis umzusetzen, das Modulziel zu begreifen und es kritisch zu reflektieren“, meint Tristan Sage, Studienberater der Open University Business School. Die Tutoren schließen die Lernkette zwischen Wissenschaft und Praxis.

*Auf der Online Educa in Berlin hielten folgende OU-Akademiker Vorträge: Dr. Peter Scott, Director Knowledge Media Institute, Dr. Yisha Mor, Senior Lecturer Educational Theorie, Dr. Jim Ellis, und Dr. Marion-Bruhn-Suhr, Local Representative of The OU in Hamburg.
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