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News, 14.08.2012
Verbraucherpreise Juli
Inflation verharrt auf niedrigem Niveau
Die Verbraucherpreise in Deutschland bleiben weiterhin stabil. So lag die Jahresteuerungsrate von Waren und Dienstleistungen im Juli den dritten Monat in Folge deutlich unter dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) definierten Schwellenwert von 2,0 Prozent. Gegenüber Juni zogen allerdings die Preise insgesamt leicht an.
Neben Energie verteuerten sich vor allem Lebensmittel, während langlebige Gebrauchsgüter (bspw. Unterhaltungselektronik)  teils erheblich günstiger waren als im Vorjahr.
Neben Energie verteuerten sich vor allem Lebensmittel, während langlebige Gebrauchsgüter (bspw. Unterhaltungselektronik) teils erheblich günstiger waren als im Vorjahr.

Die Inflation in Deutschland verharrt auf niedrigem Niveau. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesenbaden bekannt gab, mussten Verbraucher im Juli für Waren und Dienstleistungen lediglich 1,7 Prozent mehr zahlen als im Jahr zuvor. Damit lag die Jahresteuerungsrate in Deutschland nach Juni den zweiten Monat in Folge so niedrig wie seit Dezember 2010 nicht mehr. Zugleich war es nach Mai (+1,9%) der dritte Monat in Folge, in dem die Teuerungsrate unter der von EZB definierten Grenzmarke von 2,0 Prozent lag, bis zu der die europäischen Währungshüter von stabilen Preisen sprechen. Gegenüber Juni verteuerten sich Produkte und Dienstleistungen auf Verbraucherebene im Juli um 0,4 Prozent, womit sich die Vorabprognose des Statistikamts bestätigte. Im Juni und Mai hatten die Verbraucherpreise noch auf Monatssicht im Schnitt leicht nachgegeben (-0,1 bzw. -0,2%).

Mehr bezahlen mussten deutsche Konsumenten insbesondere für Verbrauchsgüter, die sich auf Jahressicht im Schnitt um 3,2 Prozent verteuerten. Vor allem Energie war deutlich teurer als im Vorjahresmonat. Hier erhöhten sich die Preise gegenüber Juli letzten Jahres um durchschnittlich 4,4 Prozent. Haushaltenergie verteuerte sich im Schnitt auf Jahressicht um 5,3 Prozent (Strom: +2,3%; Gas: +6,0%; leichtes Heizöl: +5,8%). Die Kraftstoffpreise stiegen binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Auch Nahrungsmittel kosteten erheblich mehr. Sie verteuerten sich auf Jahressicht um durchschnittlich 3,0 Prozent. Ohne Preiserhöhungen in diesen beiden Gütergruppen, die dem Statistikamt zufolge zusammen fast 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte ausmachen, hätte die Jahresteuerungsrate im Juli lediglich 1,1 Prozent betragen.

Preissturz bei Computern und TV-Geräten

Eine vergleichsweise moderate Preisentwicklung verzeichneten Verbraucher dagegen bei Gebrauchsgütern mit mittlere Lebensdauer. Sie kosteten im Juli durchschnittlich nur 1,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Bereich Bekleidung zogen die Preise etwas stärker an (+2,2%).  Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter dagegen blieben im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Hier lag das Preisniveau im Durchschnitt lediglich 0,3 Prozent über dem des Vorjahresmonats. In einigen Bereichen gab das Preisniveau sogar erheblich nach, allen voran bei Desktop-PCs, die sich im Schnitt gegenüber Juli letzten Jahres um 20,1 Prozent verbilligten. Für DVD-Player und Fernsehgeräte mussten Verbraucher ebenfalls deutlich weniger bezahlen als vor einem Jahr (-11,8 bzw. -10,3%).

Die Preise für Dienstleistungen erhöhten sich im Schnitt auf Jahressicht um 0,9 Prozent. Für die Jahresteuerung entscheidend waren hier vor allem die Netto-Mieten, die sich gegenüber Juli letzten Jahres im Schnitt um 1,1 Prozent erhöhten. Besonders stark nach oben gingen allerdings die Preise für Flugtickets und Pauschalreisen, für die Verbraucher im Juli durchschnittlich 6,2 bzw. 5,8 Prozent mehr zahlen mussten als im Vorjahr, während sich Preise für die Nachrichtenübermittlung um 1,2 Prozent und die für Finanzdienstleistungen um 17,2 Prozent auf Jahressicht verringerten (letzteres vor allem bedingt durch den Wegfall von Bearbeitungsgebühren für Privatkredite).

Laut Reuters erwartet die deutsche Bundesbank, dass sich die Lage an der Preisfront weiter entspannen wird. Wie die Nachrichtenagentur berichtet, rechnen die deutschen Bundesbanker 2012 mit einem Rückgang der durchschnittlichen Inflationsrate auf 2,1 Prozent. Im Vorjahr hatte die Teuerungsrate im Jahresschnitt noch 2,3 Prozent betragen. 2013 geht Bundesbank laut Reuters von einer weiteren Abschwächung der Inflation in Deutschland auf nurmehr 1,6 Prozent aus.

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