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News, 03.04.2008
Studie
Internet-Fernsehen (IPTV) kommt nicht in Fahrt
Trotz 19,7 Millionen Breitbandanschlüsse haben IPTV-Anbieter in Deutschland schwer zu kämpfen. Kein Wunder: Rund 90 Prozent der deutschen Konsumenten können mit „IPTV“ nichts verbinden. Der Rest zeigt sich am Fernsehen über Breitband-Internet aufgrund zu hoher Preise derzeit mehrheitlich nicht interessiert.
Mehr als die Hälfte aller Deutschen geben an, von dem Begriff „IPTV“ noch nie etwas gehört zu haben. Dass sich dahinter die Möglichkeit verbirgt, via Breitband Fernsehen über das Internet zu empfangen, weiß nur gut jeder Zehnte (12%). Das geht aus einer aktuellen Studie PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor, für die das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen 500 deutsche Haushalte mit Breitband-Internetanschluss und über 30 IPTV-Experten befragt hat.

Wenngleich die meisten der Befragten die Vorzüge der neuen Übertragungstechnik schätzten, so man ihnen die Funktionen und Möglichkeiten erst einmal erklärt habe, zeigt sich laut PwC die Mehrheit an einem Vertragsabschluss mit einem IPTV-Anbieter dennoch zurzeit nicht interessiert. Den meisten ist der Preis für Breitband-Internet-TV einfach noch zu hoch. Ein weiterer Punkt, der viele Deutsche abschreckt, ist auch die lange Laufzeit der Verträge.

Obwohl der Weg zum Kassenschlager für IPTV ein weiter scheint, sieht Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC, dennoch gute Chancen: "IPTV hat das Potenzial, sich in Deutschland neben Fernsehkabel, Satellit und terrestrischem Empfang als Übertragungsweg zu etablieren“, zeigt sich der PwC-Experte überzeugt. Das dies gelingt, müssten die Anbieter jedoch laut Ballhaus die Alleinstellungsmerkmale von IPTV stärker in den Vordergrund rücken und ihre Preismodelle überarbeiten. So hielten die PwC-Experten unter entsprechend geänderten Voraussetzungen rund zwei Millionen deutsche IPTV-Haushalte bis 2012 für durchaus möglich.

Vertragsmodelle nicht attraktiv genug

Die höchste Marktbarriere für knapp acht von zehn Befragten ist laut PwC der Preis. „Bei einem kombinierten Angebot aus Breitbandanschluss mit IPTV, Internet und Telefonie ("Triple-Play") liegt die akzeptierte Preisspanne zwar zwischen monatlich 24 und 48 Euro. Bei einem Preis von 30 Euro für Triple-Play-Dienste aber ist die Wechselbereitschaft am höchsten.“, so die Experten. Für IPTV als Ergänzungsangebot zu einem bestehenden Internet- bzw. Telefonvertrag wären die meisten Befragten bereit, pro Monat zwischen 8 und 17 Euro zu berappen. Einziges Manko: Eine solche Option wird derzeit am Markt noch gar nicht angeboten. Hinzukommt, dass sich zwei Drittel der befragten Konsumenten nicht 24 Monate an den IPTV-Anbieter binden möchten, wie es die angebotenen Vertragsmodelle derzeit vorsehen. Mehr als die Hälfte wäre der Umfrage zufolge sogar bereit, einen IPTV-Receiver zu kaufen, um lange Vertragslaufzeiten zu umgehen.

Mehrwerte von IPTV für viele interessant

Die Funktionalitäten und Möglichkeiten, die das Breitband-Fernsehen bietet, werden von der Mehrheit positiv beurteilt: Zwei Drittel der Befragten vergeben PvC zufolge dahingehend die Note „gut“. Zu einem eher negativen Urteil hingegen kommt nur jeder Achte (13%).
„Besonders attraktiv an IPTV ist aus Sicht der Befragten die Möglichkeit, das Fernsehprogramm individuell zusammenzustellen und nicht mehr an Sendezeiten gebunden zu sein“, so PwC. So nennen mehr als acht von zehn Befragten (84%) das zeitversetzte Fernsehen ein wünschenswertes Feature. Ebenfalls für viele von großen Interesse: Ein persönlicher Videorekorder und eine virtuelle Videothek bzw. „Video on Demand“, was jeweils sechs von zehn Befragten gerne hätten. Weiterhin erwartet mehr als jeder Zweite (53%) von IPTV eine hochauflösende Bildqualität (HDTV), für rund ein Drittel (30%) ist diese Funktionalität sogar ein „Muss“.

Interaktive Funktionalitäten hingegen sind der Studie zufolge weniger gefragt. Die Möglichkeit zur Stimmabgabe bei Fernsehwettbewerben wie beispielsweise "Deutschland sucht den Superstar" ist demnach nur für jeden vierten Konsumenten (28%) interessant. Auch Online-Spiele (24%) und das Shopping via Fernbedienung (22%) finden bei der Mehrheit der Befragten keinen Zuspruch. Wie PwC berichtet, zeige sich bei der Vermarktung des IPTV ein grundsätzliches Dilemma, da gerade das gegenüber Kabel- und Satellit hervor stechende Merkmal des Internet-Fernsehens, die interaktiven Zusatzfunktionen, derzeit erst von wenigen Befragten als ein Mehrwert angesehen würde. Deshalb hänge der Markterfolg nach Meinung von PwC-Experte Ballhaus "auch davon ab, ob und wie schnell sich die Fernsehgewohnheiten ändern lassen. In jedem Fall sollten die Nutzer allmählich an die neuen Möglichkeiten herangeführt und nicht durch zu komplexe Angebote überfordert werden.“

Für Interessenten bietet PricewaterhouseCoopers eine 60 Seiten umfassende Zusammenfassung der Studie "IPTV - Das neue Fernsehen" zum kostenfreien Download.

Quelle: PricewaterhouseCoopers AG

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