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News, 21.12.2009
Studie
Arbeitgeber vernachlässigen emotionale Mitarbeiterbindung
Die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit von Unternehmen entscheidet sich in immer höherem Maß an ihrer Attraktivität als Arbeitgeber. Wie jedoch eine Untersuchung zur Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung in deutschen Unternehmen aufzeigt, setzen viele Arbeitgeber hierzulande diesen Punkt betreffend noch am falschen Hebel an oder schenken ihm zu wenig Augenmerk.
Trotzdem Maßnahmen zur Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit und Stärkung der Mitarbeiterbindung vor dem Hintergrund des globalen Wettbewerbs um qualifizierte Mitarbeiter für Unternehmen höchste Priorität genießen müssten, hat sich insgesamt bei deutschen Arbeitgebern dahingehend in den letzten Jahren scheinbar nicht sehr viel getan. Zumindest haben die Bemühungen nicht viel bewirkt. Im Gegenteil: Die Mitarbeiterzufriedenheit ist seit dem Jahr 2005 sogar gesunken. Das zeigen die Ergebnisse des Excellence Barometer® (ExBa®), einer von der forum! Marktforschung GmbH und der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) durchgeführten Benchmarkstudie zur Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.  

Angesichts des immer schärferen werdenden „war for talents“ benötigen Unternehmen mehr denn je geeignete Strategien, um Spitzenkräften erfolgreich an sich zu binden. Weit gekommen scheint das Gros der deutschen Arbeitgeber in den letzten Jahren diesbezüglich jedoch nicht. Zumindest lassen die Ergebnisse der ExBa-Forschung, was den Erfolg der Strategien angeht, keine Forschritte erkennen. So hat sich der Index für emotionale Mitarbeiterbindung bei deutschen Arbeitnehmern seit 2005 de facto nicht verändert. Den Studienautoren zufolge lege dies nahe, dass viele Unternehmen mit den Hebeln zur gezielten Steigerung der emotionalen Mitarbeiterbindung noch nicht genug vertraut sind.

Dabei belegt die Langzeitstudie, dass die emotionale Mitarbeiterbindung von entscheidender Bedeutung für Unternehmen ist, um sich nachhaltig vom Wettbewerb zu differenzieren und die Kosten niedrig zu halten. Denn jede Stellenneubesetzung kostet Arbeitgeber Zeit und Geld und geht zudem zumeist mit einem Produktivitäts- sowie Know-how-Verlust einher.  In diesem Kontext hat die Studie zwei Zielgrößen identifiziert, die den Mitarbeiter zum Erfolgsfaktor machen:
  1. Die Emotionale Mitarbeiterbindung wirkt nach innen, weil gebundene Mitarbeiter dem Unternehmen treu sind.
  2. Die Mitarbeitermotivation wirkt nach außen, indem motivierte Mitarbeiter als Botschafter und Marke fungieren.
Zentrale Einflussgrößen auf die emotionale Mitarbeiterbindung

Nach Auskunft der Autoren gibt es zwei zentrale Einflussgrößen, bei denen es für Unternehmen anzusetzen gilt, um ihre Mitarbeiter emotional zu binden: die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der eigenen Arbeit und ihre Bewertung des Images des Arbeitgebers. Entscheidend für die Zufriedenheit des Arbeitnehmers ist der Studie zufolge, wie dieser die Leistungen des Arbeitgebers wahrnimmt und bewertet – beispielsweise das Führungsverhalten, das Betriebsklima, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und das Gehalt.

Der Studie zufolge lasse sich jedoch in den letzten Jahren hinsichtlich der Mitarbeiterzufriedenheit eine leicht rückläufige Tendenz festzustellen. So lag die Mitarbeiterzufriedenheit 2009 auf einer Skala von 0 („sehr unzufrieden“) bis 100 („ sehr zufrieden“) nur noch bei einem Wert von 73. Im Jahr 2005 hatte die Studie noch einen Durchschnittswert von 75 ermittelt. Lediglich die Zusammenarbeit mit Kollegen und die Inhalte der Tätigkeit würden noch vergleichsweise positiv bewertet. Die Zufriedenheit mit dem Gehalt, dem innerbetrieblichen Informationsfluss und den persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten fällt hingegen sehr gering aus. Eher negativ entwickelt hat sich auch die Wahrnehmung des Arbeitgeberimages. Die zeigt sich insbesondere bei den Attributen „erfolgreich“ , „fair“ und „kompetent“, die heute dem Bericht zufolge kritischer bewertet werden als 2005.  

„Zufriedenheit und das Image des Arbeitgebers wirken sich nachweislich immer stärker auf die Emotionale Mitarbeiterbindung aus“, so die Autoren in ihrem Bericht. Zudem müssten Unternehmen beachten, dass die Imagewahrnehmungen der Mitarbeiter letztendlich auch auf den Kunden übertragen würden und sich dort entsprechend positiv oder negativ auf die emotionale Kundenbindung und somit auf den Unternehmenserfolg auswirkten. So zeichneten sich motivierte und zufriedene Mitarbeiter durch eine hohe Kundenorientierung aus und trügen ein positives Unternehmensbild nach außen, was sich wiederum spürbar auf die Begeisterung und die Loyalität der Kunden niederschlage. Wer sich daher nachhaltig als attraktiver Arbeitgeber positionieren wolle, so die Empfehlung der Autoren, sollte hiermit bei der eigenen Belegschaft beginnen.

[Quelle: forum! Marktforschung GmbH]
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