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News, 24.04.2014
Weniger Dauer-Erwerbslose
Langzeit-Arbeitslosigkeit in Deutschland rückläufig
Deutschland hat bei der Bekämpfung der Langzeit-Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren einen großen Schritt nach vorne gemacht und diese stärker zurückgedrängt als andere Länder in Europa.
Geringqualifizierte haben es in Deutschland jedoch schwerer als in anderen Ländern, einen Job zu finden.
Geringqualifizierte haben es in Deutschland jedoch schwerer als in anderen Ländern, einen Job zu finden.

In Deutschland gibt es immer weniger Menschen, die länger als zwölf Monate ohne Job sind. Das zeigt eine neu veröffentlichte internationale Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur sogenannten Langzeit-Erwerbslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit in Deutschland, Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden, Spanien und Schweden. Danach hat sich der Anteil der Langzeit-Erwerbslosen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren in Deutschland im Zeitraum 2008 bis 2012 gemessen an der Gesamtbevölkerung von 3,8 Prozent auf 2,6 Prozent verringert. Damit hat sich Deutschland im Vergleich der untersuchten Länder binnen von vier Jahren vom letzten auf den zweiten Platz verbessert. Nur in den Niederlanden lag die Langzeit-Erwerbslosigkeit noch niedriger (2012: 2,3 %).

Auch bei der sogenannten Langzeit-Nichterwerbstätigkeit (Erwerbslose, Erwerbsunfähige und Personen im Vorruhestand) konnte sich Deutschland deutlich verbessern. Sie verringerte sich von 11,8 Prozent im Jahr 2008 auf 9,8 Prozent im Jahr 2012. Hier wies im Ländervergleich nur Schweden einen besseren Wert aus (2012: 9,4 %).

Geringqualifizierte in Deutschland überdurchschnittlich stark betroffen

Was die Chancen von Geringqualifizierten auf dem Arbeitsmarkt angeht, offenbart die Studie allerdings in Deutschland Nachholbedarf. So ist der Anteil der Geringqualifizierten an der Gesamtbevölkerung in Deutschland im internationalen Vergleich dem IAB zufolge zwar gering, der Anteil der von verfestigter Nichterwerbstätigkeit betroffenen Geringqualifizierten aber überdurchschnittlich hoch. Hier brauche es in Deutschland dem IAB zufolge Qualifizierungsangebote, um diese besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Daneben gelte es den Forschern nach, den Anteil der Schul- und Ausbildungsabbrecher in Deutschland weiter zu verringern. „Dies wäre eine Möglichkeit, den harten Kern der Arbeitslosigkeit zu verkleinern“, so das IAB.

Vergleichsweise hoher Anteil an Vorruheständlern

Wie die Studie des Weiteren ergab, liegt der Anteil der Erwerbstätigen, die die Möglichkeit zum Vorruhestand in Anspruch nehmen,  in Deutschland zwar noch immer höher als in anderen Untersuchungsländern. Allerdings hat sich der Anteil älterer Erwerbstätiger durch den Abbau vorzeitiger Verrentungsmöglichkeiten stark erhöht. So gingen 2012 in Deutschland 61,5 Prozent der 55 – bis 64-Jährigen einem Job nach. Vier Jahr zuvor hatte dies erst für ein gutes Drittel aller Deutschen dieser Altersgruppe (37,6 %) gegolten. „Bei diesem Anstieg spiele aber auch die wachsende Erwerbsbeteiligung älterer Frauen eine Rolle“, so das IAB.

Erwerbslosigkeit aufgrund von Krankheit oder Erwerbsunfähigkeit ist dagegen in Deutschland wenig verbreitet als in anderen Ländern. Grund hierfür ist dem IAB zufolge, dass die Erwerbsminderungsrente in Deutschland verglichen mit Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien oder Schweden restriktiv gestaltet ist. Kehrseite sei, dass eine relevante Zahl von Hartz IV-Empfängern nur eingeschränkt beschäftigungsfähig sei. Sollte für diese ein „sozialer Arbeitsmarkt“ geschaffen werden, wäre nach Meinung der Arbeitsmarktforscher eine enge Abgrenzung der Personengruppe wichtig.

Die IAB-Studie steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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