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Pressemitteilung

VW, BMW, Mercedes – Giganten wollen sparen

Die Autobauer werden verstärkt ihre Autos dort bauen, wo riesige Absatzmärkte vorhanden sind. China, Russland, Indien und Schwellenländer wie Brasilien, sind die bevorzugten Standorte
(PM) Lehrte, 28.07.2014 - Die Vorstände von VW und Mercedes lassen de Katze aus dem Sack, sie wollen zwischen 4,5 und fünf Milliarden Euro pro Jahr sparen. Ihre Premium-Fahrzeuge und Nobelkarossen laufen wie warme Semmeln. Die Ankündigung der Vorstände, andere Marken dürften folgen, ist die erste Duftnote. Die Beschäftigten schnuppern daran und warten mit gemischten Gefühlen darauf was auf sie zukommt. Drei von vier in Deutschland gebauten Autos gehen in den Export. Eins ist sicher, die Standorte Wolfsburg, Ingolstadt und Sindelfingen mit ihren Trabanten werden schrumpfen - zu Lasten der Beschäftigten.

Die Autobauer werden verstärkt die Autos dort bauen, wo riesige Absatzmärkte vorhanden sind. China, Russland, Indien und Schwellenländer wie Brasilien, sind die bevorzugten Standorte. Die dortigen Reichen, Oligarchen, Kriegsgewinnler, Spekulanten und aufstrebende erfolgreiche Unternehmer sind die neuen Abnehmer, ein riesiger Markt. Solche Zuwächse kann man von Kunden in den westlichen Industriestaaten kaum noch erwarten.

Die Beschäftigten in Deutschland können sich auf längere Arbeitszeiten - bei gleichem oder niedrigerem Lohn - einstellen. Der Preisdruck auf Zulieferer wird steigen, was die Löhne deren Beschäftigten belastet. In den letzten Jahrzehnten hat die Autoindustrie gekauft was Rang und Namen hatte. Der Clou von Mercedes ist die Übernahme des Stromers Tesla. Mercedes hat durch die enge Kooperation mit Tesla zwei Jahre Entwicklungszeit für Batterien, Elektromotoren und Leistungselektronik gespart: Deshalb ist Mercedes mit 4,1 Prozent und Toyota mit 2,5 Prozent an dem kleinen kalifornischem Unternehmen beteiligt.

Wer wird das Rennen machen, Elektromotoren oder Wasserstoffantriebe? Die Autoindustrie investiert dort wo ihre zahlungskräftigen Kunden sitzen. Es wird spannend im Hinblick darauf, was man den Belegschaften zutrauen wird. Es war schon immer der Wunsch deutscher Unternehmen viele gut ausgebildete Mitarbeiter zu niedrigen Kosten zu beschäftigen, um bessere Exportchancen zu haben. Darum ist Deutschland das Niedriglohnland Nummer Eins in Europa, in dem Frauen für die gleiche Arbeit, die ihre männlichen Kollegen leisten 23 Prozent weniger verdienen.

9,35 Millionen Rentner erhalten eine monatliche Rente von unter 500 Euro, 1.5 Millionen arme Kinder und 7,6 Millionen Rentner wissen nicht wie sie über die Runden kommen sollen. Seehofer hat Hoteliers eine Milliarde Euro pro Jahr geschenkt und Gabriel 5,1 Milliarden Euro an Stromrabatten verteilt. Die Lohnnebenkosten sind seit 2009 von 28 Prozent 2013 auf 21,2 Prozent und die Sozialbeiträge und Renten-Zuzahlungen um rund 3 Prozent gesunken. Was will man ihnen noch zumuten?

„2012 lagen die deutschen Ausfuhren nach China bei 66,6 Milliarden Euro. Die Exporte nach China umfassen Kraftwagen und Kraftwagenteile 19,3 Milliarden Euro (29 Prozent der Exporte, Maschinen im Wert von 16.9 Milliarden Euro (25,3 %), Datenverarbeitungsgeräte für 5,9 Mrd. Euro (8,8 %), elektronische Ausrüstungen 5,8 Milliarden Euro (8,7 %) sowie chemische Erzeugnisse im Wert von 4,1 Milliarden Euro (6,2 %). Diese 5 Warengruppen stellen 78,0 % der Gesamtexporte nach China“.

„Der Schwerpunk der Importe aus China lag bei Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse im Wert von 27,5 Milliarden Euro (35,6 % der Importe), Bekleidung im Wert von 8,0 Milliarden Euro (10,4 %) und elektrische Ausrüstungen für 7,8 Milliarden Euro (10,1 %). Einen großen Anteil an den Einfuhren hatten außerdem Maschinen im Wert von 5,9 Milliarden Euro (7,7 %) sowie Metallerzeugnisse im Wert von 3,3 Milliarden Euro (4,3 %). Der Anteil dieser fünf Produktgruppen an den gesamten deutschen Einfuhren aus China lag bei 68,0 % (destatis)“.

Sieht man die Entwicklung bei den großen deutschen Automobilherstellern wird man an die Probleme der Industrialisierung, Massenproduktion, an den Preisverfall und den Abbau von Arbeitsplätzen erinnert. In der Textilindustrie wurden arbeitsintensive Produktionsschritte zunehmend ins Ausland verlagert. Während zu Beginn der 60-er Jahre in Westdeutschland noch 1,27 Millionen Menschen - vorwiegend Frauen – In der Textil- und Bekleidungsindustrie beschäftigt waren, liegt die Zahl heute unter 100 Tausend.

In der Schuhindustrie gingen seit 1975 fast alle Arbeitsplätze verloren. In vielen Branchen wurde der Personalstand in der Produktion erhalten und Produktionen durch Investitionen im Ausland aufgebaut. Gewisse Parallelen sind bei VW, BWM, Mercedes zu erkennen, ein Abbau von Arbeitsplätzen bei Opel, Citroen, Renault wurde längst vollzogen. Investitionen der Autobauer in China schließen nicht aus, dass Betriebe in China gewissen politischen Schwankungen unterworfen sind. Das können normale Beteiligungen, feindliche Übernahmen, Schließungen bis zur Enteignung sein.

Dieter Neumann
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Die Initiative Agenda 2011 – 2012 stellte der Öffentlichkeit im Mai 2010 ein Sanierungskonzept mit einem jährlichen Volumen von 275 Milliarden Euro vor, das für ausgeglichene Haushalte und Rückführung der Staatsschulden ...
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