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News, 03.08.2011
Studie
Arbeitszufriedenheit in Deutschland deutlich gesunken
Deutschlands Arbeitnehmer schieben immer öfter wegen ihrer Arbeit Frust, zeigt eine Studie des IAQ. Danach liegt Deutschland bei der Arbeitszufriedenheit im europäischen Länder-Ranking mittlerweile unter ferner liefen.
 Nur vier Nationen in Europa schneiden bei der Arbeitszufriedenheit noch schlechter ab als Deutschland.
Nur vier Nationen in Europa schneiden bei der Arbeitszufriedenheit noch schlechter ab als Deutschland.

Die Arbeitszufriedenheit in Deutschland ist in den letzten 25 Jahren deutlich gesunken: Während 1984 Arbeitnehmer auf die Frage, wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit seien, auf eine Skala von 0 (= „ganz und gar nicht zufrieden“) und 10 (= „ganz und gar zufrieden“) ihre Arbeitszufriedenheit im Durchschnitt noch mit 7,6 bewerteten, lag im Jahr 2009 der Durchschnittswert nurmehr bei 6,8. Das zeigt eine Auswertung der jährlichen Haushaltsbefragungen des Sozio-Ökonomischen Panels der Jahre 1984 bis 2009 durch das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Am stärksten gelitten hat die Arbeitszufriedenheit in den vergangenen Jahrzehnten bei Arbeitnehmern über 50 Jahren. Hier ging die Arbeitszufriedenheit binnen 25 Jahren um 1,3 Skalenpunkte auf einen Durchschnittswert von 6,6 im Jahr 2009 zurück. 1984 hatten Beschäftigte aus dieser Altersgruppe mit einer Durchschnittsbewertung von 7,9 noch die höchsten Zufriedenheitswerte aller Altersklassen aufgewiesen. Daneben zeigt die IAQ-Auswertung, dass Beschäftigte mit einem höheren Bildungsniveau mit Arbeit generell zufriedener sind als geringer qualifizierte Arbeitnehmer. Differenziert nach West- und Ostdeutschland hat sich der Grad der Arbeitszufriedenheit dagegen inzwischen angeglichen. „Ostdeutsche Arbeitnehmer waren lange Zeit unzufriedener als ihre Kollegen im Westen“, so das IAQ.

Deutschland unter den Schlusslichtern


Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Arbeitszufriedenheit dem European Social Survey (ESS) aus dem Jahr 2006 zufolge auf Rang 18. Einzig die Slowakei, die Ukraine, Bulgarien und Russland schneiden hier noch schlechter ab. Am zufriedensten mit ihrer Arbeit sind der Erhebung nach Beschäftigte in Dänemark, der Schweiz und Finnland.

Die Ursachen für die sinkende Arbeitszufriedenheit in Deutschland sehen die UDE-Wissenschaftler in einer zunehmenden Arbeitsbelastung, Problemen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geringen Lohnzuwächsen und einer wachsenden Unsicherheit bei Arbeitnehmern die eigene berufliche Zukunft betreffend.

 „Da Arbeitszufriedenheit und Leistungsbereitschaft eng zusammenhängen, darf man sich Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands machen“, so das IAQ. Wenn nicht endlich eine längst überfällige Debatte über bessere Arbeitsbedingungen in den Betrieben einsetze, kommentierte Prof. Dr. Marcel Erlinghagen die Auswertungsergebnisse, könnten die Folgen „für Unternehmen langfristig fatal sein.

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