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Pressemitteilung

Unternehmensinsolvenzen in Europa, Jahr 2015/16

Weniger Pleiten – Europa erholt sich von der Krise
(PM) Neuss, 10.05.2016 - In Westeuropa gab es 2015 weniger Unternehmensinsolvenzen. 174.891 Insolvenzfälle wurden in den EU-15-Ländern, in Norwegen und der Schweiz registriert. Ein Jahr zuvor waren es 182.132 (minus 4,0 Prozent). Allerdings liegt die Insolvenzzahl weiterhin höher als vor der Finanzkrise.

Portugal (plus 7,6 Prozent), die Schweiz (plus 3,9 Prozent), Luxemburg (plus 3,3 Prozent) und Frankreich (plus 0,9 Prozent) verzeichneten mehr Insolvenzen als im Vorjahr 2014. Deutliche Rückgänge gab es in Griechenland (minus 42,7 Prozent), Spanien (minus 25,1 Prozent), und den Niederlanden (minus 20,7 Prozent). Österreich erreicht nach einem Rückgang um 3,2 Prozent mittlerweile wieder das Vorkrisenniveau, Deutschland (minus 3,5 Prozent) ein 16-Jahres-Insolvenztief. In vielen Ländern bleibt das Insolvenzniveau aber noch höher als vor der Finanzkrise.

Einen weiteren Insolvenzrückgang gab es westeuropaweit im Verarbeitenden Gewerbe (minus 8,7 Prozent). Baugewerbe und Dienstleistungen folgen mit jeweils minus 5,1 Prozent. Der Handel (inkl. Gastgewerbe) war mit einem Rückgang um 1,9 Prozent nur Schlusslicht der Positiventwicklung.

Ukraine bleibt Sorgenkind

Auch in Mittel- und Osteuropa hat sich die Wirtschaftslage mittlerweile deutlich gebessert. So kam es 2015 zu einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen (minus 11,4 Prozent). Insgesamt wurden 90.069 Fälle registriert, nach 101.707 Fällen im Vorjahr. Schwerpunkte des Insolvenzgeschehens in Osteuropa waren Handel und Dienstleistungsgewerbe mit einem Anteil von zusammen 76,6 Prozent aller Insolvenzen. Am deutlichsten sanken die Insolvenzzahlen in Rumänien (minus 50,4 Prozent), gefolgt von Ungarn (minus 22,2 Prozent), Tschechien (minus 15,7 Prozent) und der Slowakei (minus 14,0 Prozent). Bei den Veränderungen in Osteuropa spielt allerdings die veränderte Rechtslage eine große Rolle. Die anhaltend tiefe Wirtschaftskrise führt in der Ukraine (plus 3,8 Prozent) und auch in Russland (plus 0,8 Prozent) erneut zu vielen Insolvenzen. In den USA verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dagegen um 13,6 Prozent.

Die finanzielle Stabilität der westeuropäischen Wirtschaft hat sich verbessert. Der Anteil der Unternehmen, die Fehlbeträge erwirtschafteten, verringerte sich von 26,9 auf 25,3 Prozent. Jedes siebte Unternehmen (14,7 Prozent) weist eine sehr hohe Gewinnmarge (EBIT) von mehr als 25 Prozent aus (Vorjahr: 14,0 Prozent). 42,0 Prozent der Unternehmen verfügen mittlerweile über eine sehr hohe Eigenkapitalquote von über 50 Prozent. 2011 waren es erst 39,2 Prozent. In den „GIIPS-Ländern“ (Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien) haben sich die Forderungslaufzeiten verringert, liegen aber immer noch bei durchschnittlich 81 Tagen. In Frankreich werden Rechnungen später bezahlt als im Vorjahr.

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