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News, 14.12.2017
ifo Konjunkturprognose
Wachstum der deutschen Wirtschaft beschleunigt sich 2018 weiter
Das Münchener ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für 2018 kräftig nach oben korrigiert. Demnach dürfte die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr so stark wachsen wie seit sieben Jahren nicht mehr.
Die Rekordjagd der deutschen Exporte setzt sich 2018 fort. Laut ifo werden die Ausfuhren sogar noch stärker zulegen als in diesem Jahr.
Die Rekordjagd der deutschen Exporte setzt sich 2018 fort. Laut ifo werden die Ausfuhren sogar noch stärker zulegen als in diesem Jahr.

Die deutsche Wirtschaft wird im Jahr 2018 noch stärker wachsen als in diesem Jahr. In seiner aktuellen Konjunkturprognose erwartet das ifo Institut in München, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr weiter um 2,6 Prozent zulegen wird. Damit hat das Wirtschaftsforschungsinstitut bisherige Wachstumsprognose um 0,6 Prozentpunkte nach oben korrigiert. Ein stärkeres Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung gab es zuletzt im Jahr 2011, als die deutsche Wirtschaft um preisbereinigt um 3,0 Prozent gewachsen war. „Die deutsche Wirtschaft brummt“, so ifo-Präsident Clemens Fuest. „Der Schwung vom Jahre 2017 verlängert sich bis weit ins Jahr 2018 hinein.“ 2019 schwächt sich das Wachstumstempo mit einem weiteren BIP-Zuwachs um 2,1 Prozent etwas ab. Vor kurzem hatte das ifo Institut bereits seine Wachstumsprognose für 2017 von Juni dieses Jahres von 1,8 auf 2,3 Prozent hochgeschraubt.

Exporte und Investitionen nehmen weiter Fahrt auf

Ein wesentlicher Wachstumsmotor werden im kommenden Jahr weiter anziehende Investitionen sein. Nach einem Wachstum um 3,8 Prozent im laufenden Jahr erwartet das ifo Institut im nächsten Jahr einen weiteren Zuwachs der Bruttoanlageinvestitionen um 3,9 Prozent. 2019 schwächt sich das Investitionsgeschehen laut aktueller ifo-Prognose dann mit einem weiteren Wachstum um 3,1 Prozent auf das Niveau von 2016 (ebenfalls 3,1 %) ab.

Deutliche Wachstumsimpulse dürften 2018 zudem von den Exporten ausgehen. Hier wird sich das Wachstum der Ausfuhren nach einem Zuwachs um 2,6 Prozent im letzten Jahr und 4,3 Prozent im laufenden Jahr laut aktueller ifo-Prognose 2018 noch einmal deutlich auf 5,6 Prozent beschleunigen. 2019 dürften die Exporte weiter anziehen, dann allerdings mit einer Wachstumsrate von 4,5 Prozent in etwas vermindertem Tempo.

Demgegenüber werden die Importe, nachdem sie in diesem Jahr mit einem Zuwachs um 4,9 Prozent deutlich stärker zulegen als die Exporte, im kommenden Jahr mit einem weiteren Zuwachs um 5,5 Prozent leicht hinter dem Wachstum der Ausfuhren zurückfallen. 2019 dürften die Einfuhren mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 5,0 Prozent dann wieder der stärkere Wachstumstreiber im deutschen Außenhandel sein.

Bei den privaten Konsumausgaben wird sich das Wachstum 2018 dagegen von 2,1 Prozent in diesem Jahr auf 1,7 Prozent verlangsamen und dann 2019 mit einem weiteren Zuwachs um 1,9 Prozent wieder etwas anziehen. Die Konsumausgaben des Staates dürften nach dem starken Wachstum im Vorjahr um 3,7 Prozent und einem deutlich abgeschwächten Wachstum in diesem Jahr um 1,1 Prozent im Jahr 2018 mit nur mehr einem Zuwachs um 0,9 Prozent weiter an Dynamik verlieren, im darauf folgenden Jahr jedoch wieder etwas stärker anziehen (2019: + 1,2 %).  

Leistungsbilanzüberschuss legt weiter zu, Arbeitslosigkeit nimmt weiter ab

Zugleich erwirtschaftet der Staat einen immer größeren Überschuss. Nach 25,7 Milliarden Euro im letzten Jahr und 42,1 Milliarden Euro in diesem Jahr wird sich der Überschuss im kommenden Jahr weiter auf 50,6 Milliarden Euro erhöhen. 2019 dürfte sich der Überschuss sogar auf 62,1 Milliarden Euro belaufen. „Wegen der noch ausstehenden Regierungsbildung sind diese Schätzungen mit Unsicherheit behaftet, eventuelle Änderungen bei Ausgaben oder Einnahmen würden den Überschuss entsprechend steigern oder senken“, so das ifo Institut.

Auch der viel kritisierte deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird weiter steigen. Hier geht ifo Institut nach einem Saldo von 252 Milliarden Euro im Jahr 2017 von einem Anstieg auf 265 Milliarden im kommenden Jahr und einem weiteren Zuwachs auf 278 Milliarden Euro im Jahr 2019 aus. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung bleibt dabei aber nahezu konstant: Laut ifo Konjunkturprognose dürfte er nach 7,7 Prozent im Jahr 2017 in den kommenden zwei Jahren jeweils bei 7,8 Prozent liegen.

Die Zahl der Erwerbstätigen setzt ihre Rekordjagd derweil fort. Sie legt von 44,3 Millionen in diesem Jahr auf mehr als 44,8 Millionen im Jahr 2018 zu. 2019 dürften dann in Deutschland sogar 45,2 Millionen Menschen einer Arbeitstätigkeit nachgehen. Parallel dazu sinkt die Zahl der Arbeitslosen von 2,5 Millionen in diesem Jahr auf 2,4 Millionen im Jahr 2018. Im Jahr 2019 werden sogar nur mehr etwa 2,2 Millionen Menschen in Deutschland ohne feste Arbeit sein. Korrespondierend hierzu sinkt die Arbeitslosenquote im selben Zeitraum von 5,7 Prozent (2017) über 5,3 Prozent (2018) auf 4,9 Prozent.

Die Inflation wird sich nach dem starken Schub von 0,5 Prozent im letzten Jahr auf 1,8 Prozent im Jahr 2017 im kommenden Jahr nur geringfügig auf 1,9 Prozent beschleunigen. 2019 dürften die Verbraucherpreise mit einer prognostizierten Jahresteuerungsrate von 2,2 Prozent deutlich an Fahrt gewinnen und damit die Inflationsrate die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Preisstabilitätsmarke von knapp unter zwei Prozent deutlich überschreiten.

cs/ifo; Bild: Robert Anders / flickr

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