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News, 01.03.2010
Studie
Mittelstand sorgt sich um Unternehmensfinanzierung
Während sich die Rahmenbedingungen zur Unternehmensfinanzierung weltweit verbessert haben, schätzt der deutsche Mittelstand die Lage fast unverändert pessimistisch ein.
Nach Informationen der weltweiten Dachorganisation unabhängiger Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften Grant Thornton International erwarten 64 Prozent der deutschen Familienunternehmen, dass sich die Finanzierungsbedingungen für den deutschen Mittelstand verschlechtern oder sogar wesentlich verschlechtern werden. Damit hat sich der Anteil deutscher Unternehmen, die bei der Unternehmensfinanzierung mit verschlechterten Bedingungen rechnen im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert (2009: 67%). In der EU sowie weltweit zeigt sich ein gegenteiliges Bild: Im Durchschnitt hat sich hier die Zahl der Unternehmen, die bei der Kapitalbeschaffung eine Negativ-Entwicklung sehen, im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. Das geht aus dem aktuellen Grant Thornton International Business Report 2010 (IBR) hervor, der auf einer Umfrage unter weltweit 7.400 Unternehmen in 36 Ländern basiert. Danach erwartet weltweit nurmehr rund ein Viertel der befragten Unternehmen, dass sich die Finanzierungsbedingungen noch weiter verschlechtern (2009: 61%). In der EU ist ebenfalls nur eine Minderheit (34%) noch pessimistisch - gegenüber 60 Prozent im Jahr 2009.

Mittelstand sieht Banken nun in der Pflicht

Trotz der weit verbreiteten Sorgen im Hinblick auf die Unternehmensfinanzierung fühlen sich weltweit gut zwei Drittel der befragten Firmen (69%) von ihren Banken gut betreut und unterstützt. Ähnlich das Bild in Deutschland sowie in der EU: Hier zeigen sich 62 Prozent mit ihrer Bank zufrieden. Grant Thorten zufolge stellen die Sorgen im deutschen Mittelstand einerseits und andererseits die mehrheitlich Einschätzung der Unternehmen, sich auf die eigene Bank verlassen zu können, jedoch nur scheinbar eine Diskrepanz dar: “Im Krisenjahr 2009 haben die meisten Unternehmen deutlich weniger investiert, was zu einem spürbaren Rückgang des Working Capital geführt hat. Das freigewordene Geld haben die Banken direkt zur Tilgung von bestehenden Krediten bei den Unternehmen eingefordert“, so Dr. Christian Kirnberger, Geschäftsführer der deutschen Grant Thornton GmbH. Nun aber erwarteten die Mittelständler von ihren Banken die Gegenleistung, da viele Unternehmer bereits das Licht am Ende des Tunnels sehen und jetzt Kredite brauchen, um investieren zu können. „Auf lange Sicht können sich die Unternehmen einfach nicht vorstellen, dass die Banken ihre restriktive Kreditvergabe beibehalten werden. Noch gibt es keine Kreditklemme auf breiter Front, aber der Aufschwung, für den das Geld benötigt wird, droht abgeklemmt zu werden“, sagt Kirnberger.

Factoring und Fördermittel gewinnen an Bedeutung

Vor dem Hintergrund der restriktiven Kreditvergabe hat sich die Bedeutung der unterschiedlichen Finanzierungsquellen in den vergangenen 12 Monaten leicht verlagert. So setzte der Mittelstand beispielsweise anstelle kurzfristiger Kredite verstärkt auf Factoring, um den Cashflow zu erhöhen. Daneben zeigte sich ein Trend von langfristigen Darlehen hin zu Kapitalbeteiligungen durch institutionelle und private Investoren sowie zu Investitionszulagen in Form von öffentlichen Fördermitteln. Diese Entwicklung setzt sich fort: Unter den von Mittelständlern für 2010 genannten Finanzierungsquellen entfallen auf Investitionszulagen (+ 5%) und Factoring (+4%) die höchsten Zuwachsraten. In Deutschland legen diese Finanzierungsformen um sechs bzw. zwei Prozent zu.

In diesem Kontext zeigt Grant Thorton zufolge die Erhebung, dass sich die Gewichtung der präferierten Finianzierungsquellen völlig verschoben habe. „2003 waren die kurzfristigen Kredite mit knapp 60 Prozent die Hauptquelle. Jetzt liegt dieser Wert bei -4 Prozent“, erklärte Kirnberger. Gleichzeitig hätten sich im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise die Investitionszulagen weltweit als Finanzierungsquelle durchgesetzt. „Vor sieben Jahren war dies nur für 17 Prozent der mittelständischen Unternehmen eine Option“, so der Experte.

[Quelle: Grant Thorten]
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