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Neueste Testergebnisse von Oekotest und Robin Wood: Wirklicher Ökostrom ist die Nadel im Heuhaufen

Ökostromangebote, die halten, was sie versprechen, sind sehr selten. Das belegen die beiden jüngsten Analysen von Oekotest und von der Umweltorganisation Robin Wood.
(PM) München, 31.08.2013 - Ökostromangebote, die halten, was sie versprechen, sind sehr selten. Das belegen die beiden jüngsten Analysen von Oekotest und von der Umweltorganisation Robin Wood.* Das Testmagazin Oekotest bewertet nur zwölf der getesteten Ökostromanbieter mit der Note sehr gut, darunter Polarstern. Und Robin Wood kommt in seiner Analyse gar zu dem Ergebnis, dass nur sechs der bundesweit tätigen Ökostromanbieter zu empfehlen sind, auch hier ist Polarstern darunter. Das Unternehmen gehört zu den wenigen bundesweiten Anbietern, die laut den Analysen unter anderem...

• nicht mit Atom- und Kohlekraftwerken verflochten sind – weder eigentumsrechtlich noch über die Kraftwerke, von denen sie Strom beziehen
• entsprechend auch keine Tarife anbieten, die Kohle- oder Atomstrom enthalten
• mindestens einen Tarif anbieten, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gespeist wird oder im Fall von Robin Wood ausschließlich „grüne Stromtarife“ anbieten, deren Strommix mindestens zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien und zu 50 Prozent aus gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammt
• Strom aus Neuanlagen beziehen
• eigenständig in den Ausbau der erneuerbaren Energie investieren

Alle diese Kriterien bei der eigenen Wechselentscheidung zu berücksichtigen, das sei für den einzelnen Verbraucher oft zu viel, sagt Birgit Holfert, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Bundesverband. Deshalb raten Verbraucherschützer wie sie, sich zum einen selbst auf der Webseite des Ökostromanbieters über die Art und Weise der Förderung erneuerbarer Energien zu informieren. „Das gibt einem einen ersten guten Eindruck. Denn wer nichts fördert, der erzählt auch nichts.“ Auch helfe bei der Wechselentscheidung auf vertrauenswürdige Ratgeber wie renommierte Gütesiegel, Tests und Empfehlungen von Umwelt- und Naturschutzverbänden zu setzen, um sich im Dschungel der Ökostromtarife zu orientieren. Schließlich seien intransparente Ökostromangebote der häufigste Kritikpunkt beim Wechsel zu Ökostrom. „Wer sich bewusst für Ökostrom entscheide, der will etwas für die Umwelt tun. Und, der will wissen, was die Firmen genau machen.“

Verbraucherschutz-Expertin: Drei Wege zu glaubwürdigem Ökostrom

Wer mit seiner Entscheidung für Ökostrom etwas bewirken will, der darf sich nicht allein am Namen Ökostrom orientieren, warnt Birgit Holfert. „Ökostrom ist kein geschützter Begriff. Das heißt, dass auch Anbieter lediglich CO2-Zertifikate kaufen können, um ihren Strom ‚grün’ erscheinen zu lassen, ohne jedoch tatsächlich in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren.“ Das Vergleichsportal TopTarif spricht von 106 Ökotarifen, zwischen denen jeder Kunde im Durchschnitt wählen kann.

Um hier nicht auf „grün gewaschene“ Tarife reinzufallen, helfen Verbrauchern die zwei renommierten und von Verbraucherschutzexperten empfohlenen Ökostrom-Siegel: ok-power Label und Grüner Strom Label. Daneben bieten unabhängige Tests, wie zum Beispiel der jüngste Ökostromtest von Oekotest, einen Überblick über die Qualität der angebotenen Tarife und Anbieter.

Schließlich sind Analysen und Empfehlungen großer Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie beispielsweise Robin Wood wichtige Ratgeber bei der Wechselentscheidung. „Naturschutzverbände betreiben aktiv Aufklärung im Ökostrommarkt. Sie schauen genau hin, welchen Strom sie ihren Mitgliedern und anderen interessierten Verbrauchern empfehlen“, sagt Birgit Holfert. Und im Zweifelsfall könne jeder auch direkt in der telefonischen, kostenlosen Beratung der Verbraucherzentralen nachfragen.

Polarstern: Glaubwürdig auch beim Ökogas

Noch seltener als im Ökostrommarkt sind wirkliche 100 Prozent Öko- oder Biogastarife im Gasmarkt. Das ergab eine Analyse** des unabhängigen Ökoenergieversorgers Polarstern. Nur knapp zehn Prozent der so betitelten Öko- beziehungsweise Biogasangebote basieren komplett auf nachwachsenden Rohstoffen. Rund ein Drittel sind so genannte Beimischprodukte mit einem Anteil von fünf bis 20 Prozent Biogas. Der Rest kommt hier aus fossilen Energiequellen. Insgesamt kompensiert fast die Hälfte der Ökogasangebote lediglich den verursachten CO2-Ausstoß von Erdgas, anstatt im Sinne der Energiewende, den Ausbau der erneuerbaren Energien auch im Gasmarkt zu fördern. 

* Pressemeldung von Oekotest zur neuesten Analyse: www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=102583&bernr=01, getestet wurden ausschließlich Tarife mit ok-power, Grüner Strom Label oder Gold, Eco-Zertifizierung

Ausführlicher Recherchebericht von Robin Wood: www.robinwood.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Energie/Oekostrom/Oekostromanbieter_im_Vergleich.pdf

Quelle:
** Berechnung basierend auf bundesweiten Ökogastarifen, Basis Verivox und gas.idealo.de, ergänzt durch eigene Recherche
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