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Pressemitteilung

Vollzeit-Vater mit Beruf

Im Interview Holger Vogel, Veranstalter der women&work
(PM) Deutschland, 12.11.2014 - Holger Vogel ist geschäftsführender Gesellschafter der AoN - AGENTUR ohne NAMEN, die als Initiatorin der women&work, Deutschlands größtem Messe-Kongress für Frauen, 2012 mit dem Innovationspreis "Land der Ideen" ausgezeichnet wurde. Der gelernte Industriekaufmann und studierte Betriebswirt ist ein „Vollzeit-Vater mit Beruf“. Im Interview nimmt er Stellung zum Thema Gleichberechtigung und Gleichstellung von Männern und Frauen und sagt: „Der Mann als Alleinverdiener ist in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein gefährliches Modell. Wenn Männer und Frauen beide erwerbstätig sind, verteilt sich der Druck der Familiensicherung auf zwei Schultern – das kommt Männern und Frauen zugute.“

Frage: Sie veranstalten seit vier Jahren gemeinsam mit Ihrer Frau, Melanie Vogel, die women&work. Was war Ihre Intention als Mann, einen reinen Frauenevent mit zu organisieren?

Holger Vogel: Ich bin ein Vollzeit-Vater mit Beruf und habe von Beginn an das gesamte Familienmanagement mit meiner Frau geteilt. Ich genieße das und habe es mir von Anfang an so gewünscht. Allerdings kenne ich viele Eltern-Paare, bei denen das anders läuft. Ich kenne Frauen mit Kindern, die vom Headhunter abgewiesen werden mit der Begründung „Mit Kindern kann ich sie nicht vermitteln“, ich erlebe Frauen, die an der Doppelbelastung von Beruf und Familienmanagement chronisch unter Stress und Überforderung leiden und Männer, die sich wünschten, mehr Zeit für die Familie haben zu können, aber beruflich im Hamsterrad gefangen sind. Ich erlebe jeden Tag, wie positiv es für die ganze Familie ist, dass meine Frau und ich uns sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich als gleichwertige Partner auf Augenhöhe treffen. Mit der women&work wollen wir vielen anderen Frauen ebenfalls die Möglichkeit geben, diese Form der Unabhängigkeit aber auch die Form der Gleichberechtigung auf Augenhöhe zu erreichen.

Frage: Hat Sie diese Unterstellung nicht auch geärgert?

Holger Vogel: Die Einstellung, die offensichtlich hinter dieser Unterstellung steht, deutet auf ein völlig veraltetes Rollendenken, das absolut nicht mehr zeitgemäß ist. Mich ärgert das Rollenbild, die Unterstellung selbst ist ja nur eine Folge. Wir haben mit Beginn des Internetzeitalters ganz andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit entwickelt, die auch die klassischen Formen von Arbeitsorganisation revolutionieren könnten, wenn wir es zuließen. Durch die gewonnene Flexibilität könnte der Familienalltag vieler Familien individueller gestaltet und erleichtert werden. Vielleicht ist unsere Familie hier noch Vorreiter, aber wenn man Aussagen der Generation Y zu Familienplanung liest und hört, wird sehr schnell deutlich, dass die Unternehmen zukünftig gezwungen sein werden, sich dieser durch die Technologie errungenen Flexibilität anpassen zu müssen, so dass die familiäre und berufliche Lebensplanung stärker miteinander verschmelzen können.

Frage: Wie nehmen Sie andere Väter in ihrem Umfeld wahr?

Holger Vogel: Was mir auffällt ist, dass viele Väter immer williger sind, auf Karriereoptionen verzichten, um mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können. Und das finde ich richtig. So wie es für Frauen möglich sein muss, frei zu entscheiden, beruflich erfolgreich zu sein und dennoch eine Familie zu haben, so sollte es in gleichem Maße auch für Männer möglich sein, neben ihrem Job ausreichend Zeit für die Familie zu haben und dort auch Aufgaben des Familienmanagements mit zu übernehmen. Wir als Eltern sind Vorbilder für unsere Kinder. Wenn wir nach wie vor alte Rollenbilder vorleben, brauchen wir uns nicht wundern, wenn unsere Kinder später wieder in diesen alten Rollenbilder zurückfallen. Wir haben jetzt die Chance, neue Rollen zu formen und zu definieren und wir sollten sie nutzen.

Frage: Welche Tipps können Sie jungen Männern geben, die ihre Familienplanung noch vor sich haben?

Holger Vogel: Zuerst einmal: Machen Sie sich klar, was Sie wollen und reden Sie offen mit Ihrer Partnerin, wie Sie sich die gemeinsame Lebensplanung mit Kind vorstellen. Je offener Sie über Ihre Wünsche und Erwartungen sprechen, umso entspannter wird das Zusammenleben langfristig. Treffen Sie eine intelligente Arbeitgeberwahl und suchen sich ein Arbeitsumfeld, in dem Sie die Freiheit haben, Beruf und Familie flexibel vereinbaren zu können. Achten Sie auf die Qualität des Diversity-Managements bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber, denn dies ist auch ein Gradmesser für den Respekt, den man Ihnen als Individuum entgegen bringt. Haben Sie den Mut, Ihre Familienmangement-Vorstellungen auch beim Arbeitgeber klar zu positionieren.

Das Interview finden Interessierte auch unter www.womenandwork.de . Holger Vogel steht für Interviewfragen zur Verfügung unter 0163-8452211.
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Auf der women&work treffen karriereorientierte Frauen das Who-is-Who der deutschen Unternehmen. Vorterminierte Vier-Augen-Gespräche, spannende Kontakte am Messestand und ein umfangreiches Kongress-Programm helfen den Besucherinnen beim persönlichen Networking und bei der erfolgreichen Karriereplanung.
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