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News, 11.08.2011
WES-Studie
Wirtschaftsklima in der Eurozone trübt sich ein
Das Wirtschaftsklima im Euroraum verschlechtert sich: Laut ifo Institut bewerten Ökonomen die Konjunkturaussichten in der Eurozone so ungünstig wie seit Anfang 2009 nicht mehr.
Im Zuge der aktuellen Berg- und Talfahrt an den Börsen dürfte sich der Abwärtstrend, ist zu befürchten, noch verstärken.
Im Zuge der aktuellen Berg- und Talfahrt an den Börsen dürfte sich der Abwärtstrend, ist zu befürchten, noch verstärken.
Die EU-Schuldenkrise und die angespannte Finanz- und Wirtschaftslage in den USA schlagen mittlerweile auf das Wirtschaftsklima in Europa nieder. Nach Mitteilung des Münchener ifo Instituts ist der ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima in der Eurozone im dritten Quartal erstmals seit 1. Quartal 2009 wieder gesunken. Wie aus dem vom ifo-Institut in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris erhobenen World Economic Survey (WES) hervorgeht, fiel der Indikator, der die Urteile zur aktuellen Wirtschaftslage und den Konjunkturprognosen von Ökonomen aus internationalen Unternehmen und Institutionen widerspiegelt, im dritten Quartal um 8,3 Zähler auf 110,6 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit dem Schlussquartal 2010 (107,5 Punkte). Grund für die deutliche Eintrübung sind vor allem deutlich verschlechterte Prognosen für die kommenden sechs Monate.

Deutschland aktuell noch Zugpferd in Europa

Wie aus der aktuellen WES-Erhebung hervorgeht, wird die aktuelle Wirtschaftslage in den Eurozone-Ländern mit 156,6 Punkten zwar insgesamt noch immer äußerst positiv und besser bewertet als zu Jahresanfang (1. Quartal: 142,7 Punkte). Allerdings fällt das Urteil nicht mehr ganz so günstig aus wie im Quartal zuvor (3. Quartal: 159,4 Punkte). Neben dem Sorgenkind Griechenland, dessen wirtschaftliche Lage weiter von den WES-Experten am schlechtesten bewertet wird, bereiten insbesondere Irland, Spanien und Portugal den WES-Experten Sorgen. Laut ifo Institut hat sich die wirtschaftliche Lage dieser Länder noch einmal verschlechtert und gilt derzeit als äußerst schwach. Deutlich verschlechtert hat sich die Lage auch in Zypern, wo die Lage, wie ifo-Präsident Hans-Werner Sinn erklärte, mittlerweile ähnlich wie in Italien „ungünstig“ bewertet wird. Anders in Deutschland, dessen wirtschaftliche Lage weiterhin als ausgezeichnet eingestuft wird. In Österreich, in Finnland und in Estland gilt die Wirtschaftslage nach wie vor als „gut“, in Belgien immerhin als „günstig“.

Konjunktur im Euroraum im Rückwärtsgang


Während sich der Indikator zur aktuellen Wirtschaftslage nur leicht verschlechtert hat, zeigen die Erwartungen der WES-Experten zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung klar nach unten, demnach die Befragten in der Eurozone eine deutliche Abkühlung der Konjunktur erwarten. So fiel der Teilindikator zu den Erwartungen um  11,5 auf 83,6 Punkte zurück (3. Quartal: 95,1 Punkte). Das ist der tiefste Wert seit dem ersten Quartal 2009 (54,4 Punkte). „In vielen Ländern wird mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation gerechnet“, konstatierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. In Spanien, Irland und Frankreich zeigten die Erwartungen dagegen allerdings vermehrt nach oben. Weiter im Aufwind steuern indes die osteuropäischen Eurozone-Länder Estland, Slowenien und Slowakei. Hier blieben die Perspektiven Sinn zufolge „unverändert zuversichtlich“.

Was die Preisentwicklung angeht, haben sich die Erwartungen der WES-Experten ebenfalls dem ifo-Institut zufolge eingetrübt. Dem Bericht nach gehen die Experten nun von einer höheren Inflation aus und erwarten im Jahresdurchschnitt eine Teuerungsrate von 2,6 Prozent. Der Anteil derer, die in den kommenden sechs Monaten von steigenden Zinsen ausgehen, hat sich dagegen im Vergleich zum Vorquartal verringert. Obschon der Euro gegenüber dem US-Dollar derzeit unter den Experten als überbewertet gilt, erwartet die Mehrheit Sinn zufolge dennoch, dass die US-amerikanische Währung im Laufe der nächsten sechs Monate gegenüber dem Euro weiter an Wert verlieren wird. Tritt dies ein, dann dürften dies auch deutsche Exporteure spüren.

Die Befragung zum ifo World Economic Survey für das dritte Quartal wurde im Juli, also vor dem Beginn des Sturzflugs der internationalen Aktienmärkte durchgeführt. Basis der Ergebnisse sind die Meldungen von 274 volkswirtschaftlichen Experten aus multinationalen Unternehmen und international agierenden Institutionen.
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