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News, 16.04.2014
Stromerzeugung für den Eigenbedarf
Trend bei eigenerzeugtem Strom zum Selbstverbrauch
Nach einer aktuellen Untersuchung wird ein immer größerer Anteil des in Deutschland selbsterzeugten Stroms zum Selbstverbrauch verwandt. Gleichzeitig sollen im Zuge der EEG-Novelle Eigenerzeuger an den Kosten der Energiewende beteiligt werden. Dies hat für das heutige System der Stromerzeugung je nach dem, in welchem Umfang dies geschieht, Folgen.
Der wachsende Anteil der Selbstverbraucher wirft auch Verteilungsfragen auf
Der wachsende Anteil der Selbstverbraucher wirft auch Verteilungsfragen auf
Wer Strom selbst erzeugt und verbraucht, kann erheblich Kosten sparen. So entfällt nicht nur die EEG-Umlage, sondern auch noch eine Reihe weiterer Belastungen, die beim Strombezug von einem Energieversorger anfallen würden. Das spricht sich herum und könnte dazu führen, dass sich der Trend bei Strom zur Selbstversorgung in Deutschland weiter verstärkt. So haben das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln und das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) in einem Gemeinschaftsgutachten ermittelt, dass sich der Selbstverbrauch von eigenerzeugtem Strom in Deutschland zwischen 2008 und 2012 um gut ein Fünftel (26 %) erhöht hat. Zugleich erhöhte sich der Anteil des Selbstverbrauchs am gesamten Bruttostromverbrauch mit einem Gesamtvolumen von 56,7 Terrawattstunden auf rund 10 Prozent. „Das ökonomische Potenzial des Selbstverbrauchs ist sogar noch deutlich größer, vor allem in privaten Haushalten sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen“, so das IW Köln.

Was für die Eigenerzeuger und Selbstverbraucher von Strom von Vorteil ist, geht allerdings laut IW Köln zu Lasten des Gesamtsystems: „Indem die klassische Stromversorgung durch Abgaben gegenüber der Eigenversorgung verteuert wird, entstehen verzerrte Marktsignale“, warnt das Institut.  So würden dann beispielsweise mehr Eigenerzeugungsanlagen installiert als gesamtwirtschaftlich effizient sei. Aber auch Weichenstellungen in die umgekehrte Richtung, nämlich den Selbstverbrauch durch Abgaben zu verteuern, ist kein optimaler Weg. Dies könnte dem Institut zufolge zu umweltpolitischen Zielkonflikten führen, da ein großer Teil des eigenproduzierten und genutzten Stroms mit klimapolitisch erwünschten Technologien erzeugt wird, wie etwa mit Kraft-Wärme-Kopplungs- und Photovoltaikanlagen.

„Mit dem Plan des Wirtschaftsministers, die Besserstellung des Selbstverbrauchs an eine ökologische Komponente zu knüpfen, soll diesem Teilaspekt im neuen EEG Rechnung getragen werden“, so das IW Köln.  Dem Institut nach  gäbe es jedoch zur Reduktion des CO2-Austoßes effizientere Instrumente. Abseits dessen wirft Thema Selbstverbrauch überdies verstärkt Verteilungsfragen auf, da die Kosten des Systems zunehmend von Verbrauchern getragen werden, die dem Institut nach nicht die Möglichkeit zur Eigenversorgung hätten. „Daher ist zu klären, wie Eigenversorger beispielsweise angemessen an der Finanzierung der Stromnetze beteiligt werden können“, so das IW Köln. Diese müssten nämlich stets so ausgerichtet sein, dass im ungünstigsten Fall auch Selbsterzeuger von Strom den eigenen Strombedarf vollständig über öffentliche Netze decken können.
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