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News, 26.06.2008
Wirtschaft/Mittelstand (allgemein)
Trübe Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft
Laut einem Bericht der Konjunkturforscher vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) ist die deutsche Wirtschaft am Ende des Aufschwungs angelangt. Die goldene Zeiten sind in jedem Fall vorbei: Demnach wird sich das deutsche Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr halbieren.
Die Konjunktur in Deutschland trübt sich immer stärker ein. Obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2008 im Jahresdurchschnitt noch einmal um 1,8 Prozent wachsen werde, haben sich die Rahmendaten einem Bericht des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung zufolge deutlich verschlechtert. Wie das Institut berichtet, beruhe das relativ hohe Wachstum der deutschen Wirtschaft im Jahr 2008 auf Sondereffekten „und spiegelt daher den deutlichen Rückgang an konjunktureller Dynamik in diesem Jahr noch nicht wider“, demzufolge sowohl die Nachfrage nach Investitionsgütern als auch die Auslandsnachfrage zurückgehen. Da der private Konsum aufgrund der hohen Teuerungsrate die Konjunktur nicht stützen werde, rechnen die Experten in ihrer aktualisierten Konjunkturprognose für 2009 mit einem Wirtschaftswachstum von nur mehr 0,9 Prozent.

Nachdem die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal mit 1,5 Prozent überraschend stark gewachsen sei, fällt sie im zweiten Quartal laut IMK-Bericht nun deutlich zurück. „Beide Effekte haben die gleiche Ursache: Wegen des milden Wetters blieb das Baugewerbe im Winter 2007/2008 aktiv. Zudem kauften die Unternehmen im ersten Quartal ungewöhnlich viele Maschinen und Anlagen“, erklärt das Institut. Die Gründe hierfür sehen die Experten allerdings weniger in der aktuellen Nachfrage als vielmehr Produktionsengpässen in der Investitionsgüterindustrie, welche zu verspäteten Lieferungen nach dem Jahreswechsel geführt hätten. „Viele Firmen hatten noch versucht, die günstigeren Abschreibungsbedingungen von 2007 zu nutzen“, so das IMK. Diese positiven Sondereffekte kehren sich nun seit April ins Gegenteil um, da die vorgezogenen Aufträge der Bauindustrie nun fehlten und darüber hinaus auch die verschlechterten Abschreibungsbedingungen für Investitionsgüter greifen.

Darüber hinaus werden jedoch noch weitere Faktoren das deutsche Wirtschaftswachstum schon in naher Zukunft bremsen: „Pessimistischere Absatzperspektiven, höhere Kreditzinsen und hohe Rohstoffpreise sorgen dafür, dass die Investitionsgüterindustrie im Herbst 2008 ihre Rolle als Konjunkturmotor verliert“, prognostiziert das IMK. Auch die Exportwirtschaft wird kleinere Brötchen backen müssen, demzufolge sich das Wachstum der deutschen Exporte aufgrund des starken Euro und einer schwächeren Weltwirtschaft von sechs Prozent im Jahr 2008 auf vier Prozent 2009 verringern wird. Diese Entwicklung könne der Privatkonsum nicht auffangen. Zwar werden dem IMK zufolge die Effektivlöhne je Stunde im Jahr 2008 um 2,8 Prozent steigen und auch die verfügbaren Einkommen inflationsbereinigt um 0,5 Prozent leicht zunehmen. Da sich nach Einschätzung der Konjunkturforscher aber die Sparquote ebenfalls leicht erhöht, rechnete das IMK beim Privatkonsum nur mit einem Plus von 0,3 Prozent. Die Inflationsrate wird in diesem Jahr 2,9 Prozent betragen und 2009 im Jahresdurchschnitt auf 2,0 Prozent sinken.

Quelle: Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) / Hans-Böckler-Stiftung

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