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News, 14.03.2013
Raubkopien als Spionage-Tool
Illegale Software oft mit Malware verseucht
Nach einer aktuellen Studie verbergen sich in illegaler Software wie etwa Raubkopien immer öfter Schadprogramme, sogenannte Malware. Der Schaden durch illegale Software geht allein in deutschen Unternehmen jährlich in die Milliarden.
Fast jede fünfte in der Studie aus dem Netz gezogene illegale Software führte zum kompletten Datenverlust.
Fast jede fünfte in der Studie aus dem Netz gezogene illegale Software führte zum kompletten Datenverlust.

Warum teuer kaufen, wenn’s auch billig geht? Nach diesem Motto handeln so manche Unternehmen und  Privatanwender auch bei Software. Die Folge: Der Markt für illegale Software boomt. Immer öfter droht beim Einsatz solcher Software allerdings ein böses Erwachen. So ist inzwischen jeder dritte Computer, auf dem gefälschte Software installiert ist, mit Malware infiziert – und zwar sowohl in Unternehmen als auch im privaten Umfeld. Zugleich hat sich das Angebot an illegaler Software seit dem Jahr 2006 weltweit verdreifacht. Das zeigt die internationale Studie “The Dangerous World of Counterfeit and Pirated Software “ von IDC, die von Microsoft beauftragt wurde. Danach ziehen Raubkopien und gefälschte Software allein in deutschen Unternehmen jährlich Folgekosten in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro nach sich. Hinzu kommen 28 Millionen Arbeitsstunden  auf Privatanwenderseite: So viele Stunden fallen jährlich insgesamt in Deutschland für die Beseitigung der durch illegale Software verursachten Schäden auf Privatcomputern an.

Illegale Software aus dem Internet besonders häufig infiziert

Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit, sich über illegale Software Schadprogramme einzufangen, bei Software-Downloads aus dem Internet. So enthielten weltweit 78 Prozent der aus dem Netz heruntergeladenen  Raubkopien sogenannte Spyware, sprich Programme zum Ausspionieren von Nutzerdaten. Bei 36 Prozent der illegalen Software-Downloads fanden sich Trojaner und Adware (Werbeprogramme). Wichtigste Bezugsquelle für illegale Software ist das Internet: Hierüber werden der Erhebung nach in Deutschland 43 Prozent der Raubkopien erworben. Rund die Hälfte der Programme (48%) verursacht in der Folgezeit erhebliche Probleme: In 39 Prozent der Fälle verlangsamte die illegale Software den PC mit der Folge, dass sie deinstalliert werden musste, gut ein Fünftel der Computer-Nutzer fing sich ein Virus (21%), und 18 Prozent verloren sogar Daten, weil sie die Festplatte neu formatieren mussten. Der Verlust von Daten ist in Deutschland auch bei Nutzern illegaler Software die am häufigsten genannte Sorge: Sie treibt gut jeden zweiten Nutzer (51%) um, die Sorge vor Identitätsdiebstahl dagegen nur gut jeden Vierten (27%).

Arbeitnehmer als „blinder Fleck“ im Unternehmensnetzwerk

Die Arglosigkeit vieler Endanwender bei der Nutzung illegaler Software öffnet Cyberkriminellen auch in Unternehmen nicht selten Tür und Tor. So bezifferten die in der Studie in Deutschland befragten IT-Entscheider den Anteil der Beschäftigten im Unternehmen, die auf Arbeitsrechnern eigene Software installieren, im Durchschnitt auf rund 40 Prozent. Diese Schätzung deckt sich fast zu 100 Prozent mit der auf Arbeitnehmerseite ermittelten Quote: Von den befragten Arbeitnehmern sagten 42 Prozent, auf beruflich genutzten Computern private Software installiert zu haben. Knapp die Hälfte der IT-Entscheider sieht darin ein Sicherheitsproblem. So stufen 44 Prozent von Mitarbeitern installierte Software als Sicherheitsrisiko und einen blinden Fleck die Datensicherheit betreffend ein.

Raubkopieren „asozial“

Bereits vor einer Woche machte Microsoft mit einer provokanten PR-Kampagne (http://msft.it/ASSIPartei) auf die Problematik der Softwarepiraterie aufmerksam. Darin propagierte die fiktive „Assi-Partei“ asoziales Verhalten und sprach sich unter anderem auch für Plagiate aus. Die Satire stieß auf geteiltes Echo und löste binnen kürzester Zeit teilweise hitzige Debatten über die Darstellung von Raubkopierern aus. „Mit der Kampagne wollten wir das Raubkopieren als asoziales Verhalten entlarven, das gesellschaftlich geächtet sein sollte“, so Thomas Baumgärtner, Communications Manager Security & Green IT, Microsoft Deutschland. „Softwarepiraterie müsste eigentlich ein Auslaufmodell sein – es passt nicht mehr in unsere Zeit. Und doch werden heute drei Mal mehr Raubkopien angeboten als noch im Jahre 2006. Solange wir das dulden, tragen wir als Gesellschaft auch den volkswirtschaftlichen Schaden.”

Eine englischsprachige Zusammenfassung der Studie „The Dangerous World of Counterfeit and Pirated Software” steht als kostenloser Download zur Verfügung.

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