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News, 03.01.2008
Studie
Mitarbeiterzufriedenheit in Deutschland gesunken
­Nur vier von zehn deutschen Arbeitnehmern gehen in ihrem Arbeitsalltag vollends motiviert und engagiert zu Werke. Steigender Stress und Leistungsdruck sowie eine häufig unzureichend mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur haben die Mitarbeiterzufriedenheit in Deutschland in den letzten Jahren deutlich sinken lassen, wie eine aktuelle Studie belegt.
Fast jeder fünfte Arbeitnehmer (18%) hierzulande ist mit der eigenen Arbeit „akut unzufrieden“. Rund jeder siebte Mitarbeiter (14%) zeigt sich im Arbeitsalltag desinteressiert. Dies geht aus einer neuen Studie zur Unternehmenskultur, Arbeitsqualität und dem Mitarbeiterengagement hervor, die das Kölner Marktforschungsinstitut Psychonomics im Auftrag des Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMAS) einem Bericht der Online-Ausgabe der Tageszeitung „DIE WELT“ zufolge im Jahr 2006 unter 37 000 Beschäftigten in 314 Unternehmen aus den zwölf größten Branchen durchgeführt hat. Demnach hat sich die Zahl der Arbeitnehmer, die mit ihrem Job und Arbeitgeber „völlig zufrieden“ sind, seit dem Jahr 2001 mehr als halbiert.

Während die „Akut-Unzufriedenen“ eine sehr geringe Arbeitszufriedenheit und äußerst schwache Identifikation mit ihrem Arbeitgeber aufweisen, messen „Desinteressierte“ der WELT zufolge der Berufstätigkeit grundsätzlich eine geringe Bedeutung bei und zeigen sich weniger als andere bemüht, ihre Arbeit mit Freude zu erledigen und ihr berufsbezogenes Wissen weiterzuentwickeln. Obwohl sich beide Gruppen über eine unterdurchschnittliche Arbeitszufriedenheit und nur geringes Engagement auszeichnen, erlebten „Desinteressierte“ jedoch das Unternehmen und die Arbeit weniger negativ als die „Akut-Unzufriedenen“. Aus den Ergebnissen der Studie folgerten die Forscher, so die WELT, dass deutsche Unternehmen erfolgreicher sein könnten, wenn sie mehr auf ihre Mitarbeiter eingingen. Wie aus dem Bericht hervorgeht, werde jedoch das grundsätzlich vorhandene Potenzial in den meisten deutschen Firmen nicht ausreichend genutzt.

Woran es demnach in vielen Unternehmen noch mangelt, ist die Entwicklung einer mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur. Zwar zeigten sich der WELT zufolge rund drei Viertel der Arbeitnehmer im Großen und Ganzen mit ihrem Job zufrieden. Verglichen mit einer Studie aus dem Jahr 2001 nehme der Anteil der zufriedenen Mitarbeiter jedoch ab. So sei der Anteil derer, die mit ihrer Arbeit „völlig zufrieden“ sind, innerhalb von fünf Jahren von 16 auf sechs Prozent gesunken. Knapp zwei Drittel der Befragten identifizieren sich der Studie zufolge zwar mit ihrem Unternehmen und bewiesen eine hohe Einsatzbereitschaft. Zum Kreis der „Aktiv-Engagierten“ und damit derer, die noch lang bei ihrem Arbeitgeber bleiben möchten und höchste Einsatzbereitschaft zeigen, zählt die Studie jedoch nur rund ein Drittel (31%) der Befragten. Weitere 37 Prozent der Arbeitnehmer, von den Forschern als „Passiv-Zufriedene“ bezeichnet, seien mit ihrer Arbeit insgesamt zwar relativ zufrieden, wiesen jedoch nur eine durchschnittlich ausgeprägte Einsatzbereitschaft auf und achteten weniger stark darauf, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auf dem Laufenden zu halten, schreibt die WELT.

Die Lösung, um zum einen die Zufriedenheit, Motivation und Leistungsbereitschaft von Arbeitnehmern zu steigern und zum anderen deren Bindung an das Unternehmen zu erhöhen, sehen die Forscher dem Bericht der WELT zufolge in der Entwicklung einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur. So belege die Studie eine signifikante Korrelation zwischen Unternehmenskultur, dem Engagement der Mitarbeiter und dem Unternehmenserfolg, wonach 30 Prozent des Unternehmensgewinns durch eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur erklärbar seien. Als wichtigste Treiber für das Engagement von Arbeitnehmern nennt die Studie an erster Stelle Stolz, gefolgt von Teamorientierung und Fairness.

Nach Einschätzung von Andreas Schubert, Vorstand der Psychonomics AG, sind jedoch zufriedene Mitarbeiter alleine kein Garant für unternehmerischen Erfolg. Wer dies glaube, so Schubert, müsse umdenken. Wirtschaftlich erfolgreiche Kulturen konzentrierten sich nach Auskunft Schuberts auf die Schaffung von Stolz und Identifikation als oberstem Führungsziel. Dass eine stärkere Mitarbeiterorientierung durchaus Not tut, zeigt auch weiteres Ergebnis der Befragung, wonach der Stress am Arbeitsplatz in deutschen Unternehmen in den letzten Jahren weiter deutlich gestiegen ist: Hatten 2001 nur rund die Hälfte (48%) der befragten deutschen Arbeitnehmer angegeben, dass der erlebte Arbeitsstress gestiegen sei, beklagten eine solche Zunahme im Rahmen der neusten Umfrage fast zwei Drittel (62%) der Befragten.

Quelle: www.welt.de


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