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Japanische Toyama Universität startet Studien zu Oncothermie und Krebs

Forschung zur lokoregionalen Wärmetherapie
(PM) Troisdorf, 12.03.2015 - Die Toyama Universität in Japan beginnt in 2015 ein Forschungsprojekt zur Oncothermie. Diese spezifische, lokoregionale Sonderform der Hyperthermie wird in ihrer Wirkung auf bösartige Tumoren in fünf medizinischen Fachrichtungen untersucht: Gastroenterologie, Gynäkologie, Neurologie, Pulmologie und Orthopädie. Die wissenschaftliche Gesamt-Leitung hat Prof. Masahiko Kanamori vom Department of Human science, Orthopedic Surgery and Oncology.

Zum Start des Projektes ging Prof. Dr. András Szász, Begründer der Oncothermie, in seinem Gastvortrag auch auf die langjährige Erfahrung japanischer Mediziner mit der Hyperthermie und ihrer Erforschung ein. So datieren ersten Studien der Hyperthermia Study Group von 1978. Die Japanese Society of Hyperthermic Oncology (JSHO) wurde 1984 gegründet. Erst vor kurzem veröffentlichte die Toyama Universität eine Studie zum Zelltod durch Überwärmung: “Molekular mechanisms of hyperthermia-induced apoptosis enhanced by docosahexaenoic acid: implication for cancer therapy.“ Im Mai hatten japanische Forscher beschrieben, wie im Lauf einer Hyperthermie-Behandlung die Zahl freier Sauerstoffradikale in Krebszellen steigt. Diese vermehrte Eigenproduktion könne diese Krebszelle vernichten oder in ihrer Funktion stören.

Besonderes Augenmerk liegt in Japan auf der am häufigsten tödlich verlaufenden Krebsform Lungenkrebs. Hier setzen Forscher auch auf komplementärmedizinische Lösungen. Sie hoffen, dass die Kombination von Hyperthermie und Chemo- bzw. Strahlentherapie die Gesamttherapie optimiert. Diese könne sich einstellen, wenn etwa Lungenkrebszellen aufgrund ihrer schlechten Blutversorgung auf eine alleinige Chemotherapie wenig reagieren. (Re-irradiation plus regional hyperthermia for recurrent non-small cell lung cancer: A potential modality for inducing long-term survival in selected patients.

Szász verweist hier auf die doppelte Zielsetzung der Hyperthermie als nicht-invasive Anwendung. Einerseits erwärmt sie Tumorzellen, um sie direkt zu attackieren. Andererseits werden Tumorzellen im Rahmen einer Komplementärmedizin sensibler für eine konventionelle Behandlung mit Strahlen und Medikamenten. Während die Hyperthermie mit 42 Grad Celsius arbeitet, kommt Oncothermie mit 38 Grad aus. Ziel ist die (Selbst-)Vernichtung von Tumorzellen. Durch die punktuelle Anwendbarkeit (Selektion auf Zellebene) ist die lokoregionale Elektrohyperthermie besonders geeignet, um an der Oberfläche begrenzte oder tiefergelegene Tumoren und Metastasen zu behandeln. Diese lokale Hyperthermie - kombiniert mit Chemotherapie – hat das Ziel, die Schulmedizin im Rahmen einer integrativen Onkologie komplementärmedizinisch zu erweitern. Oft wird sie ergänzt um Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wie Akupunktur, Reiki, Massage, Meditation, Yoga, Tai Chi.
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