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News, 10.07.2008
Studie
Innovations- und Personalmanagement müssen eng verwoben sein
Die Quelle der Innovationskraft eines Unternehmens sind dessen Mitarbeiter, deren Innovationspotenziale es über das Personalmanagement zu aktivieren gilt. Gerade dahingehend aber zeigen viele deutsche Unternehmen große Schwächen, wie eine neue Studie aufzeigt.
Zwar haben die meisten Firmen hierzulande die zentrale Bedeutung einer hohen Innovationsfähigkeit für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung längst erkannt. Geht es aber darum, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, klaffen Anspruch und Wirklichkeit in vielen deutschen Unternehmen weit auseinander. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „HR und Innovationsfähigkeit 2008“ der Managementberatung Kienbaum, an der sich mehr als hundert Personalverantwortliche aus mittelständischen Unternehmen und Großkonzernen in Deutschland beteiligt haben. Das Resümee der Studienautoren: Das Innovationsmanagement lässt vielerorten stark zu wünschen übrig und ist in vielen Firmen „mangelhaft“.

Innovations- und Personalmanagement gehen oft nicht Hand in Hand

Obwohl das Personalmanagement, wie Dr. Frank Dievernich, Projektleiter der Studie und Experte für Management Diagnostics und Development bei Kienbaum ausführt, im Innovationsprozess eine zentrale Rolle einnehmen sollte, ist dies in vielen Unternehmen nicht der Fall. So sind in knapp der Hälfte der befragten Unternehmen das Personal- und Innovationsmanagement der Studie zufolge nach wie vor getrennt. Auch sieht sich nur rund jeder vierte Personalverantwortliche (28%) als Generator von Innovationen. Und das obschon sich das Human Resource Management, wie Kienbaum festhält, angefangen von der Rekrutierung neuer Mitarbeiter bis hin zu deren Bindung und Entwicklung für vielfältige innovationsrelevante Prozesse verantwortlich zeichnet. „In diesen und vielen weiteren Feldern sollte die HR-Abteilung erster Gestalter sein, um das Streben nach Innovationen in der Organisation zu verankern“, sagt Dievernich. Schließlich sei das Personalmanagement die erste Anlaufstelle, wenn es darum gehe, das grundlegendste Produktionsmittel des Unternehmens zu sichern: den Menschen.

Ideen werden häufig nicht genutzt

Im Hinblick auf die Maßnahmen und Instrumente zur Steigerung der eigenen Innovationsfähigkeit zeigen sich die meisten Unternehmen wenig kreativ. So setzt die Mehrzahl der Befragten neben variablen Vergütungssystemen (82 Prozent) in erster Linie auf die klassischen Instrumente der Mitarbeiterentwicklung wie Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung (82 Prozent), Mitarbeiterbefragungen (65 Prozent) und das Mitarbeiterfeedback (64 Prozent). Instrumente hingegen wie entscheidungsautonome Teams, partizipative Führung und Qualifikationsvielfalt hingegen seien kaum bekannt und implementiert. „Das zeigt, dass die Unternehmensführung nicht auf die Selbstorganisationskräfte der Mitarbeiter setzt, um Innovationen zu produzieren. Dadurch gehen viele wertvolle Ideen verloren“, so Dievernich. Ein weiteres schwerwiegendes Innovationshemmnis sei zudem, dass viele Unternehmen den Schwerpunkt auf einzelne Maßnahmen legten statt diese als Teil einer globalen Innovationsstrategie zu begreifen.

Firmen müssen innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen schaffen

Als Hauptgrund für die mangelhafte praktische Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung Innovationsfähigkeit nennen die Kienbaum-Experten restriktive Rahmenbedingungen der Organisationsstruktur, die dazu führten, das eigeninitiatives Handeln gehemmt und traditionelle Strukturen zementiert würden. Dies gelte insbesondere für große Unternehmen. „In kleinen und mittleren Unternehmen gelangen Ideen einfacher zu den Verantwortlichen, weil direkt kommuniziert wird und die Entscheidungswege transparent und kürzer sind“, berichtet Projektleiter Dievernich. So verfügten große Konzerne zwar über eine umfassende Ressourcenausstattung, dafür sei aber auch die Gefahr von Sickerverlusten besonders groß. „Deshalb sollten Großunternehmen Kommunikationsbedingungen schaffen, die Mitarbeiter mittels direkter Kommunikation einbinden“, so die Empfehlung des Experten.

Quelle: Kienbaum

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