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News, 30.10.2015
Wachsende Konjunktursorgen
Konsumklima trübt sich weiter ein
Sinkende Konjunkturerwartungen haben im Oktober die Verbraucherstimmung weiter nach unten gedrückt. Stabile Kaufkrafterwartungen stützen zwar die Stimmung, die Anschaffungsneigung aber sinkt, zeigt die Konsumklima-Studie der GfK.
Trotz des dritten Rückgangs in Folge notiert der Konsumklimaindikator noch immer deutlich über dem Vorjahresniveau (+ 1,2 Punkte gegenüber Oktober 2014)
Trotz des dritten Rückgangs in Folge notiert der Konsumklimaindikator noch immer deutlich über dem Vorjahresniveau (+ 1,2 Punkte gegenüber Oktober 2014)
Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich im Oktober weiter eingetrübt. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in ihrer Oktober-Umfrage ermittelt hat, schlagen weiter rückläufige Konjunkturerwartungen zunehmend auf die Kauflust der Verbraucher durch. Die Folge: Nach einem Rückgang im September (- 0,2 Zähler) gibt der sogenannte GfK-Konsumklimaindikator im Oktober weiter um 0,3auf 9,6 Punkte nach. Dem Abwärtstrend entziehen kann sich lediglich der Einkommensindikator, der im Oktober gegenüber September stabil bleibt. Für November prognostizieren die Ergebnisse der Studie einen weiteren Rückgang des Gesamtindikators auf 9,4 Zähler.

„Bei den deutschen Verbrauchern lässt die gute Stimmung der vergangenen Monate langsam nach. Die Konjunkturerwartung geht – wie bereits im Vormonat – deutlich zurück. Offenbar steht dieser Indikator besonders unter dem Eindruck der anhaltenden Flüchtlingskrise. Dagegen sinkt die Anschaffungsneigung nur leicht“, konstatierte die GfK. „Die weitere Entwicklung der Konsumstimmung wird vor allem auch davon abhängen, ob sich die Verunsicherung hinsichtlich der Arbeitsmarktentwicklung weiter verstärkt. Sollte dies der Fall sein und die Beschäftigten zunehmend Angst um ihren Job bekommen, wird dies der Konsumfreude einen deutlichen Dämpfer versetzen.“

Absturz der Konjunkturerwartungen

Die Sorgen der Verbraucher um die Konjunkturentwicklung nehmen weiter zu. Im Oktober gab der Indikator zu den Konjunkturerwartungen den fünften Monat in Folge nach. Mit einem Absturz von +6,4 auf -2,8 Punkte notiert der Konjunkturindikator nun erstmals wieder deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats (Oktober 2014: +4,3 Punkte). Das ist das erste Mal seit Mai 2013, dass der Indikator unter der Nulllinie und damit unter dem langjährigen Mittel liegt.

Der kontinuierliche Rückgang der Konjunkturaussichten geht einher mit der Befürchtung vieler Bundesbürger, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten verschlechtern wird. So geben im Oktober etwa 44 Prozent der Befragten an, dass sie davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten stark steigen bzw. steigen wird. Noch im Juli lag dieser Anteil nur bei 22 Prozent. Dagegen erwarten nur noch 10 Prozent eine sinkende Arbeitslosigkeit (Juli 2015: 25 Prozent).

Diese zuletzt stark gestiegene Sorge vor mehr Arbeitslosen hat GfK zum Anlass genommen, etwas genauer nach den Gründen zu fragen. Und hier ist der Befund aus Sicht der Befragten eindeutig. 70 Prozent derjenigen, die davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten ansteigen wird, sehen die wesentliche Ursache in der Flüchtlingskrise, also dem anhaltend starken und teilweise unkontrollierten Zustrom von Asylbewerbern.

Hinter diesen Zahlen spiegelt sich natürlich auch die große Präsenz des Themas in den Medien wieder. Dabei sind die Unterschiede zwischen West und Ost nicht sehr groß. Im Osten nennen 67 Prozent, im Westen 71 Prozent die Flüchtlingsthematik als Grund für pessimistischere Beschäftigungsaussichten. Dagegen spielen eine sich verschlechternde Wirtschaftslage und Saisoneffekte, wie die Witterung, die vor allem die Außenberufe in den Wintermonaten regelmäßig trifft, mit jeweils 15 Prozent eine eher untergeordnete Rolle.

Vom VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen scheint nach Einschätzung der deutschen Verbraucher aus heutiger Sicht dagegen kaum ein Risiko für den Arbeitsmarkt auszugehen. Nur 8 Prozent sehen dies als Grund für eine erwartete Eintrübung bei der Beschäftigung.

Einkommenserwartung stabilisiert sich


Trotz wachsendem Konjunkturpessimismus zeigt sich bei den Einkommenserwartungen nach zwei Rückgängen in Folge eine Stabilisierung. So verharrt der Indikator im Oktober mit 47,7 Punkten auf dem September-Niveau. Damit sind die Erwartungen zur Einkommens- und Kaufkraftentwicklung nach wie vor etwas optimistischer als im Vorjahresmonat (
(Oktober 2014: 46,9 Punkte).

„Bei der Einschätzung der eigenen finanziellen Lage stützen sich die Verbraucher offenbar vor allem die deutlichen realen Einkommenszuwächse. Die Inflationsrate tendiert gegen Null, was die Kaufkraft der Konsumenten stärkt. Dies erklärt das überaus hohe Niveau des Indikators“, so die GfK. „Hinzu kommen Meldungen, wonach die Rentenversicherung schätzt, dass die gesetzlichen Renten im kommenden Jahr aufgrund der momentanen sehr guten Lohn- und Gehaltsentwicklung um bis zu 5 Prozent steigen könnten.“

Talfahrt der Anschaffungsneigung setzt sich fort


Im Sog sinkender Konjunkturaussichten muss auch die Anschaffungsneigung im Oktober Einbußen hinnehmen. Mit einem Minus von 4,5 Zählern sind die Verluste vergleichsweise gering. Zudem bleibt das Niveau des Indikators mit 45,9 Punkten nach wie vor überaus hoch. Im Vergleich zum entsprechenden Wert des Vorjahres ist dagegen nur noch ein minimales Plus von 0,3 Punkten übrig geblieben.

cs/GfK
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