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News, 17.08.2007
Studie
Betriebliche Weiterbildung - kleine Firmen hinken hinterher
Einem Bericht des Statistischen Bundesamt zufolge investierten 2005 gut zwei Drittel aller Unternehmen in die betriebliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und damit sechs Prozent weniger als noch im Jahr 1999. Dabei bot im Schnitt nur rund die Hälfte der weiterbildenden Unternehmen ihren Mitarbeitern Lehrveranstaltungen an. Am wenigsten wird in den Kleinbetrieben in Weiterbildung investiert.
Während in den asiatischen Ländern, allen voran China und Indien, hoch qualifizierte so genannte High Potentials wie am Fließband produziert werden, sehen sich deutsche Unternehmen zunehmend mit den Folgen des demographischen Wandels und bildungspolitischer Versäumnisse konfrontiert: Allein in der Hightech-Branche können, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) jüngst berichtete, über 20.000 freie Stellen nicht besetzt werden, weil es an qualifiziertem Nachwuchs fehlt.

Ausgestattet mit einem endlosen Reservoir an erfolgshungrigen, lern- und wissbegierigen und vor allem nach wie vor bezahlbaren hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften, haben asiatische Unternehmen in vielen Branchen längst die Weltmärkte erobert – und das nicht nur mit Raubkopien und Billigprodukten. Während China jährlich 400.000 Ingenieure ausbilde, seien es hierzulande 40.000, so Siemens-Chef Klaus Kleinfeld in einem Gespräch im Februar 2007 gegenüber dpa-AFX und der dpa in Hamburg.

„Wissen ist Macht“ und der Schlüssel zu den Zukunftsmärkten von morgen. Wer morgen noch im Spiel sein möchte, braucht hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte, die in der Lage sind, das eigene Unternehmen mit hochwertigen Produkten, exzellentem Service und erfolgreichen Marktstrategien in einer internationalisierten Wirtschaftswelt ohne Grenzen wettbewerbsfähig zu positionieren. Was die Bildungspolitik an Voraussetzungen nicht schafft, muss die Wirtschaft verstärkt durch eigene aus- und weiterbildungspolitische Anstrengungen auffangen.

Betriebliche Weiterbildung tut nicht nur Not, sondern ist inzwischen unabdingbar. Das wissen hierzulande auch die meisten Unternehmen, wie nicht zuletzt die dritte Europäischen Erhebung über die berufliche Weiterbildung in Unternehmen (CVTS3 – Third Continuing Vocational Training Survey) belegt, deren Ergebnisse das Statistische Bundesamt unter dem Titel „Berufliche Weiterbildung in Unternehmen 2005“ jüngst zusammengefasst hat. Demzufolge haben im Jahr 2005 immerhin über zwei Drittel (69,5%) der deutschen Unternehmen (mit mehr als 10 Mitarbeitern) in die betriebliche Weiterbildung ihrer Beschäftigten investiert.

Vergleicht man jedoch die Bildungsaktivitäten deutscher Unternehmen im Jahr 2005 mit den Ergebnissen der vorangegangenen Erhebung von 1999, lässt sich feststellen, dass sich die Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland, die in den Genuss betrieblicher Weiterbildungsangebote kamen, von 1999 bis 2005 um 4,8 Prozent verringert hat. Bei den klassischen Weiterbildungsangeboten in Form von Lehrgängen, Kursen und Seminaren verringerte sich die Zahl der Beschäftigten, die auf solche betrieblichen Bildungsangebote zurückgreifen konnten, gegenüber 1999 sogar um fast 10 Prozentpunkte.

Bezogen auf die Unternehmensgröße belegt die Studie einmal mehr den direkten Zusammenhang zwischen der Art und dem Ausmaß des betrieblichen Weiterbildungsangebotes eines Unternehmens auf der einen Seite und dessen finanziellen und personellen Leistungsfähigkeit auf der anderen. Während bei den Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern 96,6 Prozent der Unternehmen in die betriebliche Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter investiert und immerhin noch 94,4 Prozent auch klassische Lehrveranstaltungen angeboten haben, reduzierte sich der Anteil bei den kleinen Unternehmen mit 10 bis 19 Mitarbeitern auf nur 60,4 Prozent, der mit Lehrveranstaltungen sogar auf 44,4 Prozent.

Bei den Teilnahmequoten zeigt sich im Hinblick auf die Unternehmensgröße ein gegenteiliges Bild. So waren die Teilnahmequoten der Studie zufolge bei den kleinen Unternehmen am höchsten und nahmen mit zunehmender Unternehmensgröße ab. Alleinig die Größenklasse der Unternehmen mit 250 bis 499 Beschäftigten habe diese Tendenz durchbrochen. Auch nahmen an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen im Durchschnitt eher Männer teil als Frauen. Einzige Ausnahmen davon bildeten das Dienstleistungs- sowie das Baugewerbe, in denen die Teilnahmequoten der Frauen höher waren als die der Männer.

Als Branche mit den weiterbildungsfreudigsten Unternehmen erwies sich das Kredit- und Versicherungsgewerbe, innerhalb dessen 98,8 Prozent der Unternehmen ihren Beschäftigten betriebliche Weiterbildungsangebote und 89,5 Prozent klassische Lehrveranstaltungen offerierten. An zweiter Stelle folgten Unternehmen aus dem Bereich der Energie- und Wasserversorgung (Betrieblich Weiterbildung: 92,5%; Lehrveranstaltungen: 82,7%), gefolgt von solchen aus der Dienstleistungsbranche (80,6% / 66,3%). Die Schlusslichter im Branchen-Ranking bildeten das Baugewerbe (55,5% / 33,2%) und Gaststättengewerbe (52,7% / 39,2%), in denen jeweils nur rund jeder zweite Betrieb Weiterbildungsmaßnahmen und jeder dritte Lehrveranstaltungen angeboten hat.

Weitere Informationen und Details zur dritten Europäischen Erhebung über die berufliche Weiterbildung in Unternehmen finden sich in der Publikation „Berufliche Weiterbildung in Unternehmen 2005“ des Statistischen Bundesamtes, die unter dem nachfolgenden Hyperlink „zur Studie“ kostenfrei zum Download zur Verfügung steht.

zur Studie
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