Wer verhindert will, dass seine Gehirnmasse schrumpft, sollte weniger essen und sich regelmäßig bewegen, fand nun die University of California heraus.
Übergewicht geht aufs Gehirn. Laut Studie betroffene Gehirnregionen sind u.a. die für das Gedächnis.
Übergewicht und Fettleibigkeit sind insbesondere in Ländern wie Deutschland eine tickende Zeitbombe, da die überflüssigen Pölsterchen nicht nur das individuelle Krankheitsrisiko (Herzerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck), sondern aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Gesundheitskosten deutlich erhöhen. Ein Alarmsignal in diesem Kontext sendeten erst kürzlich Wissenschaftler der University of California Los Angeles. Sie fanden heraus, dass bei Dicken mit zunehmender Fettmasse das Gehirn schrumpft.
Wie die Forscher in der Zeitschrift Human Brain Mapping darstellten, haben Fette im Vergleich zu Normalgewichtigen acht Prozent weniger Gehirnmasse, Übergewichtige vier Prozent weniger. Laut Paul Thompson, Professor für Neurologie und Mitautor der Studie, ist das "ein großer Verlust", denn bei Übergewichtigen würden die kognitiven Reserven schneller verbraucht, so dass das Risiko für Alzheimer und andere Gehirnerkrankungen steigt.
Wie Thompson und seine Kollegen anhand von Gehirnscans belegen, hatten die untersuchten Fettleibigen vor allem Gehirngewebe in den Frontal- und Temporallappen (zuständig für Planung und Gedächtnis), im Gyrus cingulatus (Aufmerksamkeit), im Hippocampus (Langzeitgedächtnis) und in den Basalganglien (Bewegung) eingebüßt. Bei den Übergewichtigen waren ebenfalls die Basalganlien betroffen, dazu die Corona radiata und der Parietallappen (Verarbeitung sensorischen Informationen). Die Gehirne der Fetten sahen, so Thompson, 16 Jahre älter aus als die der Schlanken, die der Übergewichtigen acht Jahre älter.
Diese Studie ist ein Argument mehr, auf das eigene Gewicht zu achten. Was wenige wissen: Erwachsene müssen meist nur täglich 500 Kalorien weniger zu sich nehmen, was einem großen Hamburger entspricht, um zum durchschnittlichen Körpergewicht der 70er Jahre zurückzukehren. Kindern müssten 350 Kalorien einsparen, beispielsweise eine Limonade weniger trinken oder eine kleine Portion Pommes Frites weniger essen. Weniger Kalorien zu sich zu nehmen, bewirkt mit der Zeit also eine ganze Menge.
Studien, etwa der Harvard School of Public Health in Boston, belegen, dass diejenigen Menschen gesund altern und fit bleiben, die sich regelmäßig und hinreichend viel bewegen. So wurde nachgewiesen: Wer sich im mittleren Lebensalter viel bewegt und was für seine Fitness tut, verdoppelt seine Chance, auch im Alter gesund zu bleiben. Schon etwas mehr Alltagsbewegung, regelmäßiges Spazierengehen, Schwimmen oder Radeln bewirkt viel. Das ist zweifelsfrei belegt. Allerdings sind noch die richtigen Anreize zu schaffen, damit auch die Beleibteren unter uns mehr Bewegung in ihre Leben bringen, abnehmen, fitter werden und dadurch Präventionskräfte entfalten.