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News, 10.02.2011
VoIP-Boom
Internettelefonie in Deutschland weiter auf dem Vormarsch
Immer mehr Deutsche wechseln vom klassischen Telefonanschluss zur VoIP-basierten Internettelefonie: Nach einer aktuellen EITO-Zahlen wird im diesem Jahr rund siebte Bundesbürger seine Telefongespräche übers Web führen.
Dank immer schnellerer DSL-Anschlüsse und kostengünstiger Komplettangebote wird die Internettelefonie für Verbraucher immer attraktiver..
Dank immer schnellerer DSL-Anschlüsse und kostengünstiger Komplettangebote wird die Internettelefonie für Verbraucher immer attraktiver..

Das Telefonieren via Internet, im Fachjargon als Voice over IP (kurz: VoIP) bezeichnet, erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) auf Basis aktueller Daten des European Information Technology Observatory (EITO) berichtet, werden 2011 rund 11,2 Millionen Deutsche über das Internet telefonieren. Damit würde sich die Anteil der Deutschen, die über Internettelefonie kommunizieren, im Vergleich zum Jahr 2010 um 13,5 Prozent erhöhen. Die tatsächliche Zahl der VoIP-Nutzer dürfte allerdings noch deutlich höher liegen, da softwarebasierte VoIP-Angebote wie beispielsweise Skype in der Erhebung nicht erfasst wurden und daher zu den EITO-Zahlen noch hinzugerechnet werden müssten. „Die Telefonie über das Internet boomt“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

Anlässlich der aktuellen Zahlen hat der BITKOM in einer Übersicht zusammengefasst, was es bei der Internettelefonie und bei der Auswahl von VoIP-Anbieter zu beachten gilt.

1. Technische Voraussetzungen

Für VoIP ist ein schneller Internetzugang per DSL oder Kabel notwendig. Langsame Internetverbindungen unter einem Mbit/s werden nicht von allen Anbietern unterstützt, zudem leidet die Sprachqualität. Ein günstiger Internetzugang zum monatlichen Pauschalpreis (Flatrate) ist ratsam. Wer am PC telefoniert, sollte möglichst über einen Kopfhörer mit Mikrofon (Headset) verfügen.

2. Das alte Telefon weiter nutzen

Wer beim Umstieg auf Internettelefonie keine neuen Geräte anschaffen will, benötigt einen VoIP-Adapter. Herkömmliche Festnetz- und Schnurlos-Telefone sowie Telefonanlagen können so weiter genutzt werden. Im einfachsten Fall ist der VoIP-Adapter in das Internetmodem integriert. Solche Zugangsboxen bieten viele Telefon- und Internet-Anbieter beim Abschluss eines Laufzeitvertrags an.

3. VoIP-Anbieter wählen und Tarife vergleichen

Zusätzlich brauchen Kunden einen Anbieter für VoIP-Gespräche. Der VoIP-Anbieter kann, er muss aber nicht identisch sein mit dem Internetprovider. Die nötigen Verträge können bei zahlreichen Anbietern abgeschlossen werden. Dabei gibt es die Auswahl zwischen Pauschaltarifen für Gespräche ins Festnetz und Tarifen, die nach Minuten abgerechnet werden. Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom eigenen Verhalten beim Telefonieren ab. Beim Vergleich sollte man darauf achten, was Anrufe zu Handys und ins Ausland kosten. Es lohnt sich zudem zu prüfen, ob der bisher genutzte Festnetzanbieter oder alternativ Call-by-Call-Dienste nicht ähnlich niedrige Tarife anbieten.

4. Unterschiedliche Vorwahlen bedenken

Bei Abschluss eines VoIP-Vertrages kann der Kunde seine Telefonnummer in der Regel zum neuen Anbieter mitnehmen oder er bekommt eine neue Rufnummer. Diese hat je nach Anbieter die gewohnte Ortsvorwahl, die vom Wohnsitz abhängig ist, oder eine spezielle 032-Vorwahl. Dabei ist zu beachten, dass die Kosten für Anrufe zu solchen Nummern variieren können. Oft sind Anrufe zu 032-Anschlüssen nicht in den Flatrates für Festnetzgespräche enthalten, weil diese nur für normale Ortsvorwahlen gelten. Ein Vorteil der 032-Nummer ist, dass sie nicht ortsgebunden ist. Wer umzieht, kann sie quer durch Deutschland mitnehmen.

5. Kostenlos telefonieren per Instant Messenger

Völlig kostenfrei kann im Internet über Sofortnachrichten-Dienste (z.B. Skype, ICQ, Windows Live Messenger, Mac Messenger) telefoniert werden. Für solche Gratistelefonate müssen beide Gesprächspartner vor dem PC sitzen und beim gleichen Dienst angemeldet sein. Dann ist mit einer Webcam sogar Videotelefonie mit mehreren Gesprächsteilnehmern möglich. Anrufe zu normalen Telefon- oder VoIP-Anschlüssen sind damit aber gar nicht oder nur gegen zusätzliche Gebühren möglich.

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