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News, 22.09.2014
Studie Kreditnutzung
Deutsche bei Krediten eher zurückhaltend
Die Deutschen wägen bei Krediten sehr genau ab: Kurzlebige Anschaffungen auf Pump kommen für die meisten Verbraucher in Deutschland nicht in Frage.
Jeder zehnte Deutsche hat schon einmal einen Kredit zum Ausgleich seines Dispos aufgenommen.
Jeder zehnte Deutsche hat schon einmal einen Kredit zum Ausgleich seines Dispos aufgenommen.
Bei Krediten halten es die meisten Deutschen mit der Devise: ja, aber nur wenn nötig und sinnvoll. Kredite zur Befriedigung kurzlebiger Konsumwünsche oder zum Kauf von Luxusgütern, die man sich ansonsten nicht leisten könnte, sind für die Mehrheit dagegen tabu, ergab jetzt eine repräsentative Studie der Postbank. So haben nach dieser rund 42 Prozent der Deutschen schon einmal einen Ratenkredit in Anspruch genommen, davon allerdings zwei Drittel der Befragten den oder die Kredite ausschließlich zur Finanzierung nötiger Anschaffungen genutzt. Weitere knapp 13 Prozent der Deutschen über 18 Jahren haben bisher zwar noch nichts auf Pump gekauft, könnten sich den Rückgriff auf Kredite jedoch vorstellen. Immerhin 43 Prozent der Deutschen lehnen dagegen Kredite grundsätzlich ab.

Kreditvolumen im Schnitt knapp 14.000 Euro


Verbraucher, die einmal einen Kredit in Anspruch genommen haben, nutzen diese Möglichkeit zur Finanzierung von Konsumvorhaben in  aller Regel auch später wieder. So hat der Durchschnitt aller Deutschen, die bereits ein Darlehen aufgenommen haben, insgesamt in der Vergangenheit zwei Kreditverträge abgeschlossen. Voraussetzung für die Aufnahme eines Kredits ist jedoch für die meisten, dass das erworbene Gut für längere Zeit Bestand hat und von Nutzen ist. Häufigster Anlass für die Aufnahme eines Darlehens ist der Kauf eines Kraftfahrzeuges. Fast jeder zweite Darlehensnehmer (47 %) finanzierte so bereits ein Auto oder Motorrad. Rund jeder Vierte nutzte diese Finanzierungsform bereits für Möbel (24 %) und gut ein Fünftel zur Renovierung des trauten Heims (21 %). Weitere 18 Prozent der Kreditnehmer erwarben auf diesem Weg schon einmal Haushaltsgeräte, 15 Prozent finanzierten so medizinische Leistungen und fast ebenso viele eine Aus- oder Weiterbildung (13 %). Jeweils rund jeder Zehnte nutzte schon Kredite zur Umschuldung beziehungsweise Ablösen teurer Kredite (12 %), zur Anschaffung von Unterhaltungselektronik (11 %) und zum Ausgleich seines Dispos (10 %).

Jeder Vierte nahm auch schon einmal ein Darlehen auf, um sich Wünsche zu erfüllen, die er sich ohne den Kredit nicht hätte leisten können. Kurzfristige Bedürfnisbefriedigung auf Pump und kreditfinanzierte Spontankäufe sind aber für die Mehrheit tabu. So kämen beispielsweise Kredite für Weihnachtsgeschenke für 71 Prozent der Deutschen nicht in Frage. Gleiches gilt bei ähnlich vielen Deutschen für den Kauf von Kleidung (70 %) sowie das Finanzieren von Urlaubsreisen und Hobbys (jeweils 68 %).

Vermögen wächst, Schulden sinken

Vor die Wahl gestellt, spart die Mehrheit der Bundesbürger lieber, als sich Geld zu leihen. Auf die Frage, wie sie aktuell eine Anschaffung im Wert von 10.000 Euro finanzieren würden, antworteten 39 Prozent, dafür zu sparen. 21 Prozent der Deutschen würden sich Geld leihen, 20 Prozent gänzlich auf die Anschaffung verzichten. Immerhin 17 Prozent gaben an, über ausreichend finanzielle Mittel zu verfügen.

Diese Umfragewerte spiegeln die volkswirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik wider: Seit der Jahrtausendwende wächst das Vermögen privater Haushalte stärker als ihre Schulden. "Die Verschuldung ist von 2000 bis 2012 jährlich im Schnitt nur um 0,3 Prozent gestiegen. Zwischen 2005 und 2009 war die Entwicklung sogar rückläufig. Im Gegensatz dazu hat das Geldvermögen pro Jahr um rund 2,9 Prozent, das Gesamtvermögen sogar um 3,3 Prozent zugenommen", so der Postbank Chef-Anlagestratege Dr. Marco Bargel.

Zinsen wichtig - aber nicht entscheidend

Angesichts der historisch niedrigen Zinsen sind Kredite derzeit besonders günstig. Dies bestärkt jeden dritten (potenziellen) Kreditnehmer darin, einen Ratenkredit in Anspruch zu nehmen. 28 Prozent sind in der derzeitigen Niedrigzinsphase bereit, teurere Anschaffungen mit einem Kredit zu finanzieren und deshalb höhere Beträge aufzunehmen.

Die Studie zeigt auch, dass den Deutschen nicht nur niedrige Zinsen wichtig sind: Mehr als jeder zweite Befragte, der einen Ratenkredit aufgenommen hat oder aufnehmen würde, berücksichtigt bei der Entscheidung für einen Kreditanbieter die Möglichkeit einer flexiblen Rückzahlung des Darlehens (56 Prozent). Ebenso gefragt ist die persönliche Beratung durch die Bank (56 Prozent). Auf Platz drei folgt der effektive Jahreszins (50 Prozent).

Laut Postbank Studie sind Banken bei potenziellen Kreditnehmern erste Anlaufstelle. Dreiviertel der Kreditnehmer haben dort ihre Verträge abgeschlossen - 68 Prozent persönlich in der Filiale, 5 Prozent online und 2 Prozent telefonisch. Im Bundesdurchschnitt haben noch relativ wenige Befragte einen Kredit online abgeschlossen und bevorzugen das persönliche Gespräch mit dem Bankberater. Jedoch ist ein klarer Trend in Richtung Online-Kreditabschluss erkennbar. So auch bei der Postbank: Hier werden aktuell bereits ein Drittel der Neuverträge online abgeschlossen .
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