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News, 02.12.2011
E-Commerce-Studie
Internet wird für die deutsche Wirtschaft immer wichtiger
Bei fast jedem fünften deutschen Unternehmen steht und fällt der Unternehmenserfolg inzwischen mit dem Internet, ergab jetzt eine Studie. Zugleich entfällt bereits beinah die Hälfte des gesamten Jahresumsatzes der deutschen Wirtschaft auf Unternehmen, für die das Internet erfolgsentscheidend ist.
Online-Handel, Online-Marketing, Online-Einkauf und -Personalbeschaffung - viele deutsche Firmen wären ohne Internet inzwischen nicht mehr überlebensfähig.
Online-Handel, Online-Marketing, Online-Einkauf und -Personalbeschaffung - viele deutsche Firmen wären ohne Internet inzwischen nicht mehr überlebensfähig.
Die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird immer stärker von der digitalen Online-Welt beeinflusst. Bei jedem zweiten deutschen Unternehmen kommt dem Internet sogar erfolgsentscheidende Bedeutung zu.  Ein weiteres knappes Drittel aller deutschen Firmen nutzt das Internet zwar, ist darauf aber nur bedingt geschäftlich angewiesen, während nur noch weniger als jedes fünfte Unternehmen komplett offline ist.  Das ergab jetzt eine Studie des BITKOM und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Grundlage der Studie war eine repräsentative Umfrage, an der sich insgesamt rund 2.500 Firmen in Deutschland beteiligt haben. „Die Untersuchung zeigt, wie stark das Internet inzwischen fast alle Wirtschaftsbereiche bestimmt“, so BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Im Rahmen der Studie klassifizierten die Forscher des Kölner Wirtschaftsforschungsinstituts anhand von neun Kriterien die Internetabhängigkeit von deutschen Firmen – angefangen von der Bedeutung des Internets für die Beschaffung und Kundenansprache bis hin zum Hauptprodukt und die Erlöse. Das Ergebnis: Bei 18 Prozent der deutschen Unternehmen, den sogenannten „Digitalen Vorreitern“,  ist das jeweilige Geschäftsmodell stark oder sogar vollständig vom Internet abhängig, bei weiteren 32 Prozent, der „Digitalen Mitte“ zumindest in einem mittelhohen Ausmaß. Bei weiteren 32 Prozent der Firmen, der Gruppe der „Digitalen Nachzügler“, ist die Internetabhängigkeit bislang nur schwach bis sehr schwach ausgeprägt, und immerhin 18 Prozent der Gewerbetreibenden in Deutschland kommen noch immer gänzlich ohne das World Wide Web aus („Offliner“).

Internet treibt Innovationskraft

Wie aus der Studie hervorgeht, prägen internetabhängige Unternehmen deutlich stärker den Markt als solche, bei denen das Internet bislang nur einen geringen Stellenwert genießt. So entwickeln beispielsweise in der Gruppe der digitalen Vorreiter 60 Prozent der Firmen eigene Produkte, bei den Nachzüglern dagegen nur die Hälfte.  Auch tragen Innovationen bei stark im Internet aktiven Unternehmen deutlich stärker zum Geschäftserfolg bei: Während digitale Vorreiter im Durchschnitt 32 Prozent ihres Umsatzes mit Marktneuheiten erzielen, tragen Innovationen bei den Nachzüglern nur 18 Prozent zum Umsatz bei. Eine ähnliche starke „digitale Kluft“ zeigt sich bei der Beschäftigtenstruktur. So weisen Vorreiter im Durchschnitt einen Akademikeranteil von 39 Prozent aus, digitale Nachzügler dagegen nur von 24 Prozent.

Internet „Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts“

Den Stellenwert des Internets als Wirtschaftsfaktor wird auch in einem weiteren Ergebnis deutlich. So ergab die Studie, dass mittlerweile 46 Prozent der von der deutschen Wirtschaft erwirtschafteten Erlöse ebenso wie 46 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland auf die Gruppen Digitale Vorreiter und Digitale Mitte entfallen, also auf Unternehmen, die auf das Internet in hohem oder mittleren Maße angewiesen sind. „Für alle befragten Unternehmen hat das Internet inzwischen große Bedeutung für ihren wirtschaftlichen Erfolg“, so der BITKOM. Am häufigsten benannte Themenfelder sind hier die Kooperation mit anderen Unternehmen und die Kundenpflege mit jeweils 44 Prozent an Nennungen. Weitere Bereiche, die aus Sicht der Firmen stark vom Internet beeinflusst werden, sind die Kundenansprache (37%) und die Beschaffung (29%). Immerhin jedes sechste deutsche Unternehmen stuft das Internet auch für sein wichtigstes Produkt bzw. seine Kerndienstleistung als erfolgsentscheidend ein (17%).

„Für die deutsche Wirtschaft ist das Web die Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts: Es treibt die Konjunktur an und öffnet die Tür zu völlig neuen Geschäftsfeldern“, sagte Prof. Michael Hüther, Direktor des IW Köln.
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