VOLLTEXTSUCHE
News, 11.10.2011
Finanzmanagement-Studie
Bedeutung von Finanzcontrolling stark gestiegen
Nach einer aktuellen Studie hat sich der Anteil der Unternehmen, die dem Finanzcontrolling erfolgsentscheidende Bedeutung beimessen, in den letzten Jahren stark erhöht. Als wichtigste Aufgabe gilt hierbei aus Entscheidersicht der Erhalt der Liquidität. Gerade diesbezüglich greifen allerdings die Strategien vieler Firmen nach wie vor den Studienautoren nach zu kurz.
Ein Punkt, an dem es der Finanzcontrolling-Studie nach in vielen Firmen hakt, ist u.a. die längerfristige Finanzplanung.
Ein Punkt, an dem es der Finanzcontrolling-Studie nach in vielen Firmen hakt, ist u.a. die längerfristige Finanzplanung.
Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat das Finanzcontrolling, allen voran das Thema Liquidität, in deutschen Unternehmen einen enormen Bedeutungszuwachs erfahren. Wie aus der Studie „Finanzcontrolling 2011“ der Managementberatung Horváth & Partners hervorgeht, sehen inzwischen 90 Prozent der befragten Verantwortlichen aus den Bereichen Finanzen, Controlling und Rechnungswesen  im Finanzcontrolling eine Kernvoraussetzung für den Erfolg des eigenen Unternehmens. Damit hat sich der Anteil der Finanzentscheider, die das Finanzcontrolling als zentralen Erfolgsfaktor einstufen, seit dem Jahr 2008 um rund die Hälfte erhöht: Vor Beginn der Wirtschaftskrise hatten lediglich 60 Prozent der Entscheider das Finanzcontrolling als erfolgsentscheidend eingestuft. Während der Krise schnellt dieser Anteil dann auf 85 Prozent nach oben. Dennoch zeigt die Studie: Käme es erneut zu einer schweren Wirtschaftskrise, hätten viele Firmen ähnlich große finanzielle Schwierigkeiten wie im Krisenjahr 2008.

Liquiditätsmanagement zu sehr auf reaktive Ziele ausgerichtet


Wichtigste Aufgabe im Rahmen des Finanzcontrollings ist nach Meinung der Finanzentscheider die Sicherung der Liquidität. 84 Prozent der befragten Entscheider sehen hierin die oberste Priorität. Weitere häufig genannte Ziele sind Horváth & Partners zufolge, die finanziellen Risiken zu verringern und das Unternehmen für künftige Krisen zu wappnen. „Es fällt auf, dass reaktiven Zielen wie der Abwehr von Problemen oder Risiken derzeit eine hohe Wichtigkeit zugeordnet wird. Proaktive Gestaltungsziele wie die Verbesserung der Bonität oder das Erschließen und Gestalten neuer Finanzierungsquellen haben bei den Unternehmen derzeit wenig Priorität“, so Michael Müller, Autor der Studie. Dabei würden gerade diese, wie Müller weiter ausführt, großes Potenzial für Unternehmen bergen, nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Horváth & Partners zufolge übersehen derzeit zugleich viele Unternehmen, dass der Zugang zu Krediten angesichts der bevorstehenden Verschärfung der Eigenkapitalrichtlinien für Banken (Stichwort: Basel III), der Leitzinsentwicklung im Euroraum und des schwachen Wirtschaftswachstums  schwieriger und teurer werden dürfte. Viele Firmen seien hierauf nicht entsprechend vorbereitet. Vielmehr lebten viele Unternehmen „von der Hand im Mund“.  Die Folge: Im Falle einer erneuten Wirtschaftskrise seien viele, zumindest ihre Liquidität betreffend, nicht besser aufgestellt als im Krisenjahr 2008. "Es ist höchste Zeit, nun auch an alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu denken, zum Beispiel an eine bessere Nutzung der Innenfinanzierung durch verstärktes Working Capital Management“, so Peter Schentler, Controllingexperte von Horváth & Partners Österreich. Dadurch erhöhten Unternehmen ihre Unabhängigkeit von Banken und vom Kapitalmarkt.

Lücken bei Finanzplanung und unzureichende Datenintegration

Wie die Studie aufzeigt, stellt insbesondere die längerfristige Finanzplanung vielfach einen Schwachpunkt dar. Nur 54 Prozent der befragten Firmen haben diese bereits umgesetzt. Beim Risikocontrolling und Working Capital Management gibt es ebenfalls Nachholbedarf. So haben beispielsweise nur 47 Prozent der untersuchten Firmen Standardprozesse für das finanzielle Risikocontrolling definiert und dokumentiert. Dabei würden Horváth & Partners zufolge gerade diese Bereiche künftig immer wichtiger, „da sie zahlreiche Möglichkeiten eröffnen, sich auf externe Einflüsse vorzubereiten und von externen Finanzierungsquellen unabhängig zu machen.“

Aber auch organisatorisch offenbart die Studie Handlungsbedarf: Weil für die Budgetierung und Finanzplanung in vielen Unternehmen mehrere unterschiedliche Einzelsysteme verwendet werden, fehlt es Horváth & Partners zufolge oft an einer gemeinsamen Datenbasis. „Eine gemeinsame Datenbasis würde zu höherer Transparenz und mehr Möglichkeiten der Analyse und Simulation führen. Die Prozess- und Systemintegration ist daher ein wichtiges Zukunftsthema im Finanzcontrolling“, so die Managementberatung.
WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG