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News, 11.06.2015
Unternehmensfinanzierung
Alternativen der Startup-Finanzierung
Mangelndes Startkapital ist noch immer einer der Hauptgründe für gescheiterte Gründungen. Dabei ließe sich nicht selten durch die Nutzung alternativer Finanzierungswege die Kapitalausstattung auf solide Beine stellen.
Die Hürden bei Banken, Privat Equity-Anbietern & Co. liegen hoch - für viele Startups und Jungunternehmen zu hoch.
Die Hürden bei Banken, Privat Equity-Anbietern & Co. liegen hoch - für viele Startups und Jungunternehmen zu hoch.
Gerade in der sehr frühen Startup-Phase stehen Gründer oftmals vor der Herausforderung, zwar eine smarte Idee, aber kein Kapital oder ein großes Netzwerk für die Umsetzung zu besitzen. Eine Finanzierungsspritze würde helfen, um von Anfang an durchzustarten, doch der traditionelle Weg über Banken, Business Angels, Venture Capital & Co. muss nicht immer der richtige sein. Ist doch jedes Unternehmen anders und vor diesem Hintergrund bei jeder Gründung eine individuelle Finanzierungsstrategie gefragt. Das weiß auch Dorian Hildebrandt, Gründer und Geschäftsführer der sogenannten Work-Investment-Plattform Tageau.com, die Gründungsinteressierte, Gründer und Startups mit Experten, potenziellen Investoren und anderen Gründungsinteressierten zusammenbringt. Was aber tun, wenn der Gang über klassische Wege der Unternehmensfinanzierung nicht zum Erfolg führt? Hildebrandt beschreibt fünf Möglichkeiten, die Gründer und Jungunternehmen ergänzend oder alternativ als Finanzierungshebel offen stehen.

Peer-to-Peer-Lending


''Andere bereits erfolgreiche Entrepreneure kennen die Hürden und Herausforderungen der Gründungsphase und wissen um die Stolpersteine, die einem trotz cleverer Startup-Idee in den Weg gelegt werden'', so der Work-Investment-Spezialist. Sie haben außerdem im Laufe der Jahre ein Gespür dafür entwickelt, welches Vorhaben Erfolgspotential hat und welches nicht. Im Peer-to-Peer-Lending geben sie deshalb Privatkredite, ohne dass zum Beispiel eine Bank als Vermittler dazwischen tritt. Darüber hinaus bringen sie nicht nur Kapital sondern auch kostbares Expertenwissen mit. Junge Selfmade-Unternehmer findet man meist über ein ausgeprägtes Business-Netzwerk - konstantes Networking, auch auf Branchenevents, lautet also die Devise. ''Schwierig wird es nur, wenn das Startup scheitert und vor einem großen Schuldenberg steht'', so Hildebrandt. ''Dieses Risiko sollte jeder Gründer bei dieser Art der Finanzierung auf dem Schirm haben und gut überlegt den Schritt zum Peer-to-Peer-Lending wagen.''

Crowdfunding

Anstatt wie beim Peer-to-Peer-Lending auf einen einzelnen Investor zu setzen, lässt man beim Crowdfunding ganz einfach potenzielle Kunden durch ihr Investment entscheiden, ob die Idee zustande kommen soll. Ähnliche Vorteile bietet auch das Crowdinvesting, bei dem die ''Backer'' jedoch keinen Reward oder ein fertiges Produkt erhalten, sondern Anteile am Unternehmen erstehen. Hier sollten Gründer darauf achten, das Kleingedruckte zu lesen, da jede Crowd-Plattform, ob Kickstarter, Indiegogo oder auch speziellere wie Startnext, andere Bedingungen und Vorgaben aufweist. ''Für Startups, die sich noch sehr weit am Anfang in der Gründungsphase befinden, kann Crowdfunding gegebenenfalls zu früh sein, da das kreative Werben um die Finanzierung durch die Masse zeitlich und finanziell sehr intensiv sein kann'', so Hildebrandt. Ressourcen, die eher in die Entwicklung eines funktionierenden Prototypen gesteckt werden sollten. Außerdem fehlt in dieser Alternative das Know-how von Experten, das die Crowd meist nicht bieten kann. ''Crowdfunding würde ich in den meisten Fällen Startups raten, die schon über die Early-Startup-Stage hinausgewachsen sind und bereits ein starkes, sei es noch so kleines, Team aufgebaut haben'', empfiehlt der Gründungsspezialist.

Staathilfe

Mit über 2.000 Programmen deutschland- und europaweit ist die staatliche Fördermittellandschaft sehr vielfältig. Oft erwarten Gründer zinsgünstige Darlehen und sogar Mikrokredite von wenigen hundert bis 25.000 Euro, wobei tilgungsfreie Anlaufjahre möglich sind. Der Weg durch den Förderdschungel ist jedoch aufgrund der komplizierten Vergaberichtlinien sehr beschwerlich und undurchschaubar und für sehr frische Startups außerdem mit einem großen Zeitfaktor verbunden, den sich Gründer in der Entwicklungsphase, in der alles sehr schnell und dynamisch von statten geht, kaum leisten können. ''Staatliche Fördermittel sind eine gute finanzielle Grundlage für das eigene Unternehmen. Doch was hier insbesondere sehr jungen Gründern fehlt, ist die professionelle Beratung und das Expertenwissen von außen, dieses Kapital richtig einzusetzen'', so Hildebrandt.

Contests

''Manchmal kann auch ein bisschen Glück gepaart mit einem überragenden Pitch den Unternehmensstart ankurbeln'', weiß Hildebrandt. Gewinnsummen von Contests und Gründer-Wettbewerben, die oft in Verbindung mit einem Mentoring-Programm ausgeschrieben sind, bieten jungen Gründern eine solide Basis, das Startup weiter zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Mögliche Wettbewerbe sind zum Beispiel start2grow, Gründerchampions, KUER Gründungswettbewerb, CODE_n_Award, BayStartUP, uvm. Hier kommt es natürlich auf einen unschlagbaren Pitch an, so dass ein ausgefeilter Business-Plan unabdingbar ist. ''Die Teilnahme an solchen Wettbewerben lohnt sich nur, wenn das nicht einfach mal so nebenbei geschieht. Den Aufwand dafür sollten Gründer nicht unterschätzten und genug zeitliche Vorbereitung für den Contest-Pitch einplanen'', so der Chef der Gründerplattform Tageau.

Work Investment

Je nachdem in welcher Phase der Gründung man sich befindet und welche langfristigen und kurzfristigen Ziele gesetzt sind, kommen für alle Startups unterschiedliche Finanzierungsarten in Frage. Es muss aber nicht immer ein monetäres Investment sein. Jedes erfolgreiche Startup benötigt ein starkes Team und deshalb bietet sich gerade in der Anfangsphase auch sogenanntes Work-Investment an. Hier investieren interessierte Experten ihr Know-how und nicht ihr Kapital in das Startup und erhalten im Gegenzug Anteile am Unternehmen. Anstatt monetärer Unterstützung profitieren Gründer von einem Team aus motivierten Mitgründern, die sich einbringen, weil sie wirklich an die Idee glauben und ein Teil davon werden möchten. Die hohen Personalkosten, die gerade in der Gründungsphase anfallen würden, entfallen dabei. ''Außerdem ist diese Art der Unterstützung für alle Phasen der Startup-Gründung passend, insbesondere auch in der Early-Startup-Stage, wenn man noch nicht bereit für Business Angels ist, aber auch zum Beispiel noch keinen Prototypen vorzuweisen hat, wie es für Crowdfunding nötig wäre'', so Hildebrandt.

cs/Tageau.com
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