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News, 15.09.2014
ifo Bildungsbarometer
Deutsche für Kindergarten-Pflicht und Ganztagsschulen
Die große Mehrheit aller Deutschen ist der Meinung, dass der Besuch eines Kindergarten für Kinder im Vorschulalter Pflicht und zudem kostenlos sein sollte, zeigt eine repräsentative Erhebung des ifo Instituts.
Was Studiengebühren angeht, sind die meisten Deutschen für ein quasi "erfolgsabhängiges" Gebührenmodell
Was Studiengebühren angeht, sind die meisten Deutschen für ein quasi "erfolgsabhängiges" Gebührenmodell
Mehr als zwei Drittel (68 %) der Bundesbürger sind für eine Kindergarten-Pflicht. Auch finden 84 Prozent, dass die Kindergarten-Gebühren abgeschafft werden sollten. Das Betreuungsgeld lehnt eine knappe Mehrheit von 51 Prozent dagegen ab. Des Weiteren sind 60 Prozent der Deutschen für ein Ganztagsschulsystem bis 15 Uhr. Das geht aus dem ersten ifo Bildungsbarometer des Münchener ifo Instituts hervor.

Wie die  repräsentative Umfrage unter mehr als 4.000 Personen über 18 Jahren, die von Leibniz-Gemeinschaft gefördert wurde, des Weiteren ergab, lehnen 77 Prozent der Deutschen eine Abschaffung der Schulnoten ab (sehr dagegen: 50 %; eher dagegen: 27 %).  Auch finden rund acht von zehn befragten Deutschen, dass Schüler mit schlechten Leistungen beziehungsweise schlechten Noten die Klasse wiederholen müssen.  

 „Den meisten Deutschen ist offensichtlich eine klare Leistungsorientierung in den Schulen wichtig“, so Ludger Wößmann, Leiter des ifo Zentrums für Bildungs- und Innovationsökonomik und Initiator des ifo Bildungsbarometers.

Mehrheit für höhere Bildungsausgaben, aber ohne Steuererhöhungen

Was die staatlichen Ausgaben für Schulen angeht, sprechen sich die Deutschen mehrheitlich zwar dafür aus, dass der Bildungstopf hier aufgestockt werden sollten. Würde die Finanzierung dieser Mehrausgaben jedoch über Steuererhöhungen erfolgen, ist es nur noch eine Minderheit, die mehr Geld für Schulen fordert.

Gespalten zeigen sich die Deutschen auch beim Thema Studiengebühren, wo sich Gegner und Befürworter bei der Standardfrage „Ja oder Nein?“ nahezu die Waage halten (dafür: 40 %; dagegen: 46 %). Anders das Bild, sobald entsprechende Informationen zu den Einkommensunterschieden zwischen Personen mit und ohne Studium in die Befragung einfließen: Auf Basis dieser Informationen ist es bereits die Hälfte (50 %), die sich für Studiengebühren ausspricht. Bei einem Modell, das die Rückzahlung von Studiengebühren erst nach dem Studium und erst ab einem gewissen Jahreseinkommen vorsieht, wären sogar 62 Prozent der Deutschen dafür.

 „Den Deutschen scheint also wichtig zu sein, dass die Studiengebühren dann und nur dann zu zahlen sind, wenn das Studium tatsächlich zu einem relativ hohen Einkommen geführt hat. Für solch ein Reformmodell der nachgelagerten Studiengebühren würde sich eine deutliche Mehrheit finden“, so Wößmann.

Mehrheiten finden sich auch gegen das achtjährige Gymnasium, gegen höhere Lehrergehälter und gegen die Verbeamtung von Lehrern, aber für Leistungszulagen für Lehrer, die in Problemschulen unterrichten, und für die Einführung von zweijährigen Ausbildungsberufen.

Interessant auch: Wenn es um die Kosten für die Fort- und Weiterbildung sehen die Deutschen in erster  Linie Staat und Arbeitgeber in der Pflicht. So finden knapp sechs von zehn Befragten (59 %), dass der Staat mehr in die Fort- und Weiterbildung von Personen im Erwachsenenalter investieren sollte, und fast ebenso viele (58 %), dass sich auch die Arbeitgeber finanziell hier stärker engagieren sollten. Höhere private Bildungsausgaben hält dagegen lediglich gut jeder Vierte (27 %) für angebracht.

 „Insgesamt ergibt das ifo Bildungsbarometer ein vielschichtiges Bild der Meinung der Deutschen zur Bildungspolitik, das zum Teil deutliche Bereitschaft zu grundlegenden Reformen, zum Teil aber auch Ablehnung von Reformen zeigt“, so Wößmanns Resümee zu den Ergebnissen des ersten ifo Bildungsbarometers.
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