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News, 15.11.2010
Umfrage
Zeitarbeit für KMU kein Kostensenkungsinstrument
Nur gut ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Familienhand setzt derzeit Zeitarbeiter ein. Das Hauptmotiv für Zeitarbeit ist bei Familienunternehmen, die eigene Flexibilität zu steigern.
Nur jedes siebte Familienunternehmen, dass Zeitarbeiter einsetzt, tut dies, um seine Kosten zu verringern.
Nur jedes siebte Familienunternehmen, dass Zeitarbeiter einsetzt, tut dies, um seine Kosten zu verringern.

Während die Zeitarbeit oft von Gegnern als reines Kostensenkungsinstrument zu Lasten von Arbeitnehmern gebrandmarkt wird, zeichnet eine aktuelle Umfrage von DIE FAMILIENUNTERNEHMER - ASU e.V. ein anderes Bild – zumindest bei Familienunternehmen. Danach greifen aktuell nur 37 Prozent der in Deutschland befragten Familienunternehmen auf das Instrument der Zeitarbeit zurück. Der meist genannte Grund hierfür sind allerdings nicht etwa Kostenargumente, sondern vielmehr Flexibilitätsaspekte. Auch liegt der Anteil der in Zeitarbeit Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft bei der absoluten Mehrheit der Familienunternehmen unter 10 Prozent.

Wie aus der Umfrage hervorgeht, verfolgen Familienunternehmen mit dem Instrument der Zeitarbeit vor allem das Ziel, schnell und flexibel auf Auftragsspitzen reagieren zu können. So nannten 75 Prozent der Unternehmen, die Zeitarbeiter beschäftigten, die „Möglichkeit der zeitnahen Beendigung“ als eines ihrer beiden Hauptmotive für den Zeitarbeitereinsatz. 40 Prozent der Unternehmen nutzen Zeitarbeiter zudem als zeitlich begrenzten Ersatz für ausgefallene Stammbelegschaft (z. B. wegen Krankheit) und weitere 33 Prozent für eine „schnellere Personalbeschaffung“ (im Vergleich zur öffentlichen Arbeitsvermittlung). Das Kriterium „Kostenvorteile“ nannte dagegen nur rund jedes sechste Familienunternehmen (16%) als Motiv.

Dass der Einsatz von Zeitarbeitern bei Familienunternehmen in erster Linie auf eine höhere Flexibilität abzielt und keine Abkehr von traditionellen Beschäftigungsformen darstellt, zeigt sich in dem Umstand, dass Zeitarbeiteranteil in meisten Unternehmen sehr gering ist: Bei 63 Prozent der Unternehmen, die sich des Instruments der Zeitarbeit bedienen, liegt der Zeitarbeiteranteil unter fünf Prozent, bei jedem vierten Unternehmen (23%) sogar unter zwei Prozent. Bei weiteren 23 Prozent der Unternehmen liegt der Anteil zwischen fünf und zehn Prozent. Einen Zeitarbeiteranteil von zehn Prozent und mehr hingegen wiesen nur 16 Prozent der Unternehmen auf.

„Wenn´s nur ums Geld ginge, wäre ihr Einsatz ein Massenphänomen“, so Patrick Adenauer, Präsident von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, zum Zeitarbeitereinsatz. Dass nicht das reine Kostenargument den Ausschlag gibt, belegt zudem ein weiteres Ergebnis der Befragung. So meinten nur 31 Prozent der befragten Familienunternehmen, dass die Kosten für einen Zeitarbeiter geringer seien als die Lohnkosten für einen vergleichbaren Festangestellten, während 43 Prozent die Kosten etwa gleich bewerteten und weitere 23 Prozent erklärten, ein Zeitarbeiter koste mehr. In diesem Kontext erklärte jedoch die Hälfte jener Familienunternehmen, die aktuell von Zeitarbeitern kostenseitig profitieren, dass sie im Falle einer Verteuerung der Zeitarbeit - bspw. infolge einer gesetzlichen "Equal-Pay"-Regelung - ihren Zeitarbeiteranteil an der Belegschaft leicht (20%) oder gar deutlich (30%) reduzieren würden.

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