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Unternehmensinsolvenzen in Europa, Jahr 2014/15

Entspannung in Westeuropa – Ukraine-Krise belastet Osteuropa
(PM) Wien/Neuss, 19.05.2015 - In Westeuropa geht die Zahl der Insolvenzen zurück. 2014 wurden in den EU-15-Ländern zuzüglich Norwegen und der Schweiz insgesamt 179.662 Unternehmensinsolvenzen registriert. 2013 waren es noch 189.855 (minus 5,4 Prozent). Lediglich in Italien (plus 12,8 Prozent) und Norwegen (plus 5,2 Prozent) waren noch Anstiege zu verzeichnen. In Spanien (minus 28,5 Prozent), in den Niederlanden (minus 20,7 Prozent) sowie in Dänemark (minus 18,9 Prozent) sanken die Insolvenzzahlen deutlich. Deutschland (24.030 Fälle) verzeichnete den niedrigsten Wert seit 15 Jahren. In Frankreich (minus 0,7 Prozent) blieb der positive Trend dagegen schwach.

Deutlich spürbar sind die Nachwirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in den GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien). Der Anteil dieser Ländergruppe an allen Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa hat sich seit 2008 von 9,0 auf 17,4 Prozent erhöht.

Deutlich weniger Insolvenzen als noch 2013 gab es im Verarbeitenden Gewerbe (minus 8,5 Prozent). Weiter beruhigt hat sich das Insolvenzgeschehen im Baugewerbe (minus 5,9 Prozent), wo europaweit noch etwa 37.000 Insolvenzen registriert wurden. Ein Großteil der Insolvenzfälle entfiel erneut auf den Dienstleistungssektor (ca. 66.300 Fälle bzw. 37,0 Prozent aller Insolvenzen).

Mehr Pleiten in Osteuropa, Verdopplung in der Ukraine

Osteuropa wurde durch die Ukraine-Krise und das Wirtschaftsembargo in Mitleidenschaft gezogen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erhöhte sich gegenüber 2013 von 96.188 auf 99.671 (plus 3,6 Prozent). Dienstleistungen und Handel sind aktuell die Insolvenztreiber. In der Ukraine verdoppelte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen binnen eines Jahres auf 17.597 und in Russland erhöhte sich die Zahl um 10,4 Prozent auf 14.514 Fälle. In den USA wächst die Wirtschaft und die Insolvenzzahl sank um 21,8 Prozent auf 34.455 betroffene Unternehmen.

In den GIIPS-Ländern (84,4 Tage) ist ein leicht positiver Trend bei den Zahlungsfristen festzustellen. Längere Forderungslaufzeiten wurden in Großbritannien (39,7 Tage), Benelux (52,3 Tage) sowie in Österreich/Schweiz (33,3 Tage) gemessen (Deutschland: 27,4 Tage).

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote in Westeuropa schwankt zwischen 27,4 Prozent in den GIIPS-Ländern und 47,7 Prozent in Großbritannien. Knapp ein Viertel der westeuropäischen Unternehmen (24,6 Prozent; Vorjahr: 25,0 Prozent) gilt mit einer Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent als finanzschwach.

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