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News, 09.05.2014
Vermögenswirksame Leistungen
Arbeitnehmer verschenken Geld
Rund jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland lässt sich vermögenswirksame Leistungen entgehen und verzichtet damit auf die Möglichkeit zum staatlich geförderten Vermögensaufbau, zeigt eine aktuelle Studie.
Meist genutzte Anlageform für vermögenswirksame Leistungen ist mit großem Abstand der Bausparvertrag.
Meist genutzte Anlageform für vermögenswirksame Leistungen ist mit großem Abstand der Bausparvertrag.
Trotz des Anspruches auf vermögenswirksame Leistungen, lassen viele Angestellte diese Möglichkeit zum Vermögensaufbau ungenutzt und schenken damit bares Geld her. So kennt zwar eine große Mehrheit von 83,9 Prozent der Arbeitnehmer die Vorteile dieser Sparform, jedoch nimmt nur gut die Hälfte diesen Sparzuschuss in Anspruch (58,7 %). Rund jeder Dritte (31,8 %) lässt die Chance zum Bezug vermögenswirksamer Leistungen dagegen ungenutzt. Das ergab jetzt eine im Auftrag der Postbank von Emnid durchgeführte Umfrage unter 1.045 Berufstätigen in Deutschland. Immerhin: Wie die Erhebung gab, wollen 8,1 Prozent der Arbeitnehmer ihr Recht auf vermögenswirksame Leistungen zumindest in Zukunft in Anspruch nehmen.

Vor allem unter jungen Arbeitnehmern zeigt die Studie, was das Thema angeht, großen Informationsbedarf. So gab von den 16- bis 29-Jährigen rund jeder Sechste (16,3 %) an, die Vorteile dieser Sparform nicht zu kennen. Weitere 15,3 Prozent der Angestellten dieser Altersgruppe hatten bis zum Zeitpunkt der Erhebung sogar nie von vermögenswirksamen Leistungen gehört. "Auch Berufstätige zwischen 30 und 39 Jahren sowie über 60 Jahren sind unzureichend informiert. Befragte in diesen Altersklassen nutzen die Leistungen deutlich seltener als die besser Informierten und verzichten damit auf bis zu 560 Euro zusätzlich im Jahr", konstatierte Helma Eckhardt von der Postbank. "Daher ist es wichtig, über das sogenannte Vermögensbildungsgesetz, das übrigens bereits seit Anfang der 60er-Jahre besteht, aufzuklären."

Vermögenswirksame Leistungen – so funktioniert‘s


Um in den Genuss vermögenswirksamer Leistungen zu kommen, müssen Arbeitnehmer ein förderfähiges VL-Finanzprodukt abschließen und dies ihrem Arbeitgeber mitteilten. „Dieser zahlt dann bis zu 480 Euro im Jahr, das entspricht 40 Euro im Monat, auf dieses Konto ein“, so die Postbank. Der Anspruch auf diese Leistung ist in der Betriebsvereinbarung, im Arbeits- oder Tarifvertrag festgeschrieben. Sie steht in der Regel allen Festangestellten, Beamten, Soldaten und Auszubildenden zu.

Die Höhe des Arbeitgeber-Zuschusses hängt von der Branche ab. So erhielten der Postbank zufolge beispielsweise Bankangestellte den vollen Betrag, Beamte dagegen nur 6,65 Euro. Zahlt der Arbeitgeber nur einen Teil oder gar nicht, kann der Arbeitnehmer die Zahlung aufstocken oder ganz übernehmen. "Es lohnt sich für Arbeitnehmer, die VL komplett selbst zu zahlen, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen unter 20.000 Euro im Jahr, bei Ehepaaren unter 40.000 Euro, liegt. Dann schießt der Staat die Arbeitnehmersparzulage hinzu", so Eckhardt. "Diese beträgt immerhin bis zu 80 Euro im Jahr."

Um die vermögenswirksamen Leistungen und gegebenenfalls das  Extra vom Staat zu erhalten, muss allerdings das Geld in eine VL-fähige Anlageform fließen. Beliebteste VL-Anlage ist der Bausparvertrag mit 60,4 Prozent, gefolgt von der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) mit 49,8 Prozent, dem Aktienfondssparplan mit 18,7 Prozent und dem Banksparplan mit 17,7 Prozent. Bei 15,9 Prozent der Arbeitnehmer fließen die VL-Beträge in die Tilgung eines Bankkredits (sonstige VL-Anlageformen: 17,0 %).
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