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News, 25.01.2019
Bewerbungsstudie
Vorstellungsgespräche für Bewerber vielfach unbefriedigend
Im „war for talents“ ist es für Unternehmen wichtiger denn je, in Vorstellungsgesprächen bei Stellensuchenden zu punkten. Einer aktuellen Studie nach sagt jedoch mehr als jeder dritte Bewerber noch während der Auswahlprozesses von sich aus ab.
Aus Bewerbersicht sind viele Interviewer auf Vorstellungsgespräche nicht gut vorbereitet.
Aus Bewerbersicht sind viele Interviewer auf Vorstellungsgespräche nicht gut vorbereitet.

Für Unternehmen wird es immer schwieriger, im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zu bestehen. Gerade sogenannte MINT-Fachkräfte und High Potentials haben bei der Arbeitgebersuche mehr denn je fast freie Wahl. Vor diesem Hintergrund sind ein exzellentes Employer Branding sowie ein professioneller Recruiting- und Auswahlprozess für Arbeitgeber essenziell. Wie eine repräsentative Studie im Auftrag des Video-Recruiting-Anbieter viasto jetzt allerdings ermittelt hat, schaffen es viele Unternehmen nicht, sich in der Interviewphase bei Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber zu empfehlen. So gab in der Befragung gut jeder fünfte Bewerber (21 %) an, schon einmal nach einem Vorstellungsgespräch von sich aus abgesagt zu haben, und mehr als jeder achte Befragte (13 %) gab einem Unternehmen schon nach einer bereits erhaltenen Jobzusage noch einen Korb. Lediglich zwei Prozent haben schon einmal noch ehe es zu einem Interview gekommen war, eine Bewerbung bei einem potenziellen Arbeitgeber zurückgezogen.

Jeder vierte Bewerber testet nur seinen Marktwert

Die Gründe für Jobabsagen von Kandidaten, die sich nach erfolgreichem Bewerbungsschreiben ja eigentlich bereits im engeren Kreis der Personalauswahl befanden, sind vielfältig. Bei 38 Prozent verbarg sich hinter der Absage ein besser dotiertes Jobangebot – jeweils zur Hälfte vom alten Arbeitgeber beziehungsweise von anderen ausschreibenden Unternehmen. Ein Viertel der absagenden Bewerber gab an, letztlich nur ausgelotet zu haben, ob der ausgeschriebene Job besser sei als ihr aktueller. Bei 28 Prozent begründete sich das Zurückziehen der Bewerbung, dass sie den spezifischen Auswahlprozess als zu lang oder insgesamt als unzufriedenstellend empfanden. Weitere 18 Prozent entschieden sich zwischenzeitlich für eine andere Stelle, die persönlich besser zu ihnen passte und 14 Prozent für eine solche, die den fachlichen Fähigkeiten mehr entsprach.

„Der viel diskutierte Bewerbermarkt ist längst Realität. Das zeigt einmal mehr unsere Studie. Ein Großteil der Kandidaten nutzen das Vorstellungsgespräch, um Arbeitgeber zu selektieren,“ so Martin Becker, Geschäftsführer bei viasto. Arbeitgeber müssten lernen, dass der Auswahlprozess für Kandidaten ein vitaler Touchpoint mit der realen Arbeitgebermarke sei – gelebt im persönlichen Kontakt. „Wer hier überzeugt, gewinnt die besten Talente für sich. Wer aber eine schlechte Figur abgibt, etwa durch eine unstrukturierte Vorgehensweise, verschenkt im so oft beklagten Fachkräftemangel eine große Chance.“

Auf Seiten der Bewerber herrscht indes ein klares Bild davon, was ein gutes Jobinterview ausmacht. Wichtigste Voraussetzungen, um Bewerber vom Unternehmen zu überzeugen, sind demnach für nahezu drei Viertel der Befragten eine gute Gesprächsatmosphäre, gefolgt von einer klaren Strukturierung des Interviews (48 %), wobei sich die Mehrheit im Vorstellungsgespräch vor allem zielführende Fragen erwartet, insbesondere im fachlichen Bereich (60 %), aber auch bei persönliche Themen (53 %).

Vorhersehbarer Fragen aus Bewerbungsratgebern

Gegen eine strukturierte Herangehensweise und zielführende Fragen spricht allerdings die tatsächliche Auswahl der Fragen, die den Kandidaten im Jahr 2018 gestellt wurden. „Diese klingen wie ein Potpourri der Gassenhauer in Jobinterviews und sind in jedem durchschnittlichen Bewerbungsratgeber aufgelistet“, fasst Becker zum genannten Fragenkatalog zusammen. So wurde beispielsweise 82 Prozent der Kandidaten die Frage nach ihrer größten Stärke oder die nach der größten Schwäche gestellt. Ein Drittel der eingeladenen Bewerber sollten einen Ausblick liefern, wo sie sich in drei Jahren sähen. Darüber hinaus wurden neun Prozent der Kandidaten aufgefordert zu erzählen, was sie über ihren letzten Vorgesetzten denken. Vor diesem Hintergrund ist es denn auch nicht verwunderlich, dass sich 36 Prozent der Befragten nicht umworben fühlten und 54 Prozent das Gefühl hatten, sich in einer Prüfungssituation zu befinden.

Interessante Ergebnisse erbrachte auch die Befragung zur Besetzung der Vorstellungsgespräche. Demnach ist nur in rund zwei von drei Gesprächen (68 %) mindestens ein Vertreter aus der Personalabteilung und lediglich in gut der Hälfte aller Interviews (52 %) der potentielle Vorgesetzte aus der Fachabteilung dabei. Von der Geschäftsführung nimmt an Vorstellungsgesprächen dagegen eher selten (30 %) ein Vertreter teil. In diesem Kontext offenbart die Studie, was die Vorbereitung der Arbeitgebervertreter auf das Interview angeht, vielfach Handlungsbedarf. So sind nach Urteil der Befragten lediglich rund vier von zehn Personalverantwortliche auf das Interview gut vorbereitet – ebenso viele wie bei den Vertretern aus der Fachabteilung. Bei Gesprächsteilnehmern aus der Chefetage trifft dies aus Kandidatensicht sogar noch nicht einmal auf jeden Dritten (29 %) zu.

cs/viasto; Bild: Jopwell x PGA / Pexels

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