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News, 05.10.2007
Management (allgemein)
Erfolgreiche Mitarbeiterbeteiligung braucht ganzheitliche Beteiligungskultur
Trotz mehrfacher Versuche der Politik, den Investivlohn als Instrument der Mitarbeiterbeteiligung zu etablieren, findet dieser bisher sowohl bei Arbeitgebern als auch Arbeitnehmer wenig Resonanz. Dies zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie, derzufolge Modelle der Arbeitnehmerbeteiligung am Unternehmenskapital ohne entsprechende Mitspracherechte für Mitarbeiter wenig attraktiv sind.
Werden Mitarbeiter am Gewinn des Unternehmens beteiligt, steigt deren Motivation und damit auch die Produktivität des Unternehmens. Gleichzeitig reduzieren betriebliche Investivlohnmodelle den Kostendruck auf Unternehmen in schwachen wirtschaftlichen Phasen, stärken deren Kapitalkraft und sichern damit Arbeitsplätze. Im Optimalfall gibt es somit nur Gewinner - so lautet jedenfalls die Theorie. Je nach Ausgestaltung der Modelle verliert der Investivlohn arbeitgeber- oder aber arbeitnehmerseitig jedoch schnell an Attraktivität. Das Problem: Entweder ist das Risiko für eine der beiden Seiten zu groß oder aber der ökonomische Vorteil zu gering. Zu diesem Ergebnis kommt, einem Bericht der Hans-Böckler-Stiftung zufolge, eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Organisationspsychologen Friedemann W. Nerdinger.

Der Studie zufolge verfügen derzeit etwa zwei Prozent der deutschen Unternehmen über Modelle der Kapitalbeteiligung, die sich im Allgemeinen aus übertariflichen Leistungen größerer Kapitalgesellschaften speisen. Weitere neun Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ein Gewinnbeteiligungssystem. Der Anteil deutscher Arbeitnehmer, die am Kapital ihres Arbeitgebers beteiligt sind, beläuft sich demnach auf etwa drei Prozent. Da reine Gewinnbeteiligungen nicht zwangsläufig wieder investiert werden müssten, seien diese in der Regel für Arbeitnehmer attraktiver. Zur generellen Frage, woran sich die Attraktivität von Investivlohnmodellen bemisst, nennt die Studie vier Faktoren:

  • Art und Ausmaß der Besteuerung
  • Sicherheiten im Insolvenzfall
  • Portabilität (Übertragbarkeit)
  • Art und Ausmaß der Mitbestimmung

Wenngleich die Mehrheit der Studien für Europa und die USA dem Bericht zufolge einen positiven Zusammenhang zwischen finanzieller Mitarbeiterbeteiligung und Produktivität erkennen lassen, gelte dies für Deutschland nur in abgeschwächter Form. Demnach hätten verschiedene Untersuchungen entweder nur kleine Differenzen zwischen Unternehmen mit und ohne Beteiligungssystemen ausmachen können oder seien aber zu keinem signifikanten Ergebnis gekommen. In diesem Zusammenhang stellten viele Autoren auch die Frage nach Ursache und Wirkung, das heißt: Fördern Beteiligungsmodelle tatsächlich die Produktivität oder werden diese vorwiegend in Betrieben eingeführt, die ohnehin schon außerordentlich produktiv sind?

Aufbauend auf den differenzierten Ergebnissen kommen Nerdinger und seine Mitarbeiter zum dem Schluss, dass die finanzielle Beteiligung von Arbeitnehmern nicht automatisch auch zu einer höheren Leistungsfähigkeit von Unternehmen führt. Um dies zu erreichen, gilt es nach Meinung der Wissenschaftler im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligung neben materiellen auch immaterielle Aspekte wie beispielsweise die Mitspracherechte von Arbeitnehmern zu berücksichtigen. So könne eine finanzielle Beteiligung fehlende Mitspracherechte nicht ersetzen. Wie die Forschungsergebnisse belegten, sei die Attraktivität des finanziellen Beteiligungssystems vielmehr gerade dann besonders hoch, „wenn sie in eine fortschrittliche immaterielle Beteiligungskultur ist“.

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