Neben weit reichenden Informationsdefiziten gibt es jedoch noch weitere Gründe, die viele Unternehmen zögern lassen, den Einsatz web-basierter Services zu forcieren. Laut Studie befürchten 23 Prozent der befragten Unternehmen Probleme im Hinblick auf die Kontrolle veröffentlichter Inhalte. Ein weiterer Grund sind Sicherheitsbedenken, die in rund jedem fünften Unternehmen (21%) den Web 2.0-Enthusiasmus bremsen. In Deutschland und in Frankreich ist die Sorge um die Sicherheit besonders groß. Dort sind jeweils rund ein Drittel (33% bzw. 32%) der Befragten, die durch den Einsatz von Web 2.0-Technologien negative Folgen für die Datensicherheit befürchten.
Als wichtigsten Aspekt, der für den Einsatz von Web 2.0-Anwendungen spricht, nennen 41 Prozent der befragten Unternehmen die damit einhergehende Möglichkeiten zur Intensivierung des Kundendialogs und Verbesserung der Kundenbeziehungen. Weiterhin ein wesentlicher Grund zum Einsatz web-basierter Services ist für rund vier von zehn Befragten (38%) die Automatisierung von Geschäftsprozessen und dadurch Kosten einzusparen. Ein weiteres Drittel (31%) der Unternehmen sieht in Web 2.0-.Technologien ein wirkungsvolles Instrument zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Unternehmen und 28 Prozent die Möglichkeit, einfachere Schnittstellen zu Partnern und/oder Zulieferern aufzubauen.
Ein neues Feld, das der Studie zufolge fast ein jedes fünfte Unternehmen (18%) innerhalb des nächsten Jahres nutzen möchte, ist der Einsatz so genannter „Mashups“, mit deren Hilfe Web-Inhalte wie Texte, Bilder, Töne oder Videos anderen Webseiten und Anwendungen zur Verfügung gestellt und jederzeit neu kombiniert werden können. Bezogen auf die weitere Verbreitung der Web 2.0-Technologien in Unternehmen zeigt sich Martin Percival, EMEA Senior Technology Evangelist bei BEA Systems, trotz aller derzeit noch in vielen Unternehmen vorhandenen Wissensdefizite, optimistisch: „Die neuen Web 2.0 Social Software Anwendungen wie Blogs, Wikis, soziale Netzwerke und Mashups werden zunehmend in Unternehmen eingesetzt. Sie haben das Potenzial die Produktivität der Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing, Vertrieb, Kommunikation, Forschung & Entwicklung und Human Resources maßgeblich zu erhöhen.“ Dabei würden sich die service-orientierten Architekturen von heute in noch wertvollere Partizipations-orientierten Architekturen verwandeln, so Percial zur weiteren Zukunft.