Interview, 24.06.2010
Perspektive Mittelstand
Unternehmenserfolg
Nachhaltige Unternehmensführung lebt von der Tat
Ein Interview mit Maria und Harald Mintrop
Dem Schlosshotel Bühlerhöhe geht es derzeit wie vielen anderen Unternehmen: Die Pforten müssen wegen hoher Verluste endgültig geschlossen müssen. Die zigfach ausgezeichneten Hoteliers Maria und Harald Mintrop erklären, was dauerhaft erfolgreiche Unternehmer von anderen unterscheidet und warum eine auf Werte und somit Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensführung auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.

Die Krise fordern auch in der Hotellerie – wie in anderen Branchen – immer wieder neue Opfer. Jetzt hat es das renommierte Schlosshotel Bühlerhöhe getroffen. Ihre Hotels hingegen sind gegen den Trend erfolgreich. Worauf führen Sie dies zurück?

Maria Mintrop:
Dass wir, trotz turbulenter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, im Vergleich zu unserer Branche besser dastehen, ist auf mehrere Aspekte zurückzuführen. Ein wesentlicher Grund ist sicherlich, dass Essen in diesem Jahr Europas Weltkulturhauptstadt ist und dass wir dank der RUHR.2010 quasi eine regionale Sonderkonjunktur haben. Insbesondere unser Stadt Hotel Margarethenhöhe profitiert davon, da es sich inmitten der liebenswerten Krupp-Gartensiedlung befindet und somit selbst ein kultureller Höhepunkt ist. Das gesamte Umfeld des Hotels verkörpert die Tradition des Reviers in seiner Ursprünglichkeit.

Ihre beiden Häuser sind aber seit Jahren schon überdurchschnittlich erfolgreich. Es muss also noch weitere Gründe hierfür geben.

Harald Mintrop: Klar, die gibt es. Wir sind davon zum Beispiel davon überzeugt, dass jeder einzelne unserer hundert Mitarbeiter zum Gesamterfolg beiträgt. Schließlich begeistern diese unsere Gäste tagtäglich durch aufmerksame Präsenz und mit perfektem Service. Damit unsere Mitarbeiter diese hohe Servicequalität leben, setzen wir auf eine Personalentwicklung, deren Ziel es ist, das Vertrauen untereinander durch Offenheit und Kommunikation systematisch zu fördern, um so die Zusammenarbeit zu optimieren. Das kommt bei allen gut an. Auch bei den Gästen.

Das kann im Grunde jedes Unternehmen nachmachen, oder?

Harald Mintrop: Natürlich. Wichtig sind eine offene Kommunikation untereinander, gelebte Werten und weitest gehende Transparenz. Dann wird aus Geschäftsleitung, Führungskräften, Mitarbeitern und Azubis ein eingeschworenes Team, für das Werte wie Fairness, Anständigkeit, Gastfreundschaft und Servicequalität keine leeren Worthülsen sind, sondern in dem jeder Einzelne, von der Unternehmensführung bis zum Praktikanten, dann tagtäglich diese Werte lebt. Denn das Einzig, an dem eine nachhaltige Unternehmensführung für Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und nicht zuletzt die Gesellschaft erkennbar und erfahrbar wird, das ist die Tat.

Welchen Stellenwert messen Sie dem Marketing, speziell der Unternehmenskommunikation in diesem Kontext bei?

Maria Mintrop: Marketing, insbesondere die Kommunikation nach außen ist für uns absolut vorrangig, damit am Ende die Zahlen stimmen. Neben Werbung setzen wir sehr auf Pressearbeit. Um die dafür notwendigen „Aufhänger“ zu bekommen, sorgen wir immer wieder auf´s Neue für Anlässe, über die die Presse berichten kann. Die regelmäßige Pressearbeit erhöht den Bekanntheitsgrad, was wiederum gut für die Auslastung der Häuser ist.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Maria Mintrop: Anlässlich der RUHR.2010 haben wir zum Beispiel eigens eine Spezialitäten-Speisekarte für unsere beiden Restaurants „M“ und „MUMM“ entwickelt. Diese Spezialitäten-Speisekarte enthält zwanzig traditionelle Ruhrpott-Köstlichkeiten von früher und heute. Damit wollen wir unseren Gästen von nah und fern den Ruhrpott auch kulinarisch näher bringen. Es handelt sich dabei um Speisen, die früher die „Malocher“ unter Tage oder am Hochofen satt machen mussten. In unseren Restaurants werden diese Gerichte nun innovativ und fein interpretiert, so dass beim Gast ein vollständiges Genusserleben garantiert ist, auch bei Feinschmeckern. Mithilfe von Pressearbeit haben wir dieses Angebot bundesweit bekannt gemacht. Ein weiteres Beispiel: Im Land Hotel haben wir einen Migrations-Parcour eingerichtet, da Migration ein zentrales Thema der RUHR.2010 ist. Auch dies kommunizieren wir.

Hat es Ihres Erachtens einen Einfluss auf Ihr unermüdliches Engagement, dass Sie ein Familienunternehmen sind?

Maria Mintrop: Davon bin ich überzeugt. Als Inhaber kümmert man sich anders um ein Unternehmen, als dies ein angestellter Geschäftsführer macht, ohne deren Leistung schmälern zu wollen. Es lässt sich jedoch belegen, dass ein Unternehmen, das von dem Inhaber geführt wird, eine um etwa zehn Prozent bessere Rendite erwirtschaftet.

Auf die Renditen hat auch die Preispolitik einen maßgeblichen Einfluss. Wie gehen Sie diesbezüglich vor?

Harald Mintrop: Wir sind der Meinung, dass die Preispolitik verlässlich sein sollte. Wir garantieren, dass alle Gäste den gleichen Preis zahlen. Niemand wird bevorzugt, niemand benachteiligt. Alle Gäste sind für uns gleich wichtig, entsprechend werden alle Gäste gleich gut behandelt. Diese Fairness im Umgang und die Transparenz in der Leistungsgestaltung schätzen Kunden. Natürlich müssen die Leistungen korrekt kalkuliert werden, damit am Ende das Ergebnis stimmt. Mit Rabatten sollten Unternehmer im Übrigen sehr, sehr spärlich umgehen, um die Margen zu sichern.

Was würden Sie Mittelständlern also abschließend empfehlen?

Maria Mintrop: Nicht dass wir uns anmaßen wollen, anderen Unternehmern Tipps zu geben. Doch wir sind überzeugt, dass sich Klein- und mittelständische Betriebe dann im Wettbewerb besser behaupten, wenn sie nicht nur überzeugende Leistungen bzw. Produkte haben, sondern wenn sie diese auch konsequent vermarkten und faire Konditionen haben. Last but not least machen Mitarbeiter oftmals den Unterschied. Dies gilt zumindest in Dienstleistungsbereichen. Hier lohnt es sich, die Personalentwicklung systematisch zu betreiben. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die kontinuierliche Arbeit an der Organisation. Beispielsweise haben wir die Erfahrung gemacht, wie wichtig es ist, interne Abläufe und Prozesse nach und nach zu optimieren. Auch das zahlt sich aus.

Über Maria und Harald Mintrop
mm-Hotels
Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe in Essen gehört wie Mintrops Land Hotel Burgaltendorf zu den absoluten Top-Hotels, bundesweit. Beim wichtigsten Hotel-Grand-Prix zeichnete zuletzt eine unabhängige Jury Mintrops Land Hotel Burgaltendorf mit Platz 1 und Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe mit Platz 2 aus. Die Details zur neuen Preisliste finden Interessierte online unter www.mintrops.mm-hotels.de
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