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News, 27.02.2015
Schuldner-Klima bleibt kritisch
Überschuldungsrisiko bei deutschen Verbrauchern weiter hoch
Trotz verbesserter Bewertungen der Deutschen zur eigenen wirtschaftliche Lage kämpft weiterhin rund jedem siebte Verbraucher in Deutschland mit einer zu hohen Schuldenlast.
Fast sechs von zehn befragten Deutschen kennen gegenwärtig eine Person in ihrem Umfeld, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt.
Fast sechs von zehn befragten Deutschen kennen gegenwärtig eine Person in ihrem Umfeld, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Das Risiko der Überschuldung bleibt in Deutschland für Verbraucher auch zu Jahresbeginn erhöht. Wie der von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Boniversum vierteljährlich erhobene SchuldnerKlima-Index zeigt, hat sich das Überschuldungsrisiko gegenüber Herbst 2014 insgesamt zwar leicht verringert (minus 1,5 Punkte), mit einem aktuellen Stand von 93,6 Punkten liegt das Risiko Boniversum zufolge jedoch weiterhin „deutlich im ‚roten‘ Bereich“. „Unsere Herbstprognose hat sich bestätigt und das SchuldnerKlima hat sich im Winter nur leicht verbessert. Die Überschuldungsampel der deutschen Verbraucher bleibt damit auch zum Jahresbeginn auf hellrot. Für die nächsten Monate gehen wir weiter von steigenden Schuldnerzahlen aus“, sagt Ralf Zirbes, Geschäftsführer von Boniversum.

Verbraucher bewerten eigene wirtschaftliche Lage wieder positiver

Aktuell bewerten wieder rund 25 Prozent der Deutschen ihre wirtschaftliche Lage als sehr gut oder gut. Das sind rund zwei Prozentpunkte mehr als im Herbst 2014 (23 %). Auch der Blick in die Zukunft hat sich etwas aufgehellt. So gehen rund 27 Prozent der Verbraucher in Deutschland davon aus, dass ihre wirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten gut oder sehr gut sein wird. In der Herbstumfrage letzten Jahres waren es nur 25 Prozent, die mit diesem Optimismus in die Zukunft blickten.

Die Sparneigung hat zwar etwas zugenommen, liegt aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Nur 28 Prozent der Deutschen legen gegenwärtig regelmäßig etwas auf die hohe Kante. Damit hat sich der Anteil der Sparer gegenüber Herbst 2014 lediglich um zwei Prozentpunkte erhöht. Grund für die niedrige Sparneigung ist das historisch niedrige Zinsniveau. „Die Verbraucher bewerten Sparen immer noch als schleichende Geldentwertung“, so Zirbes.

Mehr als jeder Dritte plant kreditfinanzierte Anschaffungen

Die Neigung deutscher Verbraucher, Anschaffungen über Kredite zu finanzieren, hat sich leicht erhöht. 34,3 Prozent der Deutschen planen in den nächsten Monaten den Erwerb von Gütern über diesen Weg. Geplant sind insbesondere Käufe von Konsumgütern im Bereich Consumer Electronics, wie zum Beispiel Computer, Handy, Unterhaltungselektronik oder Haushaltsgeräte. Hier haben aktuell rund 36 Prozent der Deutschen kreditbasierte Anschaffungen vor (Herbst 2014: 37 %).

Interessant: Während die Neigung zur Kreditaufnahme zum Erwerb von Immobilien leicht von elf auf zehn Prozent gesunken ist, hat sich der Anteil derer, die sich ein Auto auf Pump anschaffen wollen, um vier Prozentpunkte auf 26 Prozent erhöht (Herbst 2014: 22 %). Was indes die aktuelle Nutzung von Krediten angeht, zeigt sich ein leichter Rückgang. So haben gegenwärtig nur 64 Prozent der Deutschen Schulden wie Kredite oder sonstige Verbindlichkeiten, gegenüber 67 Prozent im Herbst.

Schuldenstress der Deutschen leicht zurückgegangen

Der Anteil der Verbraucher, die mit einer finanziellen Überlastung kämpfen, hat sich gegenüber Herbst 2014 leicht verringert. Während in der Herbstumfrage noch 15 Prozent mit finanziellen Verbindlichkeiten zu kämpfen hatten, sind es aktuell nur 14 Prozent, die ihre Schuldenlast als erdrückend erleben. Allerdings hat sich der Anteil der Befragten, die in ihrem Umfeld jemand kennen, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt, von 54 auf 56 Prozent erhöht.

„Der weiterhin hohe gemessene Schuldenstress korrespondiert auch im Winter 2014/15 mit der Haltung der Deutschen zum Schuldenmachen“, konstatiert Boniversum. So lehnt auch weiterhin nur rund ein Viertel der Verbraucher in Deutschland (26 %)  Schulden machen grundsätzlich ab (Herbst 2014: 25 %).

Was indes die eigenen Zukunftschancen und des Sicherheit des Arbeitsplatzes angeht, zeigen sich die Deutschen weiterhin überwiegend optimistisch, wenn auch mit leichtem Abwärtstrend. So stufen gegenwärtig 77 Prozent der Deutschen ihren Arbeitsplatz in den kommenden drei Jahren als sicher ein, gegenüber 79 Prozent im Herbst 2014. Finanzielle Sorgen treiben derzeit 55 Prozent der Deutschen um, zwei Prozentpunkte weniger als in der Herbstumfrage (57 %). Auch die Angst vor einem Einkommensrückgang hat sich etwas abgeschwächt: Einen solchen fürchten aktuell nur 52 Prozent, gegenüber 54 Prozent im Herbst.

Eine detaillierte Zusammenfassung aller Ergebnisse der aktuellen Erhebung zum SchuldnerKlima-Index inklusive Grafiken steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

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