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News, 01.06.2018
GfK-Einzelhandelsstudie
Der stationäre Einzelhandel in Europa im Jahr 2018
Trotz E-Commerce-Boom: Der stationäre Einzelhandel in Europa wächst. Eine aktuelle Studie liefert eine Überblick über den Status Quo und Entwicklungen im Einzelhandel in der Europäischen Union (EU).
Vor allem in den Ländern Zentral- und Osteuropas hat der stationäre Einzelhandel weiter Konjunktur.
Vor allem in den Ländern Zentral- und Osteuropas hat der stationäre Einzelhandel weiter Konjunktur.

Der europäische Wirtschaftsraum steht durch den Brexit und wirtschaftliche wie politische Herausforderungen in vielen Teilmärkten vor großen Veränderungen. Hinzu kommt eine zunehmend protektionistische Handelspolitik der USA, die den Welthandel in eine Eskalationsspirale aus Straf- und Gegenstrafzöllen zu ziehen und den Export als wichtigen Wachstumsmotor zu belasten droht. Vor diesem Hintergrund hat der Bereich Geomarketing der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Schlüsselindikatoren des europäischen Einzelhandels untersucht. In ihrer Studie „Einzelhandel Europa“ hat die GfK dabei Trendanalysen für 32 Länder erstellt und im europäischen Einzelhandel folgende Entwicklungen und Einflussfaktoren identifiziert.

Steigende Kaufkraft, aber real nur leichter Umsatzwachs

Im Jahr 2017 standen jedem Bürger der EU-28 Staaten im Schnitt 16.436 Euro an Kaufkraft zur Verfügung. Dies entspricht einem nominalen Zuwachs von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb der EU verzeichnete nur Großbritannien (-1,5 Prozent) einen Kaufkraft-Rückgang, der unter anderem auf die Abwertung des britischen Pfunds zurückzuführen ist. Ansonsten setzte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten vor allem in den Ländern Zentral- und Osteuropas fort. Mit Blick auf die Entwicklung der Umsätze im stationären Einzelhandel prognostiziert die Studie, nachdem Marktanteilsverluste des stationären Einzelhandels gegenüber dem Onlinehandel im vergangenen Jahr dank eines Nachfragewachstum kompensiert werden konnten, in den 28 EU-Staaten für das Jahr 2018 nominal ein Wachstum der Einzelhandelsumsätze um 2,1 Prozent. „Das liegt jedoch nur geringfügig über dem prognostizierten Anstieg der Inflationsrate, sodass real nur mit einem leicht wachsenden Einzelhandelsumsatz in Europa gerechnet wird“, so die GfK.

Dank weiter steigender Einkommen liegen die osteuropäischen Wachstums-Spitzenreiter der vergangenen Jahre auch im laufenden Jahr wieder vorn. Am stärksten dürfte der Einzelhandelsumsatz in Rumänen wachsen. Hier prognostiziert die Studie für 2018 ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Tschechien (+ 6,5 %), Ungarn (+ 6,0 %) und Bulgarien (+ 5,3 %).

Leichte Beschleunigung der Inflation

Mit einer Inflationsrate von 1,7 Prozent näherten sich die 28 EU-Staaten im Jahr 2017 wieder der von der EZB ausgerufenen Zielmarke von +2 Prozent für die Verbraucherpreisentwicklung. Auch in vielen osteuropäischen Staaten, die in den Jahren zuvor mit Deflation kämpften, mussten Verbraucher für die gleichen Güter wieder tiefer in die Tasche greifen. Da die EZB angekündigt hat, den Leitzins bis 2019 unangetastet zu lassen, kann der Einzelhandel für das Jahr 2018 mit einer ähnlichen Entwicklung wie im Jahr 2017 rechnen. Die EU-weite Teuerungsrate dürfte bei 1,9 Prozent liegen. Dies gilt allerdings nur unter Annahme eines nicht eskalierenden Handelsstreits zwischen der EU und den Vereinigten Staaten.

Aufwärtstrend bei Verkaufsflächen hält an


Innerhalb der betrachteten europäischen Länder war im vergangenen Jahr ein weiterer Zuwachs der absoluten Verkaufsfläche zu beobachten. Einzige Ausnahme waren die Niederlande mit -0,4 Prozent. Bei der Pro-Kopf-Betrachtung ergibt sich aber ein anderes Bild: In der Hälfte der betrachteten Länder blieb die Verkaufsfläche pro Kopf konstant oder sank sogar leicht. Die Spannbreite der Pro-Kopf-Werte ist beträchtlich. So steht Einwohnern in den Beneluxstaaten (1,48 -1,64m²) mehr als doppelt so viel Verkaufsfläche zur Verfügung als etwa den Einwohnern Rumäniens (0,72m²).

Steigende Flächenproduktivität

Analog zur Verkaufsflächenausstattung pro Kopf ergibt sich bei der Entwicklung der Flächenleistung ein gemischtes Bild in Europa. So sank sie in Schweden um -1,5 Prozent auf 6.000 Euro/m², was aber immer noch ein hohes Niveau darstellt. Ein rückläufiger Umsatz pro Fläche war 2017 auch für Belgien zu beobachten. Hier fiel das Minus mit -1,1 Prozent jedoch nicht ganz so groß aus. Eine restriktive Planung mit protektionistischen Tendenzen bremste in Ungarn die Expansion internationaler Einzelhandelsunternehmen. Folglich fanden großflächige Neuentwicklungen nur in begrenztem Maße statt. Die kräftig wachsenden Einzelhandelsumsätze befeuern damit die Flächenproduktivität, die im vergangenen Jahr um 6,9 Prozent auf 2.997 Euro/m² stieg. Auch in anderen osteuropäischen Staaten konnten steigende Mietniveaus in angespannten Gewerbeimmobilienmärkten durch einen dynamischen Zuwachs der Flächenleistungen zum Teil kompensiert werden.

Die Studie „Einzelhandel Europa“ steht als 24-seitiges PDF kostenlos zum Download zur Verfügung.

cs/GfK; Bild: Jörg Möller / pixabay; Lizenz: CC0 Creative Commons

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