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News, 05.07.2011
Studie
Private Equity-Anbieter buhlen um deutschen Mittelstand
Der Private Equity-Markt in Deutschland boomt: Laut einer aktuellen Studie sind die Rahmenbedingungen für Risikokapital im deutschen Mittelstand so gut wie lange nicht.
Vor allem Unternehmen aus dem IT-Sektor haben derzeit beste Chancen an außerbörsliches Beteiligungskapital (Private Equity) zu kommen.
Vor allem Unternehmen aus dem IT-Sektor haben derzeit beste Chancen an außerbörsliches Beteiligungskapital (Private Equity) zu kommen.
Das Interesse von Beteiligungsgesellschaften am Mittelstand in Deutschland wächst. Wie eine aktuelle Studie der internationalen Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner ergeben hat, planen in diesem Jahr 98 Prozent der Risikokapitalgeber neue Beteiligungen an deutschen Unternehmen, 60 Prozent der Finanzinvestoren sogar drei bis vier Beteiligungen. Dabei wollen neun von zehn befragten Private Equity-Gesellschaften sich bei Mittelständlern mit einem Jahresumsatz bis zu 100 Millionen Euro engagieren. Auch für den Ausstieg aus Beteiligungen hat sich der Markt verbessert. So stehen bei 79 Prozent der Private Equity-Anbieter im laufenden Jahr Verkäufe von Beteiligungen an. Im Vorjahr war der Anteil derer, die Exits planten, nur bei 63 Prozent gelegen. Eine Folge der Entwicklung: die Unternehmenspreise für Beteiligungen steigen.

Boomjahr für Private Equity


Laut Studie gehen 84 Prozent der Private Equity-Anbieter in diesem Jahr von einer besseren Marktentwicklung als im Jahr 2010 aus. Im Vorjahr hatten dies nur 66 Prozent prognostiziert. Weitere 80 Prozent der Beteiligungsgesellschaften sehen auch für Börsengänge 2011 ein besseres Marktumfeld als im vergangenen Jahr. Haupttreiber des Aufschwungs am deutschen Beteiligungsmarkt ist insbesondere die gute Konjunktur.  ''Die Mittelständler setzen auf Risikokapital, um das Wachstum im Wirtschaftsaufschwung zu finanzieren'', erklärt Wolfgang Kraus, Geschäftsführender Partner von Rödl & Partner. Hinzu kommt, dass in vielen Unternehmen die Regelung der Unternehmensnachfolge ansteht.  ''Wir stehen vor einem Boomjahr für Private Equity im Mittelstand. Viele Gesellschaften werden in diesem Jahr aber auch Kasse machen und aus Beteiligungen aussteigen. Dies wird den Markt für Unternehmensverkäufe weiter anheizen und endlich für mehr Börsengänge sorgen'', so Kraus weiter.

Rödler & Partner zufolge sei daher auszugehen, dass sich der Wert des Beteiligungskapitals in Deutschland in diesem Jahr weiter erhöhen und deutlich über der Vorjahresmarke von 4,4 Milliarden Euro liegen wird. Im Fokus der Beteiligungsbranche indes bleibt dabei weiter klar der Mittelstand. So liegt das Transaktionsvolumen bei 71 Prozent der Private Equity-Anbieter unter 20 Millionen Euro. „Die Beteiligungsbranche hat erkannt, dass sie im Mittelstand die attraktivsten Investitionschancen vorfindet. Die Liquidität dafür ist vorhanden'', erläutert Studienleiter Björn Stübiger, Partner von Rödl & Partner. Gleichzeitig treiben der Boom sowie die steigende Zahl an ausländischen Investoren laut Stübiger die Unternehmenspreise in die Höhe. Leider schießen viele Unternehmen aber dabei übers Ziel hinaus bzw. überschätzen ihren Wert für Investoren, wie Stübiger berichtet: „Viele Beteiligungen scheitern an zu hohen Preisvorstellungen und an der geringen Zahl interessanter Unternehmen.''

IT- und Hightech-Unternehmen klarer Favorit

Mit Abstand das größte Interesse bei Private Equity-Anbietern finden die Branchen IT, Cleantech und Medizintechnik. Sie rangieren als Zielmärkte für Beteiligungen in diesem Jahr ganz oben. Aber auch konjunkturabhängige Branchen stehen Rödl & Partner zufolge wieder mehr im Fokus. So rückte der Maschinenbau inzwischen wieder auf Platz 4 vor - und die im letzten Jahr noch abgeschlagene Automotive-Branche mit Platz acht zumindest wieder unter die Top 10. Auf dem fünften Platz im Favoriten-Ranking der Beteiligungsbranche: der Sektor Erneuerbare Energien. „Angesichts der Katastrophe von Fukushima und der globalen Energiewende wird deren Bedeutung weiter zunehmen“, so Rödl & Partner.

''Beteiligungskapital ist heute aus der Wachstumsfinanzierung im Mittelstand nicht mehr wegzudenken. Nicht die ,big deals'' sondern mittelständische ,smart deals'' begründen den Optimismus der Beteiligungsbranche'', hält Kraus als Fazit fest. Stübiger zufolge müsse allerdings das Finanzierungsumfeld hierzulande noch verbessert werden, da die Risikokapitalgeber allein durch die Innovationskraft der Unternehmen angezogen würden. ''Wenn auch ausländische Kapitalinvestoren dauerhaft hierzulande investieren sollen, muss die Politik endlich die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen verbessern.''
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