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News, 20.10.2015
Strompreise sinken weiter
EEG-Umlage steigt nur noch leicht
Nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber wird die EEG-Umlage 2016 nur geringfügig steigen. Bei den Strompreisen können Verbraucher sogar mit einem leichten Rückgang rechnen.
2016 dürften die Stromkosten weiter sinken, erwartet der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).
2016 dürften die Stromkosten weiter sinken, erwartet der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).

Bei der EEG-Umlage zeigt sich eine Stabilisierung. Wie die Übertragungsnetzbetreiber bekannt gegeben haben, wird sich die EEG-Umlage ab dem 1. Januar 2016 auf 6,35 Cent pro Kilowattstunde (kWh) belaufen und damit gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 0,18 Cent/kWh steigen. Entscheidend für die Beschaffung des konventionellen und erneuerbaren Stroms ist jedoch die Summe aus EEG-Umlage und Börsenstrompreis. Und hier zeigt sich nach Auskunft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein Abwärtstrend. So ist die Summe aus EEG-Umlage und Börsenstrompreis nach ihrem Höchststand von 10,55 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2013 in den beiden Folgejahren gesunken. Dem Ministerium zufolge setzt sich dieser Trend im Jahr 2016 mit einem weiteren Rückgang voraussichtlich fort.

"Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass es uns gelungen ist, die EEG-Umlage zu stabilisieren und den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis sogar leicht zu senken“, konstatierte Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren nun abermals von der EEG-Reform des letzten Jahres. Stromverbraucher sollten regelmäßig Angebote vergleichen und gegebenenfalls ihren Stromvertrag oder -lieferanten wechseln", so der Vizekanzler.

Wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) errechnet hat, dürfen Verbraucher beim Strompreis sogar mit einer leichte Entlastung rechnen. „Trotz leicht steigender EEG-Umlage sollte der Strompreis 2016 sinken; dank gefallener Börsenstrompreise ist dieser Spielraum vorhanden“, so Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) am Tag der Bekanntgabe der Umlage durch die Netzbetreiber „Die fallenden Börsenstrompreise müssen an die Stromkunden weiter gegeben werden“, bekräftigte der BEE-Chef. Berechnungen des BEE zufolge könnte ein Drei-Personen-Haushalt (mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden) um 8,40 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer im nächsten Jahr entlastet werden.

EEG-Novelle zeigt Wirkung

Die Stabilisierung der EEG-Umlage ist ein Erfolg der EEG-Novelle 2014. Zwischen 2012 und 2014 stieg die EEG-Umlage von 3,59 Cent/kWh auf 6,24 Cent/kWh noch deutlich an. Im Vergleich dazu ist der Zeitraum seit 2014 von einer Stabilisierung geprägt. Die Kostendynamik der vergangenen Jahre konnte durchbrochen werden.

Das EEG 2014 gibt verbindliche Ausbaukorridore vor, konzentriert den weiteren Zubau auf die kostengünstigen Technologien Wind an Land sowie Photovoltaik, schafft Überförderungen ab und begrenzt den Zubau der vergleichsweise teuren Biomasse. Im Vergleich zum EEG von 2012 geht auch von der Neugestaltung der besonderen Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen ein dämpfender Effekt auf die EEG-Umlage aus: Die privilegierte Strommenge ist laut den Gutachtern der Übertragungsnetzbetreiber rückläufig (-5 %) und die begünstigten Unternehmen zahlen mehr EEG-Umlage.

Die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen die EEG-Umlage spätestens am 15. Oktober eines Jahres für das Folgejahr. Zu diesem Zweck erstellen sie unter Einbeziehung etablierter Forschungsinstitutionen eine Prognose zu ihren erwarteten Ausgaben - insbesondere Vergütungen und Marktprämien für die Anlagenbetriebe - und Einnahmen - insbesondere aus der Vermarktung des EEG-Stroms - sowie zur Höhe des umlagerelevanten Letztverbrauchs.

Bei der Festlegung der EEG-Umlage berücksichtigen die Übertragungsnetzbetreiber den Stand des EEG-Kontos zum 30. September sowie eine sogenannte Liquiditätsreserve. Die Liquiditätsreserve federt Abweichungen zwischen den Prognosen der Übertragungsnetzbetreiber und deren tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben ab.

cs/BMWi/BEE; Bild: Uwe Schlick / pixelio.de

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