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Verdacht auf Dyskalkulie - Lehrer und Eltern müssen schnell handeln!

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie rät Lehrern und Eltern, bei Kindern mit massiven Schwierigkeiten beim Rechnen nicht abzuwarten, sondern qualifiziert fördern zu lassen, um dem Kind die Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen.
(PM) Bonn, 28.04.2011 - In Deutschland sind ca. 5-6% aller Kinder von einer Dyskalkulie (Rechenstörung) betroffen. Sie haben keine Vorstellung, was sich hinter einer Menge oder einer Zahl verbirgt. In der 1. Klasse schaffen sie es, noch „abzählend“ zu rechnen. Wird der Zahlenraum der Zehner verlassen, dann scheitern sie oftmals im Mathematikunterricht. Da sie sich auch mündlich nicht angemessen beteiligen können, sind sie vom Unterricht ausgegrenzt.

Kinder mit einer Dyskalkulie haben es in der Schule besonders schwer, weil sie dem Unterricht trotz guter allgemeiner Begabung nicht folgen können und so schnell die Freude am Mathematikunterricht verlieren. Je größer der Zahlenraum und je komplexer die Aufgaben werden, umso fataler wird die Situation für die Betroffenen. Und zwar nicht nur für die Schüler, sondern auch für Lehrer und Eltern, die nicht wissen, wie sie dem Kind den Zugang zu Zahlen und Mengen vermitteln sollen. Bis heute sind Lehrerinnen und Lehrer noch nicht ausreichend qualifiziert, um den betroffenen Kindern nachhaltig zu helfen. „Vor allem ist bei Schülerinnen und Schülern eine Einzelförderung notwendig, die in der Schule meist nicht geleistet werden kann. Eltern wenden sich dann hilfesuchend an den BVL. Aber wir können aktuell auch nur auf qualifizierte externe Dyskalkulietherapeuten verweisen, weil die Schulen mit der Situation überfordert sind“, sagt Inge Palme, Referentin für Beratung und Fortbildung vom BVL.

„Wir raten den Eltern, ihr Kind bei den ersten Auffälligkeiten auf eine Dyskalkulie testen zu lassen und nach der Diagnose sofort mit einer Dyskalkulietherapie zu beginnen“, so Palme weiter. „Mit einer anforderungsgerechten Dyskalkulietherapie gelingt es meist recht gut, dem Kind ein Zahlen- und Mengenverständnis zu vermitteln und die Teilnahme am Unterricht wieder herzustellen. Wird mit der Therapie nicht frühzeitig begonnen, dann hat das Kind meist schon den Mut verloren und es wird immer schwerer, den Anschluss in der Klasse zu finden. Eltern können sich beim BVL oder den Landesverbänden beraten lassen, wo sie qualifizierte Hilfe finden.“

Weitere Informationen zum Thema und zum Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. sind im Internet unter www.bvl-legasthenie.de abrufbar.

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