Während die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Globalisierung den Ruf nach weltweit verbindlichen sozialen und ökologischen Standards immer lauter werden lassen, belegt die aktuelle Studie, dass sich sozial und ökologisch verantwortliches unternehmerisches Handeln in jeder Hinsicht für ein Unternehmen auszahlt. So erzielten Unternehmen, die sozial- und umweltbewusst handeln, Kienbaum zufolge klare Wettbewerbsvorteile durch
Wie die im Rahmen der Studie durchgeführte Befragung von mehr als 200 weltweit agierenden Großunternehmen zeigt, haben so genannte „Global Player“ die Vorteile einer sozial und ökologisch verantwortlichen Unternehmensführung längst erkannt. So halten nach Auskunft von Kienbaum 70 Prozent der Top-Manager dieser Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit für eine Grundvoraussetzung langfristigen Erfolges. Entsprechend rangieren Umweltaspekte vor allem bei für den weltweiten Einkauf zuständigen Managern ganz oben, während gesamtverantwortliche Geschäftsführer ihr Augenmerk stärker auf soziale Initiativen richten.
„Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie. Das beschränkt sich nicht auf den Heimatmarkt: Auch mit Blick auf internationale Niederlassungen und Zulieferer beeinflusst das ökologische und soziale Verhalten nicht nur das Image eines Unternehmens oder das Anlageverhalten, sondern auch das operative Arbeiten positiv“, sagt Professor Lutz Kaufmann, Studienleiter an der WHU. Wie Kienbaum berichtet, manifestiere sich verantwortliches Handeln im Kontext schnell wachsender Märkte dabei vor allem in sieben Feldern:
In diesem Zusammenhang ermittelte die Studie, dass jeweils das Drittel der Firmen mit den höchsten Umsatzrenditen einer Branche ein um durchschnittlich 13 Prozent höheres Engagement in diesen Feldern aufwies als das Drittel mit den niedrigsten Umsatzrenditen. Auch beim Image, dem Grad der Mitarbeiterbindung und der Lernfähigkeit der Organisation sowie der operativen Leistungsfähigkeit schnitten die engagiertesten Unternehmen besser ab. Kienbaum nennt hierzu ein Beispiel: „Fördert ein Unternehmen beispielsweise die Lebensbedingungen durch bessere medizinische Versorgung oder Bildungsprojekte, fördert dies die Kooperation mit den lokalen Behörden und sorgt für positive Image-Effekte bei potenziellen Mitarbeitern.“
Ein weiteres Beispiel für den unternehmerischen Nutzen einer von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit geprägten Unternehmensführung liefert der Sportlifestyle-Hersteller Puma mit seinem S.A.F.E.-Konzept zum Lieferantenmanagement: So kategorisiere Puma nach Angaben von Kienbaum die Lieferanten entsprechend ihrer ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit und habe über eine dahingehende systematische Auswahl und Überprüfung seiner Lieferantenbeziehungen, anders als viele Konkurrenten, negative Schlagzeilen vermeiden können.
„Manager sollten bei Investitionen in Umwelttechnologie immer bedenken, dass sie auch Effektivität und Innovation gewinnen“, so Professor Lutz Kaufmann. Daneben ebenfalls zu berücksichtigen sei, dass soziale Verantwortung auch einen starken Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität habe. „Beide Aktivitäten haben über die geschilderten positiven operativen Effekte hinaus einen erheblichen positiven Einfluss auf das Unternehmensimage“, fasst der Professor die Studienergebnisse zusammen.
Quelle: Kienbaum