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News, 06.05.2009
Umfrage
Deutsche Wirtschaft spart durch Ideenmanagement Milliarden
Ideen und Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern bringen Unternehmen, ein effizientes Ideenmanagement vorausgesetzt, bares Geld. So konnte einer aktuellen Umfrage zufolge allein die Deutsche Post AG im Jahr 2008 mittels Ideenmanagement einen wirtschaftlichen Nutzen von 261 Millionen Euro erzielen.
Nach Auskunft des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (dib) wird das kreative Potenzial der eigenen Mitarbeiter in vielen deutschen Unternehmen nach wie vor nicht ausreichend genutzt. In diesem Zusammenhang zeigt eine aktuelle dib-Umfrage, an der sich 277 deutsche Unternehmen und öffentliche Organisationen beteiligt haben, welchen wirtschaftlichen Nutzen ein Ideenmanagement für Unternehmen bietet. Danach betrug der Wert der Verbesserungsvorschläge im letzten Jahr allein in den befragten Unternehmen insgesamt geschätzte 1,55 Milliarden Euro, was einem durchschnittlichen Effizienzgewinn von über 5,6 Millionen Euro pro Unternehmen und 707 Euro rechenbare Einsparung pro Mitarbeiter entspricht. „Multipliziert man dies mit der Anzahl der etwa 40 Millionen Beschäftigten, ergibt sich ein geschätzter Benefit für die deutsche Wirtschaft von über 28 Milliarden Euro im Jahr 2008“, so das dib.

Wie aus der Umfrage hervorgeht, ist die Bereitschaft von Mitarbeitern, Ideen für Verbesserungen im eigenen Unternehmen einzubringen, weiter hoch. Danach wurden im Jahr 2008 in den befragten Unternehmen von Mitarbeitern fast 1,4 Millionen Verbesserungsvorschläge eingereicht, was einer Vorschlagsquote von 70 Vorschlägen pro 100 Mitarbeiter und somit in etwa dem Stand des Vorjahres entspricht (2007: 72 Vorschläge pro 100 Mitarbeiter; 1,4 Millionen Vorschläge). Zugleich stieg die Beteiligungsquote am Vorschlagswesen von durchschnittlich 23,4 Prozent (2007) auf 24,2 Prozent im Jahr 2008. Damit hat im letzten Jahr im Schnitt rund jeder vierte Mitarbeiter Ideen für Verbesserungen seinem Unternehmen unterbreitet.

Am fortgeschrittensten in Sachen Ideenmanagement ist den Ergebnissen zufolge die Industrie, wo im Jahr 2008 im Schnitt rund jeder dritte Arbeitnehmer (32%) Verbesserungsvorschläge unterbreitete, während in der Verwaltung und in der Dienstleistungsbranche gerade einmal 12 Prozent der Mitarbeiter im Hinblick auf Verbesserungen Eigeninitiative zeigten. Besonders große Akzeptanz und hohen Stellenwert genießt das Vorschlagswesen in der Automobilzulieferer-Industrie, in der sich fast die Hälfte aller Mitarbeiter (46%) mit Ideen einbringt. Entsprechend spitze ist auch die Vorschlagsquote: So verzeichneten die Automobilzulieferer mit 182 Ideen pro 100 Mitarbeiter ein mehr als doppelt so hohes Engagement der eigenen Mitarbeiter im Hinblick auf Verbesserungen als der Durchschnitt aller Unternehmen. Ähnlich engagiert sind Arbeitnehmer in der Elektroindustrie, deren Unternehmen pro 100 Mitarbeiter im Durchschnitt 142 Verbesserungsideen verzeichneten.

Das Ideenmanagement macht sich in jedem Fall bezahlt. So erzielten die befragten Unternehmen durch Verbesserungsvorschläge aus der eigenen Belegschaft einen wirtschaftlichen Nutzen in Höhe von 1,55 Milliarden Euro – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 60 Millionen Euro (2007: 1,49 Milliarden Euro). Laut dib entspricht das einem Nutzen pro umgesetzten und quantifizierbaren Vorschlag von 6.022 Euro und pro Mitarbeiter von 707 Euro.  Welche Bedeutung dem kreativen Potenzial von Mitarbeitern zukommt, verdeutlicht auch der Blick auf die Umsetzungsquote von 69,8 Prozent, derzufolge von zehn Ideen inzwischen jede siebte letztlich in den Unternehmen umgesetzt wird. 2007 lag die Quote noch bei 65,2 Prozent.

Dass mit dem unternehmerischen Denken der Belegschaft sehr schnell Schluss ist, wenn Ideen der Mitarbeiter nicht gewürdigt werden,  ist den Unternehmen, wie die Untersuchung aufzeigt, wohl bewusst. So schütteten die Unternehmen für Verbesserungsvorschläge im Jahr 2008 an Mitarbeiter Prämien in Höhe von über 162 Millionen Euro aus. Im Durchschnitt betrug laut dib damit der Bonus pro prämierten Vorschlag 190 Euro.

Ein eindrucksvolles Beispiel, welcher Mehrwert mit einem effizienten Ideenmanagement einhergehen kann, liefert die Deutsche Post AG: Hatte das Unternehmen 1999 mit 17.800 Verbesserungsvorschlägen noch Einsparungen in Höhe von 300.000 Euro erzielt, konnte die Deutsche Post im Jahr 2008 von ihren 179.000 Beschäftigen insgesamt rund 215.000 Ideen verzeichnen und den daraus generierten wirtschaftlichen Nutzen auf rund 261 Millionen Euro steigern.

 „Erfahrungsaustausch ist die effizienteste Investition“, meint Walter Scheurle, Personalvorstand der Deutschen Post World Net, dem zufolge das Ideenmanagement für Unternehmen sowohl im Hinblick auf die Kostensituation als auch die Qualitäts- und Innovationsfähigkeit strategische Bedeutung gewinne. Um das kreative Potenzial der Mitarbeiter freizusetzen, braucht es aber Scheuerle zufolge einen ganzheitlichen Ansatz: „Gute Ideen sind […] kein Zufall, sondern benötigen ein entsprechendes Umfeld von unbürokratischer Organisation und Bewertung sowie attraktiven Anreizen im Unternehmen,“ so der Personalvorstand.

Quelle: Deutsches Institut für Betriebswirtschaft (dib)

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