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News, 29.01.2016
Entsorgung von Verpackungsabfällen
Verstaatlichung der gelben Tonne käme Endverbraucher teuer
Heute berät der Bundesrat, ob künftig die Kommunen oder weiterhin private Entsorger für die Wertstoffsammlung und -verwertung verantwortlich sein sollen. Eine kommunale Monopollösung käme Verbraucher allerdings teuer zu stehen. Von daher sollten sich aus Sicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln auch weiterhin private Anbieter um die „gelbe Tonne“ kümmern.
Eine Verstaatlichung der gelben Tonne würde Familien jährlich fast das Doppelte kosten (Bild: PantherMedia / Farina6000)
Eine Verstaatlichung der gelben Tonne würde Familien jährlich fast das Doppelte kosten (Bild: PantherMedia / Farina6000)
Im Jahr 2003 wurde die Entsorgung und Verwertung von Verpackungsabfällen für den Wettbewerb geöffnet. Heute gibt es zehn Systembetreiber auf dem Markt – und die positiven finanziellen Folgen sind nach einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln beachtlich. So sind die Kosten im dualen System, das für die Sammlung, Sortierung und Verwertung der Wertstoffe aus der gelben Tonne verantwortlich ist, im Zuge der Öffnung des Marktes von zwei Milliarden Euro auf knapp eine Milliarde Euro gesunken. Von daher sei dem IW Köln nach auch nicht nachvollziehbar, wie die angestrebte Rückkehr zur Monopollösung ohne Wettbewerb den Verbrauchern einen Vorteil bringen könnte: „Eine zentrale, wahrscheinlich schwerfällige Behörde müsste aufgebaut werden, die mit aktuell 50.000 Lizenznehmern des Grünen Punkts Verträge abschließen müsste“, so das Institut.

Da der Handel und die Industrie im existierenden Modell über Lizenzentgelte für jede Verpackung die Entsorgungskosten tragen, zahlen Privatverbraucher derzeit, zumindest auf den ersten Blick, für die Verpackungsentsorgung keine Gebühren. Übernähmen die Länder und Kommunen das lukrative Geschäft mit der Entsorgung künftig jedoch wieder selbst und erhöhten die Lizenzentgelte, sei dem IW Köln nach davon auszugehen, dass sich Industrie und Handel die Mehrkosten zumindest teilweise über den Produktpreis vom privaten Endverbraucher zurückholen. „Schon heute berappt eine Familie mit zwei Kindern auf diese Weise etwa 50 Euro pro Jahr für die gelbe Tonne. Sollte das Wertstoffgesetz in seinem bisherigen Entwurf – aber weiterhin mit privaten Anbietern – umgesetzt werden, dann werden die jährlichen Zusatzkosten auf unter 2 Euro pro Einwohner geschätzt. Eine vierköpfige Familie würde dann maximal 58 Euro zahlen“, so das Wirtschaftsforschungsinstitut. Eine Verstaatlichung der Organisation der Wertstofftonne würde die Familie mit etwa 100 Euro im Jahr deutlich teurer zu stehen kommen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) spricht sich deshalb klar gegen eine Rückkehr zur staatlichen Monopollösung aus. Das momentane System ist zwar nicht perfekt, hat sich aber in vielen Punkten bewährt. Es sollte einfach weiter verbessert werden: Der Vorschlag, die gelbe Tonne in eine verbraucherfreundlichere Wertstofftonne umzuwandeln, um mehr Wertstoffe zu sammeln und zu recyceln, geht in die richtige Richtung. Nur durch eine marktwirtschaftliche Organisation und Produktverantwortung der Unternehmen mit Blick auf die Wiederverwertung kann eine Wertstofferfassung im Sinne einer Kreislaufwirtschaft sowohl kosteneffizient als auch umweltfreundlich gestaltet werden.

cs/IW Köln
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