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News, 05.07.2010
Unternehmensfinanzierung
Wenn die Bank den Geldhahn zuzudrehen droht
Trotz Aufschwung haben viele Unternehmen weiter schwer zu kämpfen und Probleme mit der Finanzierung. Wenn die Hausbank dann auch noch den Geldhahn zudreht, kann das schnell zur Insolvenz führen. In solchen Fällen hilft dann nur ein Bankkonzept, die Lage zu entschärfen, weiß Dr. Thomas Lehmann von der Unternehmensberatung Becker von Buch.

Die Hürden bei der Unternehmensfinanzierung über Banken bleiben weiter hoch. Zwar zeigen sich die Banken, wie die neueste Erhebung des Münchener Ifo-Institut zur Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft zeigt, bei der Kreditvergabe nicht mehr so restriktiv wie noch vor einem halben Jahr. Jedoch hat weiter gut ein Drittel der befragten Firmen Schwierigkeiten, über ihre Hausbank an Kredite zu gelangen. Dass die Lage an die Finanzierungsfront für Unternehmen angespannt bleibt, zeigt auch eine jüngste Umfrage vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW), der zufolge jedes zweite Unternehmen in den letzten zwölf Monaten negative Erfahrungen mit seiner Bank gemacht hat. Die von den Firmen beklagten Punkte: verschärfte Informationspflichten, mehr Sicherheiten für Kredite, höhere Zinsen und eine restriktivere Kreditvergabe.

Betroffen von den verschärften Anforderungen seien nach Auskunft der Unternehmensberatung Becker von Buch naturgemäß vor allem jene Unternehmen, die Kreditlinien in Anspruch nehmen und deren Umsätze bei gleich bleibenden Kosten längere Zeit rückläufig sind. Besonders kritisch wird die Lage, wenn die Hausbank Druck macht und Unternehmen mit der Kündigung der Kreditlinie droht. Dann heißt es für ein Unternehmen schnellstens handeln. Dr. Thomas Lehmann, Berater bei Becker von Buch, empfiehlt in diesem Fall ein Bankkonzept. „Das ist zwar kein Allheilmittel, die Banker erkennen aber, dass sich der Unternehmer pro-aktiv mit seiner finanziellen Situation auseinandersetzt und über das Basiswissen für eine erfolgreiche Geschäftsführung verfügt. Zumindest eine Schonfrist kann man dabei herausschlagen“, erläutert Lehmann.

Als Hilfestellung hat die Unternehmensberatung Becker von Buch für betroffene Unternehmen in einem Überblick zusammengefasst, welche Punkte in einem solchen Bankkonzept ausführlich behandelt werden sollten.

1. Historie bzw. Unternehmensentwicklung


Dazu gehören Jahresbilanzen beziehungsweise Gewinn/Verlust-Abrechnungen und betriebswirtschaftliche Auswertungen. Wichtig sind aber auch Angaben zu chronologischen Veränderungen hinsichtlich der Belegschaft, bei Produktionsanlagen oder Geschäftsräumen. Den Mitarbeitern der Bank oder Sparkasse muss klar werden, dass sich das Unternehmen im Lauf der Zeit gut im Markt behauptet hat, selbst wenn sich hier oder da Dellen in der Erfolgsbilanz zeigen.

2. Lage des Unternehmens inklusive Kundenstruktur

Dieser Punkt ist für Einzelhändler ganz essentiell. Liegt das Geschäft beispielsweise in einem (inzwischen)  unterprivilegierten Stadtteil und verkauft Dinge des täglichen Lebens unter hohem Wettbewerbsdruck, sind die Zukunftsaussichten wohl eher negativ. Anders sieht es aus, wenn mit nachfragestarken Produkten gehandelt wird, das Unternehmen über eine erwiesen hohe Expertise verfügt und sich die Kundenstruktur überwiegend aus gutsituierten Menschen rekrutiert. Wichtig: Schönfärberei bringt nichts, die Bank oder Sparkasse verfügt mit Sicherheit über vergleichbare Angaben der Konkurrenz.

3. Strategische Ausrichtung


„Business is War“, so ein japanisches Sprichwort. Die Waffen in diesem „Krieg“ sind zwar weder scharf noch explosiv, sie müssen aber dennoch strategisch eingesetzt werden. Beispielsweise bei der Erschließung neuer Zielgruppen. Ist die Strategie – also die langfristige Ausrichtung des Unternehmens – Erfolg versprechend, wird sich ein Banker dem nicht verschließend können.

4. Unternehmenskonzept zum „Change Management“


Befindet sich das Unternehmen bereits in einer Schieflage, hilft aus Sicht der Finanzdienstleister weder beten noch hoffen. Gefragt sind konkrete und nachvollziehbare Maßnahmen, die aus roten schwarze Zahlen machen können. Dazu gehören zum Beispiel die Ausweitung des Sortiments, bessere Einkaufskonditionen und neue Dienstleistungen, aber auch Personalabbau und Einsparungen bei Löhnen und Gehältern.

5. Betriebswirtschaftliche Zukunftsplanung


Hier geht es ausschließlich um Zahlen. Ganz obenan: Eine (realistische!) Hochrechnung der Einnahmen und Ausgaben für das laufende Jahr sowie eine Prognose für die kommenden drei Jahre. Ergänzt werden sollte die Aufstellung mit einer Liquiditätsplanung und einem Soll/Ist-Vergleich auf Monatsbasis.

„Mit einem insgesamt optimistischen und belastbaren Bankkonzept wird man zu einem gern gesehenen Gesprächspartner“, weiß Lehmann. Würde dann das Meeting auch noch in einer entspannten Atmosphäre abgehalten, stünden die Chancen für eine positive Bewertung des eigenen Unternehmens nach Auskunft des Experten ausgesprochen gut.


[Quelle: Becker von Buch]
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