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UBA-Präsident Flasbarth warnt vor „erheblichen Mitnahmeeffekten“ beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Der Präsident des Umweltbundesamtes fordert eine Reform der Ökostromförderung in Deutschland. „Die jetzigen Regeln für die Privilegierung bei der EEG-Umlage ermöglichen erhebliche Mitnahmeeffekte“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin BIZZ energy today.
(PM) BIZZ energy today, Dezember-Ausgabe, 03.12.2012 - Von den Ausnahmeregelungen profitieren laut Flasbarth auch Unternehmen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen. Allerdings könne auch eine Reform dieser Regeln nicht verhindern, dass der Strompreis künftig steigen werde: „Selbst wenn alle Industrieunternehmen die Umlage zahlen müssten, bliebe es bei einem spürbaren Kostenanstieg, auch bei den Haushalten“, so Flasbarth.

In dem Interview mit BIZZ energy today warnt Flasbarth davor, bei der Kostendebatte die Chancen der Energiewende aus den Augen zu verlieren. „Wir leisten mit der Energiewende einen sehr starken Modernisierungsimpuls für Deutschland.“

Der Präsident des Umweltbundesamtes will die Energiewende in Einklang mit den Interessen des Naturschutzes bringen. „Die stärkste Bedrohung für die biologische Vielfalt in den nächsten Dekaden ist der Klimawandel. Deshalb braucht auch der Naturschutz die Erneuerbaren.“ Bestehende Konflikte liessen sich zum Beispiel durch ökologischen Waldumbau lösen. Wörtlich sagt Flasbarth im Interview mit BIZZ energy today: „Es gibt immer noch viele Monokulturen. Hier können Windräder errichtet werden und zugleich kann an solchen Stellen der ökologische Waldumbau vorangetrieben werden.“
Beim Bau von Stromtrassen sei es entscheidend, die Bevölkerung frühzeitig einzubinden. „Das Netz darf am Ende nicht zum Engpass der Energiewende werden“, so Flasbarth.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Weltklimagipfels in Doha beklagt Flasbarth, dass der Klimaschutz international von der politischen Agenda verschwunden sei. „Umso wichtiger ist es, dass wir konsequent an unseren Klimaschutzbemühungen festhalten. Deutschland kann mit der Energiewende zeigen, dass eine klimaverträgliche Wirtschaftsweise in einem hochentwickelten Industrieland möglich ist.“

In dem Interview mit BIZZ energy today fordert Flasbarth, die Europäische Union müsse bis zum Jahr 2020 nicht wie geplant 20 sondern 30 Prozent Treibhausgase einsparen. „Das wäre angemessen und würde die europäische Wirtschaft nicht überfordern“, so Flasbarth gegenüber BIZZ energy today.

Das vollständige Interview erscheint am 3. Dezember 2012 in der Dezember-Doppelausgabe von BIZZ energy today.
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