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News, 04.08.2015
Studie zum „war for talents“
Unternehmen im Kampf gegen Fachkräftemangel vielfach ohne Plan
Trotz wachsender Probleme beim Besetzen offener Stellen, verfügt ein Drittel aller Arbeitgeber über keine Strategie, um den Folgen des Fachkräftemangels entgegen zu wirken. Erste Wahl bei jenen Unternehmen, die gegen den Fachkräftemangel Strategien entwickelt haben, sind einer Studie zufolge flexible Arbeitszeitmodelle.
Der "war for talents" treibt auch die Gehälter nach oben: Jeder zehnte Personaler registriert hier bei Bewerbern steigende Erwartungen (Bild: panthermedia.net / Andriy Popov).
Der "war for talents" treibt auch die Gehälter nach oben: Jeder zehnte Personaler registriert hier bei Bewerbern steigende Erwartungen (Bild: panthermedia.net / Andriy Popov).
Der Fachkräftemangel in Deutschland erreicht einen neuen Rekord. Fast jedes zweite Unternehmen hierzulande hat Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen. 40 Prozent klagen über zu wenige Bewerbungen auf ihre Stellenangebote und sehen die Ursache darin im Fachkräftemangel. Doch trotzdem hat ein Drittel der Unternehmen in Deutschland noch kein Rezept, wie es dagegen vorgehen will. Weltweit trifft dies sogar auf jeden fünften Arbeitgeber zu. Vor allem unzureichende Fachkenntnisse erweisen sich für Kandidaten als Hindernis bei der erfolgreichen Jobsuche. Das geht aus einer Sonderauswertung der Studie "Fachkräftemangel 2015" des Personaldienstleisters ManpowerGroup.

"Die Unternehmen beklagen Probleme bei der Suche nach passenden Mitarbeitern. Trotzdem ergreifen 32 Prozent der deutschen Arbeitgeber noch keine Gegenmaßnahmen" so Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. "So verschenken diese Unternehmen wertvolle Zeit bei der nachhaltigen Gewinnung und Bindung von Fachkräften, die sie nur schwer wieder aufholen können. Davon profitiert vor allem der Wettbewerb."

Als Gründe für den Mangel an passenden Kandidaten nennen die befragten Firmen vor allem fehlendes Know-how. Mehr als ein Viertel gibt an, dass die Kandidaten nicht genügend Fachkenntnisse und branchenspezifisches Wissen mitbringen. Jeder Fünfte moniert zudem fehlende Soft Skills der Bewerber, wie zum Beispiel Anpassungsbereitschaft, Motivation oder Teamfähigkeit. Mangelnde Berufserfahrung beanstanden zwölf Prozent der Unternehmen. Auch die Forderung nach einem zu hohen Gehalt wird von elf Prozent als Hindernis bei der erfolgreichen Stellenbesetzung genannt. Jeder zehnte Entscheider macht ein negatives Image der Firma beziehungsweise der Branche als Ursache für den Mangel an interessierten Bewerbern aus.

Flexible Arbeitszeitmodelle sind das Mittel erster Wahl


29 Prozent der deutschen Unternehmen haben den Fachkräftemangel immerhin schon zum Anlass genommen, ihre Personalarbeit ganzheitlicher aufzustellen und den Mitarbeiter mit seinen individuellen Ansprüchen in den Fokus aller HR-Maßnahmen zu rücken. Jedes fünfte Unternehmen will deshalb künftig alternative Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Teilzeit, Jobsharing oder Homeoffice anbieten, um für neue Mitarbeiter attraktiver zu sein. Fast ebenso viele Unternehmen erschließen gezielt neue Bewerbergruppen, zum Beispiel junge Eltern oder ältere Arbeitnehmer.

Nur vier Prozent weiten ihr Recruiting auch auf ausländische Fachkräfte aus. Dabei gibt es in Ländern wie Polen, Spanien oder Griechenland viele motivierte Talente, die eine neue berufliche Zukunft suchen. 17 Prozent der Unternehmen testen neue Rekrutierungswege wie zum Beispiel Apps zum Mobile Recruiting, Social Media, Matching Tools oder Guerilla-Maßnahmen. Lediglich zwölf Prozent nutzen das Potenzial, vorhandene Mitarbeiter weiterzubilden und somit Stellen mit speziellen Anforderungen intern zu besetzen. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

"Wenn Unternehmen am Markt keine hundertprozentig passenden Kandidaten finden, sind sie gut beraten, Talente selbst aus- beziehungsweise weiterzubilden", so Brune. "Mit professionellen Qualifizierungsmaßnahmen und attraktiven Entwicklungsperspektiven motivieren sie vorhandene Mitarbeiter und binden sie langfristig an sich. Auch Bewerber werden dadurch angelockt."

Gleich auf welche Maßnahmen und Instrumente Arbeitgeber im „war for talents“ jedoch setzen, Ausgangspunkt für Strategien sollte immer eine kleine Arbeitgeberpositionierung sein. „Erst wenn Unternehmen sich darüber klar sind, was sie als Arbeitgeber für ihre Wunsch-Kandidaten interessant macht, können sie sich entsprechend präsentieren und ihre Vorzüge herausstellen“, so der Personaldienstleister.

Für die Studie "Fachkräftemangel 2015" befragte die ManpowerGroup im ersten Quartal 2015 knapp 42.000 Personalverantwortliche in 42 Ländern, ob sie Schwierigkeiten haben, Stellen zu besetzen, und welche Berufsgruppen am schwersten zu finden sind. Die Unternehmen wurden außerdem über die Gründe und die Auswirkungen des Fachkräftemangels interviewt und sollten angeben, ob und welche Maßnahmen sie treffen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

cs/ManpowerGroup

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