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News, 29.08.2016
Reallohn-Zuwächse
Tariflöhne legen deutlich stärker zu als Inflation
Tarifbeschäftigte haben im zweiten Quartal 2016 ein deutliches Reallohnplus verzeichnet. Bedeutende Tarifabschlüsse, die in der ersten Jahreshälfte noch nicht wirksam waren, und die anhaltend niedrige Inflation dürften dafür sorgen, dass der Aufwärtstrend bei den Realverdiensten anhält.
Am stärksten stiegen die Tarifverdienste inflationsbereinigt im Handel (Bild: PantherMedia  / Goodluz)
Am stärksten stiegen die Tarifverdienste inflationsbereinigt im Handel (Bild: PantherMedia / Goodluz)
Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge verdienten Tarifbeschäftige im zweiten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 0,9 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2015. Lässt man die Sonderzahlungen bei der Betrachtung außen vor, erhöhten sich die Löhne und Gehälter binnen Jahresfrist sogar im Schnitt um 1,2 Prozent. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum dagegen lediglich im Schnitt um 0,1 Prozent. Damit hatten Tarifbeschäftigte in Deutschland im zweiten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 0,8 Prozent mehr Geld zum Leben zur Verfügung als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Wie die Statistikbehörde mitteilte, war das im zweiten Quartal ermittelte Reallohnplus bei den Tarifbeschäftigten zwar das geringste seit Beginn der Zeitreihe im Januar 2011. Grund hierfür war jedoch, dass bedeutende Tarifabschlüsse in der chemischen Industrie, der Metall- und Elektroindustrie sowie im öffentlichen Dienst noch nicht berücksichtigt werden konnten, weil diese noch nicht ausbezahlt beziehungsweise wirksam wurden. „Die entsprechenden Tarifverträge sind im zweiten Quartal somit ohne Erhöhung in den Tarifindex eingeflossen“, so das Statistikamt.

Diese statistische Unschärfe zeigt sich insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe, wo sich infolge der noch nicht berücksichtigten Tarifverträge lediglich ein Zuwachs der Realverdienste um 0,5 Prozent ergibt, sowie in den Bereichen, in denen der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Gemeinden (TVöD) eine große Bedeutung hat. Hierzu zählt unter anderem das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Wasserversorgung und Entsorgungswirtschaft mit jeweils nur einem Reallohnplus von 0,1 Prozent, aber auch die Energieversorgung (+ 0,5 %) sowie die Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+0,8 %)

Die höchsten Reallohnzuwächse verzeichneten Tarifbeschäftigte im Handel. Hier erhöhten sich die Löhne und Gehälter im zweiten Quartal im Schnitt auf Jahressicht um 3,3 Prozent. Auch bei Beschäftigten von Unternehmen aus dem Zweig „sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ – hierunter fallen etwa Wach- und Sicherheitsdienste sowie Reisebüros -  legten die Verdienste mit einem  Tariflohnplus von real 2,2 Prozent überdurchschnittlich zu. Gleiches galt im Gastgewerbe, wo sich die Tarifverdienste binnen Jahresfrist im Schnitt um 2,0 Prozent erhöhten.

cs/Destatis
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